Weihnachtstreff am Rathaus

Das kosten Glühwein und Co. auf dem Weihnachtsmarkt in Remscheid

Zum Start gab es Glühwein – und Kölsch. Schließlich hatte es mehr als zehn Grad und die Karnevalsession startete nahezu zeitgleich. Birgit Krauskopf, Gisela Günther, Silvia Warkentin und Karin Schneider (v.l.) genossen den ersten Tag des Weihnachtstreffs.
+
Zum Start gab es Glühwein – und Kölsch. Schließlich hatte es mehr als zehn Grad und die Karnevalsession startete nahezu zeitgleich. Birgit Krauskopf, Gisela Günther, Silvia Warkentin und Karin Schneider (v.l.) genossen den ersten Tag des Weihnachtstreffs.
  • VonSven Schlickowey
    schließen

Am Freitag eröffnete der Weihnachtstreff vor dem Rathaus - mit zum Vorjahr unveränderten Preisen. Einzig die Temperaturen sind gestiegen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die vorweihnachtliche Stimmung tat sich ein wenig schwer bei Temperaturen über zehn Grad – und auch weil nebenan in der Grünen Gans ein paar bunt verkleidete Jecken tagten. Doch am Freitagmittag hat der Weihnachtstreff auf dem Rathausplatz eröffnet. Vieles ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben. Übrigens auch die Preise.

„Wir haben alle nicht erhöht“, sagt Veranstalter Marcel Müller. Grundlage sei eine Vereinbarung mit den Schaustellern, wonach Müller trotz gestiegener Kosten die Standgebühren unangetastet lässt und die Budenbetreiber im Gegenzug ihre Preise. „Wir wollen familienfreundlich bleiben“, sagt der Weihnachtstreff-Macher. „Wir sind ja nicht die Kölner Domplatte.“

Und so gibt es ein Schaschlik weiterhin für sechs und eine Currywurst für 4,50 Euro. Der Backfisch kostet 6,50 Euro, Crepes gibt es je nach Topping ab drei und Maronen ab vier Euro. Eierpunsch und Feuerzangenbowle machen glatt je einen Fünfer, ein Glühwein kostet vier Euro. Wobei Besucher mit etwas mehr Durst auch mit der Glühweinkarte sparen können. Die ist 23 Euro wert, kostet ab nur 20.

„Wir sind ja nicht die Kölner Domplatte.“

Marcel Müller zum Thema Preise

Während die nord-östliche Seite des Weihnachtstreffs nahezu unverändert blieb, auch die Waffelbäckerei Andersen aus Wuppertal ist wieder mit dabei, fehlt auf der Seite zum Rathaus die Eisbahn aus den Vorjahren. „Das wäre in der aktuellen Situation einfach unverantwortlich gewesen“, sagt Müller mit Blick auf den Energiebedarf. „Und bei den derzeitigen Temperaturen stände darauf sowie Zentimeter hoch das Wasser.“ Stattdessen gibt es nun an gleicher Stelle ein etwa 70 Jahre altes Kettenkarussell mit Salzwasser-Antrieb (eine Fahrt drei Euro). Und deutlich mehr der gemütlichen kleinen Holzbuden, die als Sitzgelegenheit reserviert werden können.

„Die waren in den letzten Jahren immer der Renner“, sagt Marcel Müller. Also hat er ihre Zahl diesmal von sieben auf 13 fast verdoppelt. An den meisten Frei- und Samstagen seien aber auch diese überwiegend ausgebucht, so Müller. Wer sich noch einen der freien Termine sichern möchte, kann das am Glühweinausschank machen.

