Kultur im Ortsteil

Denkerschmette ist gerade in der Krise ein wichtiger Treffpunkt

Seit 1. August ist die Schmette wieder geöffnet. Vor allem alleinstehende Frauen treffen sich hier regelmäßig. Archivfoto: Michael Schütz
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Seit 1. August ist die Schmette wieder geöffnet. Vor allem alleinstehende Frauen treffen sich hier regelmäßig.

Programm läuft eingeschränkt – Geld aus Notfallfonds beantragt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Gerade jetzt, da das alltägliche Leben wieder stärker vom Coronavirus bestimmt wird, ist die Denkerschmette in Kremenholl ein Fels in der Brandung für viele Senioren. Vor allem viele alleinstehende Frauen treffen sich hier regelmäßig samstags zu Kaffee und Kuchen und zum Töttern. Die Denkerschmette bietet nicht nur Kultur im Ortsteil – sie erfüllt auch einen sozialen Zweck.

„Einen Tisch nennen wir den Dangeltisch. Dort sitzen immer fünf Frauen zusammen – mit Frau Dangel“, erzählt Christa Müller vom Vorstandsteam. „Sie fühlen sich wohl bei uns.“ Der selbst gebackene Kuchen sorgt mit Sicherheit auch dafür. „Sie vermissen aber natürlich die Mitsingnachmittage.“

Letzte Woche Samstag sei Ernst Melzer dagewesen – statt eines inbrünstigen Singens gab es aber „nur“ Musik. „Unsere Gäste singen eigentlich lieber. Man muss da wie ein Luchs aufpassen. Noch nicht mal Summen ist ja derzeit erlaubt“, erklärt Müller, die betont: „Wir halten alle Vorschriften ein.“ Bedeutet: Der Zutritt ist nur mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt. Wer sitzt, darf ihn abnehmen. Abstand halten ist das oberste Gebot. Ebenso Hände desinfizieren, sich in die Liste eintragen und sich vorab anmelden. Aktuell dürfen nur 15 Personen in die Schmette.

„Ich hoffe schon, dass es weiterhin funktionieren wird.“
Reinhard Ulbrich, Vorsitzender

Das Programm läuft derzeit eingeschränkt. Die Abendveranstaltungen mit Musik fallen der Pandemie zum Opfer. Gerade diese binden das meiste Publikum an der Kippdorfstraße. Und das ist derzeit eher spärlich vertreten. „Heute war Sitzgymnastik. Wegen der steigenden Zahlen kamen aber weniger als sonst“, sagt Müller. Stammtisch, Skat und Handarbeitstreffs finden statt, könnten allerdings noch ein paar Teilnehmer gebrauchen. „Zurzeit sieht es auch nicht danach aus, als wenn wir demnächst wieder Veranstaltungen anbieten können“, bedauert der Vorsitzende Reinhard Ulbrich. „Es ist schwierig für uns“, gibt er zu.

Daher hat das Vorstandsteam, das von einigen Ehrenamtlern unterstützt wird, einen Antrag für eine finanzielle Unterstützung aus dem Notfallfonds Kultur der Stadt gestellt. Am Montag wird darüber entschieden. „Wir haben derzeit so gut wie keine Einnahmen. Aber die Fixkosten wie Miete und Steuern laufen weiter“, erklärt Ulbrich. Diese addieren sich auf rund 1600 Euro im Monat. Der Umsatz generiert sich überwiegend aus Getränkeeinnahmen, vor allem bei Musikveranstaltungen am Abend. Die fallen derzeit aus. Es bleibt die Ungewissheit. „Ich hoffe schon, dass es weiterhin funktionieren wird“, sagt Ulbrich.

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