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Das macht gesunde Ernährung aus

Ernährungsberaterin Eva Wisniowski hat ihr Studio im Südbezirk.
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Ernährungsberaterin Eva Wisniowski hat ihr Studio im Südbezirk.
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Wie oft, wie viel und was ist mit dem Genuss? Die Diplom-Ökotrophologin Eva Wisniowski gibt Tipps.

Von Melissa Wienzek

Die Feiertage liegen hinter uns, Raclette, Fondue und die eine oder andere Praline durften in den vergangenen Wochen nicht fehlen. Viele Menschen starten nun einen neuen Anlauf in puncto Ernährung. Tipps dafür liefert Ernährungsberaterin Eva Wisniowski aus dem Südbezirk.

Wie sollte der Speiseplan einer gesunden Ernährung aussehen?

Grundsätzlich sollte ein gesunder Ernährungsplan sehr pflanzlich sein, sagt die Expertin: Ungefähr die Hälfte der Tagesration sollte aus Obst und Gemüse bestehen. „Dann kommen die Eiweiße, dann die Kohlenhydrate.“ Etwa 400 Gramm Gemüse und 200 bis 250 Gramm Obst sollten in die Hauptmahlzeiten am Tag insgesamt eingebaut werden. Wichtig seien auch die guten Fette: Oliven oder Rapsöl und Nüsse. Zudem: kein Fast Food oder wenig und selten, wenig einfache Kohlenhydrate – sprich Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot, Reis und Nudeln. Selten Fleisch und fette Wurst sowie Käse, dafür mehr fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt. Die vegane Alternative: Sauerkraut oder Kimchi. Und: selbst kochen, keine Fertigprodukte.

Studien haben ergeben, dass zu viel Fleischverzehr ungesund ist. Wie viel Fleisch sollte man essen?

„Ich orientiere mich an den Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und empfehle zwei Fleischmahlzeiten, zwei Fischmahlzeiten in der Woche“, sagt die Diplom-Ökotrophologin. „Was viele vergessen: Geflügel ist auch Fleisch. Und die Wurst auf dem Brot auch.“ Nach Möglichkeit hochwertiges Fleisch der Kategorie 4 – bio – kaufen. Tipp der Remscheiderin: die Fleischtheke. „Hier kostet es nicht mal mehr.“ Aber auch Discounter hätten jetzt Fleisch der Stufen 3 und 4. Alternativen sind Hülsenfrüchte, Tofu und Getreidesorten, die Eiweiß enthalten.

Wie viele Mahlzeiten sollten wir am Tag zu uns nehmen?

Am allerbesten drei, und dem Körper dazwischen mindestens drei Stunden Zeit lassen, um zu verdauen. „Viele schaffen das nicht und snacken dann unbewusst“, weiß Wisniowski. Daher seien vier Mahlzeiten wohl eher realistisch. Zudem komme es darauf an, wie lang der Tag der jeweiligen Person sei, ob er Sport treibe – wer länger auf den Beinen ist, braucht mehr Energie. Individuell ausrechnen könne sie das in ihrem Studio.

Wie viel sollte man trinken?

Mindestens 1,5 bis 2 Liter kalorienlose Getränke: Wasser, Kräutertees. Tipp: „In der Winterzeit, oder auch als Snack, hat sich eine Gemüsebrühe bewährt.“ Sie wärmt, versorgt mit Flüssigkeit und sättigt.

Wo verstecken sich die Kalorien?

Fast überall. „Was für mich der größte Lug und Trug ist, sind die gesüßten Getränke, die wie Wasser aussehen, zum Beispiel Erdbeerwasser.“ In einer 1,5-Liter-Flasche steckten satte 24 Würfel Zucker – und das geht auf die Hüften. „Das ist bombastisch.“ Den negativen Platz 2 belegen Fruchtjoghurt und -buttermilch. „In einem Fruchtjoghurt von 150 Gramm haben wir zwischen 8 und 9 Würfelzuckerstücke. Bei einer Milch 25 bis 26 Würfelzucker bei 500 Gramm“, rechnet die Expertin vor. Tipp: Naturjoghurt nehmen und mit Früchten versehen. Kalorienbomben seien zudem Caprisonne, Fruchtnektar, Energydrinks.

Haben Sie ein paar Tricks parat?

Grundsatz 1: „Der Hunger ist immer ein sehr schlechter Begleiter. Essen ist unser Grundbedürfnis wie atmen und schlafen. Wenn Sie nicht genug essen, werden Sie es nicht auf Dauer durchhalten.“ Deshalb seien alle Diäten quatsch – es grüßt hinter nur der Jo-Jo-Effekt. Es geht um eine Ernährungsumstellung, um das Anpassen von Gewohnheiten. Tipp von Wisniowski: Ein Ernährungsprotokoll führen. Wie oft snacke ich? Was esse ich und wie viel? „Meistens fällt jedem was auf, wenn man es aufschreibt.“ Es gelte, ein Gleichgewicht zwischen Genuss und Gesundheit herzustellen. „Wir sollten nicht zu viel auf Genuss verzichten, aber dem Heißhunger auch nicht immer nachgehen.“

Grundsatz 2: Wenn Praline, dann nach der Hauptmahlzeit. Und nicht hungrig auf Partys gehen. „Nie zulassen, dass man richtig Hunger hat. Dann isst man zu viel und zu schnell.“

Was halten Sie von Aktionen wie dem „veganen Monat“?

„Das finde ich ganz toll, denn wir müssen uns Gedanken um unsere Welt machen.“ Vegane Gerichte einzubauen, sei super. Aber, Obacht: „Vor veganem Fast Food muss ich warnen.“ Die Inhaltsstoffe seien meist ungesund. Studien hätten ergeben, dass Veganismus vorteilhaft gegen koronare Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und mehr sei. „Aber: Zu ausschließlichem Veganismus gehört sehr viel Kenntnis. Auf Dauer sollte man sich erkunden, ob der Körper ausreichend mit Vitamin B12, Jod, Eisen, Vitamin D, Omega 3 versorgt ist.“

Und was ist mit Sport?

„Sport ist nicht Mord!“, betont Eva Wisniowski. Es gehe hauptsächlich um die Bewegung. „Das ist wichtig, denn Muskeln sind Leben.“ Denn Muskel produzieren Energie. „Ab dem 25. Lebensjahr sind wir auf den Muskelaufbau angewiesen. Vorher schafft der Körper es selbst, danach müssen wir dies gezielt trainieren.“ Gesund zu altern – das sei schließlich unser aller Ziel.

Kontakt: Studio für Ernährungsberatung und Therapie Eva Wisniowski, Intzestraße 28, Remscheid, Tel. 38 97 46, E-Mail: info@ernaehrungsberatung-remscheid.de, ernaehrungsberatung-remscheid.de

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