Die Woche

Der hoffnungsfrohe Blick ins ferne Portugal

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sven.schlickowey@rga.de

Gab es in Portugal im Januar bis zu 16 000 Neuinfektionen am Tag, liegt die Zahl nun konstant unter 1000.

Von Sven Schlickowey

Nachdem sie ihre „Spaziergänge“ bisher in Lennep veranstaltet hatte, wagte sich die hiesige Corona-Leugner-Fraktion in dieser Woche vors Rathaus. Und nutzte dort ihre verfassungsmäßig garantierten Freiheiten, um sich über den vermeintlichen Verlust eben jener Freiheiten zu beschweren.

Nicht jeder, das noch einmal zur Klarstellung, der in dem bunten Trüppchen unterwegs war, ist ein rechtsextremer Verschwörungstheoretiker. Aber jeder, der da unterwegs war, hat sich dazu entschieden, mit Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern gemeinsame Sache zu machen. Und vor allem mit Menschen, die an der Lösung unserer derzeitigen Probleme offenkundig überhaupt kein Interesse haben, sondern in den Protesten vor allem eine Bühne für ihre eigenen Partikularinteressen ausgemacht haben. Und teils auch ein Geschäftsmodell.

Eine Lösung unserer derzeitigen Probleme haben allerdings auch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz in dieser Woche nicht gebracht. Vor allem das Hick-Hack rund um die „Ruhetage“ hat einmal mehr die Hilflosigkeit der Politik offenbart.

Das Kind, dieser Wahrheit müssen wir uns stellen, ist in den Brunnen gefallen. Und das kriegen wir da auch nicht mehr raus. Impfstoffe wie Tests wurden zu spät bestellt, die Regeln immer unübersichtlicher und unlogischer. Bis wir heute an einem Punkt sind, an dem der Politik die Konzepte fehlen, der Gesellschaft die Optionen ausgehen und die Bevölkerung längst das Vertrauen verloren hat. Ein Ausweg aus dieser Sackgasse ist nicht erkennbar. Da müssen wir wohl jetzt durch.

Akzeptieren wir diesen Umstand, wird es zwar nicht leichter, wir können uns aber der Frage widmen, wie wir das durchstehen wollen. Und da lohnt sich ein Blick nach Portugal. Das Land wurde nach Weihnachten heftig von der britischen Corona-Mutation getroffen, die Regierung griff zu drastischen Maßnahmen. Doch die Bevölkerung begriff dies nicht als Bevormundung und gar Bestrafung, wie Kenner der Region berichten, sondern als gemeinsame Herausforderung. Die Leute blieben zu Hause, weil sie das Virus besiegen wollten. Nicht, weil sie es mussten.

Gab es in Portugal im Januar bis zu 16 000 Neuinfektionen am Tag, liegt die Zahl nun konstant unter 1000. Inzwischen hat das Land erste Öffnungsschritte eingeleitet. Ein Beispiel, das uns Hoffnung macht. Zumindest ein bisschen.

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