Impulse zum Schreiben

„Den klassischen Bücherwurm gibt es eben nicht mehr“

In der Bibliothek der Sophie-Scholl-Schule hält Schriftsteller Akos Doma die literarische Schreibwerkstatt.
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In der Bibliothek der Sophie-Scholl-Schule hält Schriftsteller Akos Doma die literarische Schreibwerkstatt.

Literarische Schreibwerkstatt an der Sophie-Scholl-Gesamtschule mit Autor Akos Doma

Remscheid. An der Sophie-Scholl-Gesamtschule dreht es sich für 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 bis 12 seit Mittwoch bis einschließlich heute nur um Literatur und Schreiben. Geleitet wird diese zweite, literarische Schreibwerkstatt vom deutsch-ungarischen Schriftsteller Akos Doma. Angestoßen wurde die Zusammenarbeit im Rahmen einer Lesung, die Doma 2019 an der Schule hielt. Die Schreibwerkstatt wurde mehrfach aus pandemischen Gründen verschoben, aber der Autor und Lehrerin Iris Grundei hielten an der Idee fest.

Den Anfang machte Doma mit einer Lesung aus seinem preisgekrönten Roman „Der Weg der Wünsche“ und stellte sich im Anschluss vielen Fragen zu seinem Beruf und dem Verlagswesen. „Mir war es vor allem wichtig, den Beruf Schriftsteller zu erden. Je lockerer die Atmosphäre ist, desto besser können wir hier arbeiten“, sagt der Autor. Und vor allem solle es keinen Druck und viel Freiheit geben. Die erste Schreibaufgabe war ein kurzer Text dazu, was die Teilnehmenden verloren oder gefunden haben. Die Umsetzung und auch die Themen sind dabei völlig offen. Bei der Besprechung nimmt der Autor sich zurück, gibt Gesprächsimpulse und kitzelt vielleicht Feinheiten heraus. Doch am meisten lernen die Schülerinnen und Schüler, indem sie sich gegenseitig austauschen. Zum Schluss könnte hier ein eigenes, kleines Buch mit den Werken der Teilnehmenden entstehen.

Das Ziel: Neue Impulse und Zugänge zur Literatur geben

Die beiden 16-jährigen Schülerinnen Cheyenne und Lilly-Fee erhoffen sich Unterschiedliches von dem Kurs. Cheyenne schreibt schon viel selbst und möchte vor allem Stärken und Schwächen herausfinden und sich austauschen. Lilly-Fee hat auch den Anspruch, sich im Fach Deutsch zu verbessern und einfacher Ansätze zu finden, Texte zu schreiben.

Dasselbe gilt für Tim (17). Deutsch ist nicht gerade sein Lieblingsfach, trotzdem wollte er sich an der Werkstatt versuchen. Durch die Lesung habe er Zugang zum Buch gefunden, den er sonst nicht gehabt hätte. „Ich bin ein langsamer Leser“, fügt er hinzu. Insbesondere das Thema Flucht interessiere ihn, weshalb er auch überlegt, den Rest alleine zu Ende zu lesen. Genau darum gehe es auch, verrät Iris Grundei. „Den klassischen Bücherwurm gibt es eben nicht mehr“, sagt sie, es fehle oft der Zugang. Deshalb sei die Werkstatt für alle zugänglich, nicht nur den „Profis“ aus den Leistungskursen, und zudem dank einiger Sponsoren kostenlos. „Und ohne den Druck von Noten trauen sich manche, eher teilzunehmen und sich auszuprobieren.“ mj

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