Arbeitsmarkt

Der Fachkräftemangel spitzt sich auf dem Arbeitsmarkt zu

  • Manuel Böhnke
    VonManuel Böhnke
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Agentur für Arbeit zieht Bilanz für das Jahr 2022.

Remscheid. Der Arbeitsmarkt im bergischen Städtedreieck präsentiert sich stabil. Zumindest, solange man die Arbeitslosenquote in den Blick nimmt. Die lag in Remscheid im Dezember bei 7,1 Prozent – nach 6,9 Ende 2021. Doch unter der Oberfläche ist einiges in Bewegung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Solingen, Remscheid und Wuppertal erreichte 2022 einen Höchststand, gleichzeitig wird der Mangel an Fachkräften immer gravierender.

Zwiespältig fällt die Jahresbilanz der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal aus. Mitte 2022 habe der Arbeitsmarkt die „Folgen der Corona-Pandemie endgültig überwunden“. Die Arbeitslosenquote erreichte in Remscheid im Mai mit 6,6 Prozent das Vor-Krisen-Niveau. Der Anstieg seitdem sei vor allem auf Geflüchtete aus der Ukraine zurückzuführen.

Im März 2022 waren im Städtedreieck mehr als 232 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon rund 47 022 in Remscheid. So hoch lag der Gesamtwert in Remscheid wie auch für alle drei Städte gemeinsam in diesem Jahrhundert noch nie.

Viele Jobs in der Metall- und Elektroindustrie gingen verloren

Deutliches Wachstum war laut Arbeitsagentur im Baugewerbe, der Verkehrs- und Lagerwirtschaft, dem öffentlichen Dienst, Erziehungs- und Unterrichtswesen sowie Gesundheits- und Sozialwesen festzustellen. „Nennenswerte Beschäftigungsverluste“ gab es dagegen vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie im Gastgewerbe. 326 Beschäftigte sind in Remscheid seit Frühjahr 2019 allein in der Metall-, Stahl- und Elektroindustrie verloren gegangen.

Parallel dazu vergrößert sich der Fachkräftemangel. Qualifizierte Bewerber fehlen nicht nur im Pflege- und Medizinbereich. Zudem gebe es in Berufen der Informationstechnik, dem Bau- und Ausbaugewerbe sowie Handel, Verkehr und Lager, Gastronomie sowie Grundstücks- und Wohnungswesen Engpässe.

Einerseits fehlen Fachkräfte, andererseits liegt die Arbeitslosenquote bei 7,4 Prozent. Wie passt das zusammen? Dafür nennt Martin Klebe zwei wesentliche Gründe. Bei arbeitslosen Geflüchteten aus der Ukraine liege der Fokus zunächst auf Sprachförderung. „Bei vielen anderen passt die Qualifikation strukturell nicht“, erläutert der Leiter der Agentur für Arbeit.

Diese Gruppe steht beim Kampf gegen den Fachkräftemangel im Fokus. Seit 2019 habe die Arbeitsagentur mehr als 1100 Arbeitslosen in Maßnahmen zu einem regulären Berufsabschluss verholfen. Hinzu kommen mehr als 3000 Fortbildungen in unterschiedlichen Fachbereichen. Das neue Bürgergeld-Gesetz gibt den Jobcentern beim Versuch, diese Gruppe an den Arbeitsmarkt heranzuführen, neue Möglichkeiten.

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