Insgesamt rund 30 Verkaufsstände wurden auf dem Rathausplatz aufgebaut, zehn Tage hat das gedauert. In den meisten gibt es etwas zu trinken oder zu essen. Neu dabei ist ein Anbieter von Lángos, ein brotartiges Hefegebäck, das in Fett ausgebacken und verschieden belegt wird. Klassisch mit Sauerrahm und Käse, aber auch nach Art eines Flammkuchens mit Speck und Zwiebeln oder süß mit der unvermeidlichen Nuss-Nougat-Creme. Aus Heinsberg kommt ein kleiner Stand, der aus etwa 50 Zentimeter langen Bratwürsten in Baguettes eine Art rustikalen Hotdog macht. Dieser trägt seinen Namen „Sattmacher“ zurecht, wie Marcel Müller meint: „Wenn du das Ding gegessen hast, bist du auch wirklich satt.“

Die Beleuchtung auf dem Markt und in den Buden sei inzwischen komplett auf LED umgestellt worden, berichtet Müller: „Unser Beitrag zum Energiesparen.“ Das werde heute auch von vielen Besuchern erwartet. Und geheizt werden müssten die Verkaufsstände auch nicht, die Öfen, Fritteusen und sonstigen Geräte gäben genug Wärme ab.

„Für die Besucher haben wir Feuerstellen, wenn es mal richtig kalt wird“, sagt Marcel Müller. Das ist derzeit allerdings noch nicht abzusehen, mindestens bis Ende kommender Woche sollen die Temperaturen im Plus-Bereich bleiben. Doch auch danach bleiben ja noch fünf Wochen. Für winterliche Temperaturen, den Weihnachtstreff und festliche Stimmung.

Hintergrund

Der Remscheider Weihnachtstreff auf dem Theodor-Heuss-Platz geht noch bis zum 23. Dezember. Totensonntag (20. November) bleibt er geschlossen, ansonsten öffnet der Markt täglich von 11 bis 20 Uhr, an Frei- und Samstagen bis 22 Uhr. Besucher, die mit dem Auto anreisen, können die Tiefgarage „Rathaus“ unter dem Platz oder das Parkhaus des benachbarten Allee-Centers nutzen. Zudem befinden sich in der Nähe mehrere Haltestellen, unter anderem am Allee-Center, und der Busbahnhof Friedrich-Ebert-Platz.

Bergisches Land: Diese Weihnachtsmärkte finden 2022 statt

Standpunkt von Sven Schlickowey: Mutige Geste

sven.schlickowey@rga.de

Alles wird teurer. Aber nicht der Remscheider Weihnachtstreff. Weil alle Beteiligten auf Geld verzichten, bleiben die Preise im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Sicherlich eine Entscheidung, die nicht ausschließlich auf Altruismus basiert, schließlich haben auch Betreiber und Schausteller ein Interesse daran, dass es voll auf dem Markt wird.

Dennoch ist es eine bemerkenswerte Geste in einer besonderen Zeit, die darüber hinaus mit einem nicht unerheblichen wirtschaftlichen Hintergrund verbunden ist. Bleiben die Besucher nämlich trotz allem fern, reißt das bei den Betrieben, von denen oft ganze Familien leben, tiefe Löcher in die Kassen, wobei es nur wenige Chancen gibt, sie wieder zu schließen.

Wer auch der Meinung ist, Geste und Risiko gehören belohnt, kann leicht dafür sorgen. Auch wenn Glühwein bei 12 Grad ehrlich gesagt nur so mittel schmeckt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Frau verliert Kontrolle über Pkw und rammt mehrere Ausstellungsfahrzeuge
Frau verliert Kontrolle über Pkw und rammt mehrere Ausstellungsfahrzeuge
Frau verliert Kontrolle über Pkw und rammt mehrere Ausstellungsfahrzeuge
Trauer um Markus Wolff
Trauer um Markus Wolff
Trauer um Markus Wolff
Busfahrplan: Das ändert sich ab Sonntag
Busfahrplan: Das ändert sich ab Sonntag
Busfahrplan: Das ändert sich ab Sonntag
Reichsbürger beschäftigen Stadtverwaltung
Reichsbürger beschäftigen Stadtverwaltung
Reichsbürger beschäftigen Stadtverwaltung

Kommentare