Der Auftakt hätte nicht besser sein können

Die Brasshoppers Big Band begeisterte das Publikum beim ersten Sommer-Open-Air auf dem Tannenhof-Gelände. Foto: Roland Keusch
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Die Brasshoppers Big Band begeisterte das Publikum beim ersten Sommer-Open-Air auf dem Tannenhof-Gelände.

Erstes Sommer-Open-Air-Konzert im Tannenhof mit der Brasshoppers Big Band

Von Peter Klohs

Lüttringhausen In normalen Zeiten würde in diesen Tagen der Orgelsommer in der Kirche der evangelischen Stiftung Tannenhof stattfinden. Aber die Zeiten sind nicht normal, und die Kirche bietet Platz für höchstens 30 Besucher. Die Open-Air-Sommerkonzerte, die statt des Orgelsommers in diesem August stattfinden, sollen die musikalische Lücke schließen.

Am Mittwochabend machte die Wermelskirchener Brasshoppers Big Band den Anfang, was einen zweifachen Neuanfang bedeutete: Zum einem für den Tannenhof, zum anderen für die Musiker, die seit mehr als eineinhalb Jahren nicht mehr auftreten konnten. Dementsprechend spielfreudig waren die vierzehn Musiker und zwei Musikerinnen.

Mit „A Foggy Day“ ging es moderat los. Die Gershwin-Komposition kam dezent swingend daher, die Bläsersätze waren geschmackvoll und nicht überfrachtet, die Solisten konnten Akzente setzen. Bei „Four plus one“, etwas temperamentvoller dargeboten und zuweilen wie düstere Musik zu einem Krimi aus den 70er Jahren klingend, hatte sich die Band warmgespielt, was deutlich bei den erzählerisch reichen Soli zu hören war: Gitarrist Uwe Weiden und Tenorsaxofonist Bernd Mümpken konnten sich auszeichnen.

130 Besucher applaudieren nach jedem Stück begeistert

Sodann folgte der Klassiker „Stolen Moments“, bei dem Ralf von Tegelen, Leiter der Brasshoppers Big Band, sich in die Posaunenreihe eingliederte und mitspielte. Martin Dawid (Posaune) und Uwe Weiden solierten über die in Moll komponierten Blueschorusse von Oliver Nelson und bekamen von den 130 Besuchern Applaus für ihre Beiträge.

Bei „Unisamba“, komponiert vom niederländischen Jazzmusiker Rob Pronk und bekanntgeworden durch Peter Herbolzheimer, ging es dann richtig los: Der Sambarhythmus ließ viele Füße im Takt wippen. Das Flügelhornsolo von Manfred Jetta ließ keine Wünsche offen.

Gegen Ende des 75-minütigen Konzertes wechselte der Swing hin zum Groove, bis in „White dressed Rabbits“ gar leichte Funk-Einflüsse hörbar wurden. An der Klarinette trug Ute Schiffer ein schönes Solo bei. Der offizielle Part dieses ersten Sommerkonzerts endete lateinamerikanisch. In „Catero“ ließ Roland Dill das E-Piano solistisch hervortreten, und auch Schlagzeuger Markus Hoffrogge konnte durch seine Vielzahl an Fill-ins und kleinen Soli seine reiche Erfahrung einbringen. Die Zuhörenden hatten noch nicht genug und bekamen nach ihrem begeisterten Applaus „Take the A-Train“ als Zugabe, sicher die bekannteste Komposition von Duke Ellington, in einem moderat modernen Arrangement. So endete das erste Sommerkonzert, wie es begonnen hatte: mit Swing.

Das Leuchten in den Augen der Musiker gab wortlos über den Stellenwert dieses Konzertes Aufschluss. Die Brasshoppers sind eine hoch ambitionierte Amateur-Big-Band, die von einem Profimusiker geleitet wird. Alle Musiker dieses Abends zeigten sich dankbar für die Möglichkeit, dieses Konzert zu spielen.

Am kommenden Mittwoch, 18. August, gibt es um 19 Uhr an gleicher Stelle Operettenmelodien mit den Sängerinnen und Sängern des Orpheus-Theaters aus Ratingen zu erleben.

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