Karneval

Der Jeck 2022 verwandelt sich in eine zartschmelzende Sünde

Dieser Kostümtrend ist einfach zum Anbeißen: Mit Tüllrock, bedruckter Strumpfhose und Haarreif in Verpackungsflügelchen-Form verwandelt sich der Jeck 2022 in ein süßes Kinder Schoko-Bon. Foto: Doro Siewert
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Dieser Kostümtrend ist einfach zum Anbeißen: Mit Tüllrock, bedruckter Strumpfhose und Haarreif in Verpackungsflügelchen-Form verwandelt sich der Jeck 2022 in ein süßes Kinder Schoko-Bon.

Nach zwei Jahren mit 95 Prozent Einbußen kommt es für Deiters jetzt geballt: In der Filiale an der Allee herrscht großer Andrang.

Von Melissa Wienzek

Die Vollmilchschokoladeneier mit cremiger Milchfüllung schmelzen verführerisch im Mund: Ferrero Schoko-Bons sind schon eine Sünde wert. Das finden nicht nur Kinder. Bei Deiters an der Alleestraße kann sich nun jeder selbst in eine süße Sünde verwandeln: Das Karnevalsbekleidungsgeschäft hat Lizenz-Kostüme für Männer, Frauen und Kinder parat, mit denen sich die ganze Familie in zartschmelzende Schoko-Bons verwandelt, die nicht mit Kalorien auf die Hüften gehen, sondern mit Hose oder Tüllrock. Dieser Kostümtrend 2022 ist einfach zum Anbeißen: Der rote, ausgestellte Rock, die bedruckte Strumpfhose und der Haarreif in roter Verpackungsflügelchen-Form sind ziemlich süß. „Und der absolute Renner“, sagt Filialleiterin Hannah Selig. Aber Achtung: In Coronazeiten sollte dieses Schoko-Bon besser nicht vernascht werden.

Schon um 9.45 Uhr, also eine Viertelstunde, bevor die Filiale in den Allee-Arkaden öffnet, stehen sich die Jecken die Füße in den Bauch. Obwohl in Remscheid kaum etwas stattfindet, scheinen die Remscheider jeck zu sein: Viele fahren nach Köln, Schulen und Kitas feiern auch. Zudem gibt es im Umkreis keine Filiale. Bundesweit gibt es 29. „Erst hieß es, es findet nichts statt, nun darf in Köln doch gefeiert werden. Das merken auch wir. In diesen Tagen ist der Andrang groß“, sagt Selig. Nach zwei Jahren Pandemie mit 95 Prozent Umsatzeinbußen sei das aktuelle Geschäft ein „Kickstart von 0 auf 100“, sagt Geschäftsführer Björn Lindert. Eine Herausforderung für die Logistik und die Mitarbeiter. „Normalerweise ist es acht Wochen lang ein High-Season-Geschäft, jetzt sind es nur zwei bis drei.“ Auch das nicht zu 100 Prozent, weil nicht so gefeiert wird wie vor Corona. „Wir können nicht ansatzweise von einem normalen Jahr sprechen, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels und freuen uns, dass sich die gesamtgesellschaftliche Stimmung gerade verbessert hat“, sagt der Geschäftsführer.

Bei Deiters finde jeder Jeck auf jeden Fall das passende Outfit, verspricht Lindert. Die Kostüme müssen nach der Anprobe im Lager auslüften und werden dann desinfiziert, ehe sie wieder in den Verkaufsraum kommen, der einem bunten Schlaraffenland gleicht. Von pinkfarbener Perücke über Krümelmonster-Ohrringen bis hin zum Dauerbrenner Anna und Elsa gibt es hier nichts, was es nicht gibt. 20 000 Artikel und 200 Kostüme hat Deiters im Repertoire.

Neben den Schoko-Bons sind laut Hannah Selig auch die Ahoi-Kostüme angesagt sowie die der Netflix-Erfolgsserie „Squid Game“. Und dazu „extrem viel Glitzer“. Bei Kindern sind dieses Jahr Piraten, Hexen und Vampire angesagt, also alles, was gruselig ist. „Eigentlich verkaufen wir das zu Halloween“, sagt Hannah Selig. Passt irgendwie in die Zeit. Vielleicht möchten die Kids damit aber auch einfach nur das blöde Virus vertreiben.

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