Online-Konferenz

Das wünschen sich Radfahrer für Remscheid

Klaus Walder, hier auf der Werkzeugtrasse, ist „Genussradfahrer“, wie er sagt. Er hat viele Verbesserungsvorschläge. Foto: Roland Keusch
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Klaus Walder, hier auf der Werkzeugtrasse, ist „Genussradfahrer“, wie er sagt. Er hat viele Verbesserungsvorschläge.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Bürger liefern haufenweise Ideen bei Online-Konferenz. Einiges davon wird kommen - etwa Einbahnstraßen-Öffnung.

Remscheid. Der Radverkehr in Remscheid nimmt Fahrt auf – nicht nur physisch mit immer mehr Zweirädern auf den Straßen, sondern auch bei den Planern im Rathaus. Dass Radfahren in Zeiten von horrenden Spritpreisen und schmelzenden Polkappen ein Riesenthema ist, wurde auch beim „Bürgerdialog Radverkehr“ am Montagabend deutlich: 54 Teilnehmer diskutierten in der Online-Konferenz mit Vertretern der Verwaltung. Die Remscheiderinnen und Remscheider lieferten dabei haufenweise Ideen.

Auch die Verwaltung hat erkannt: Das Thema Radverkehr ist angesagter denn je. „Es vergeht kaum eine Bezirksvertretungssitzung ohne das Rad-Thema“, sagte Stadtplaner Burkhard Fey.

„Radverkehr und Remscheid waren früher gegensätzlich. Heute gibt es immer mehr Radfahrende in der Stadt, nicht nur durch die Balkantrasse, sondern auch durch die Pedelecs und den sukzessiven Ausbau des Radwegenetzes“, sagte Baudezernent Peter Heinze, der bekennt: „Es ist nicht alles spitze.“ Deshalb wurde jetzt bei der Stadt ein eigenes Team Radverkehr aufgebaut. Ein Überblick.

Bereits umgesetzt: Im November 2019 fiel der Startschuss: Der Rat segnete das Radverkehrskonzept ab. 200 000 Euro jährlich haben die Planer nun zur Verfügung. Teil des Konzepts: Es wurde ein neues Gremium „Runder Tisch Radverkehr“ mit dem ADFC und Bürgern auf zwei Rädern gegründet, die Sitzungen finden zwei- bis dreimal jährlich statt.

2021 wurden laut Burkhard Fey folgende Dinge umgesetzt: neue Radmarkierungen auf der Bliedinghauser Straße/Wermelskirchener Straße, auf der Lüttringhauser Straße, im Bereich Gartencenter Kremer, sowie auf der Lindenallee.

Geplante Maßnahmen: Dreherstraße, Burger Straße, Nordstraße, Kremenholler Straße und Blumenstraße sollen ebenfalls Radschutzstreifen erhalten. Bei drei Straßen wird eine neue Deckschicht aufgetragen – dann soll auch gleich ein Radfahrstreifen aufgebracht werden: Alexanderstraße, Kurze Straße, Höhenweg. Fey ist zuversichtlich, dass dies noch 2022 kommt.

Am Lenneper Bahnhof werden zudem zehn Radfahrboxen errichtet – fünf für Kurzzeit-, zehn für Langzeitmieter. Laut Peter Heinze wird derzeit zudem über eine Verlängerung der Balkantrasse und einen Radweg in Mixsiepen nachgedacht.

In die Diskussion kommt auch die Öffnung einer Einbahnstraße für Radfahrer: Hier ist der Bereich Kölner Straße/Hermannstraße/Ringstraße angedacht. Hierzu gibt es bereits eine Beschlussvorlage für die Gremien.

Außerdem werden 50 stabile Anlehnbügel in allen Stadtteilen einbetoniert, an denen Räder festgemacht werden können. Erster Ort werden die Terrassen am Markt. Auch eine Luftpumpenstation an der Balkantrasse ist in Planung.

Termine: Unter der Schirmherrschaft des RV Adler Lüttringhausen findet am Samstag, 14. Mai, ab 11 Uhr eine Tour durch Lennep statt. Bei der „Kidical Mass“ in Anlehnung an die Radfahrevents „Critical Mass“ soll besonders auf radelnde Kinder hingewiesen werden.

Vom 5. bis 25. Juni findet wieder die Aktion „Stadtradeln“ statt. Erstmals wird es eine Radfahrmesse am 17. oder 18. September auf dem Theodor-Heuss-Platz geben: die „1. Remscheider Bike-Show zur Europäischen Mobilitätswoche“.

Ideen der Bürger: „Genussradfahrer“ Klaus Walder, wie er sich selbst nennt, bringt sich seit Jahren mit seinen Ideen ein. So auch am Montag. „Ich würde gern das alte Thema Bahnhof bis Ebert-Platz noch mal einbringen, insbesondere neue Bismarckstraße mit Radweg rauf und runter in der Mitte von Markthalle bis Bahnhofssteg.“

Frank Hoffmann wünschte sich Radbügel überall da, wo man Ämter oder Ärzte besucht, einkaufen geht oder auf den ÖPNV umsteigt.

Ulrich Sliwka sagte: „Wir sollten nicht nur Straßen mit Radwegen versehen, sondern auch gute Strecken zum Beispiel von Lennep zum Sana-Klinikum definieren, die durch Nebenstraßen führen. Hier sollte dann Tempo 30 festgelegt werden, und es müssten auch Parkplätze wegfallen, wenn notwendig.“

„Radverkehr und Remscheid waren früher gegensätzlich.“

Peter Heinze, Baudezernent

Brigitte Birker äußerte vier Wünsche: mehr Einbahnstraßen freigeben, so auch den Mittelstreifen der Allee, Nutzung der Bürgersteige wegen der Gefährlichkeit auf der Straße, viel mehr Radparkplätze in der City mit Bügeln. Rüdiger Rehbein wollte wissen, ob der Else-Treichel-Steg freigegeben werden könnte für Radfahrer.

Zudem sollte die Busspur Richtung Markt für Radfahrer geöffnet werden. Letzteres sieht Planer Fey positiv. Auch den Steg könnte er sich vorstellen – eventuell müsste das Geländer erhöht werden.

Die Anregung, dass die Bliedinghauser Straße nur teilweise markiert wurde, ist angekommen. „Das hat aus irgendwelchen Gründen mit der Baufirma nicht geklappt, es wird in Kürze nachgeholt“, sagte Elke Ellenbeck von der Stadt.

Anregungen liefern

Bürgerinnen und Bürger können das ganze Jahr über Anregungen und Ideen liefern oder Fragen stellen beim neuen Team Radverkehr. „Wir sind auf die Hinweise der radfahrenden Remscheiderinnen und Remscheider angewiesen“, sagt Verkehrsplaner Burkhard Fey. Kontakt: radverkehr@remscheid.de

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