Ausstellung in Solingen

„Deadlines“ würdigt in der Ukraine erschossenen Fotografen

An der Front dokumentierte der im März zunächst verschollene und ermordet aufgefundene Fotograf Maks Levin das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Das Zentrum für verfolgte Künste zeigt die eindrucksvollen Fotos aus dem Februar und März 2022. Foto:
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An der Front dokumentierte der im März zunächst verschollene und ermordet aufgefundene Fotograf Maks Levin das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Das Zentrum für verfolgte Künste zeigt die eindrucksvollen Fotos aus dem Februar und März 2022.

Das Zentrum für verfolgte Künste stellt Fotos vom Krieg in der Ukraine von Maks Levin aus.

Von Philipp Müller

Solingen. Maks Levin starb durch zwei Kugeln in seinem Kopf. Der ukrainische Fotojournalist starb an der Front in seiner Heimat, war lange vermisst, bevor er nach dem Abzug der Russen nahe Kiew gefunden wurde – vieles deutet auf eine Hinrichtung hin. Sein Schicksal sorgte weltweit für Aufsehen. Im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen werden unter dem Titel „Deadlines“ 30 Fotografien von Maks Levin aus dem Februar und März 2022 sowie zehn Fotos von den pro-europäischen Demonstrationen auf dem Majdan 2013 und 2014 und dem Beginn des Krieges in der Ost-Ukraine 2014 gezeigt. Die Laufzeit der Ausstellung ist bis 26. Juni.

Das Zentrum realisiert sie zusammen mit dem Förderkreis des Museums. Über dessen stellvertretenden Vorsitzenden, den Solinger Fotojournalisten und Botschafter des Friedensdorfs International, Uli Preuss, kam der Kontakt zu den Angehörigen und Freunden von Maks Levin zustande.

„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann bist du nicht nah genug dran.“

Robert Capa

Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Nataliia Volianiuk, Journalistin und Direktorin der regionalen Berichterstattung PBC in Kiew, und Olena Tanchynets, Direktorin des Kultur- und Bildungszentrums TepLytsia in Brovary bei Kiew. Beide werden bei der Eröffnung anwesend sein. Sie werden in einer Diskussionsrunde mit der Kuratorin des Zentrums für verfolgte Künste, Birte Fritsch, und dessen Direktor Jürgen Kaumkötter die Person Maks Levin vorstellen und die Bedeutung seines Schaffens einordnen.

Maks Levin zeigt, wie der Ukraine-Krieg ist

Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann

Zur Eröffnung sprach Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a. D. und Vorsitzende des Förderkreises des Zentrums. Im Anschluss wird Uli Preuss einen Vortrag zur Kriegsfotografie halten. Vorab erklärte der Fotograf, der selbst Krisenherde besucht hatte, gegenüber dem RGA, worum es ihm gehen wird: Kriegsfotografen leben in einem besonderen Spannungsverhältnis. Das wird Preuss beleuchten und stellt dazu zwei Zitate in den Raum. „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann bist du nicht nah genug dran“, habe Robert Capa gesagt, der bei einer Fotoreportage über einen Einsatz gegen kommunistische Vietminh-Soldaten auf eine Mine trat und verstarb. Doch Nähe ist nicht nur gefährlich, sie ändert auch die Persönlichkeit, wie Preuss mit einem Zitat des „kriegserprobten“ Franzosen Jerome Delay anführt: „Ich weine oft bei Kinofilmen, ich sollte lieber weinen, wenn ich Bilder von Toten mache.“

„Maks Levin war einer, der die unverschämten Lügen dieses Konfliktes aufdecken wollte.“

Uli Preuss über den ermordeten Fotografen Maks Levin

Dazu hat sich Preuss mit Daniel Etter unterhalten. Der Pulitzer-Preisträger stammt aus Solingen und bereitet gerade eine Reportage aus der Ukraine vor. Darüber wird Preuss berichten. Und er wird sich auch Maks Levin nähern. Der 40-Jährige war schon seit den Aufständen auf dem Kiewer Majdan 2013 als Reporter mit seiner Kamera im Einsatz. Kraft gab ihm sicher auch seine Familie, er hinterlässt eine Lebensgefährtin und vier Söhne.

Für Preuss ist die Bedeutung des ukrainischen Fotografen klar: „Maks Levin war einer, der die unverschämten Lügen dieses Konfliktes, dieses Krieges in seinem Heimatland aufdecken wollte.“

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Im Zentrum für verfolgte Künste wird die Ausstellung von Max Levin in eine Zeit fallen, in der sich das Museum auf eine Teilnahme an der Biennale 2024 in Venedig mit Werken des von den Nazis verfolgten und im KZ eingesperrten Malers, späteren Aktionskünstlers und Autors Boris Lurie vorbereitet.

Am 6. Mai wird zudem der Beitrag des Zentrums zur documenta 15 in Gräfrath gezeigt: Dies wird eine wissenschaftliche und zugleich künstlerische Auseinandersetzung mit den Anfängen der Weltschau moderner Kunst.

Unterstützung durch Förderkreis

Die Ausstellung mit den Kriegsbildern von Maks Levin wird durch den neuen Förderkreis des Zentrums unterstützt. Er hatte sich Ende 2020 gegründet. „Ziel ist es, das Zentrum in Solingen und der Region stärker zu vernetzen und zu verankern“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Sylvia Löhrmann. Der Förderkreis will weitere Aktionen durchführen.

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