Historisches Foto

Wo fliegen diese beiden Vögel?

Welches Mehrfamilienhaus ist hier zu sehen?
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Welches Mehrfamilienhaus ist hier zu sehen?

Unser Rätselfoto zeigte vergangene Woche die Kreuzung Hügelstraße/ Im Loborn.

Remscheid. Mehrfamilienhäuser in viergeschossiger Bauweise, dazu ein paar Garagen: Ecken, wie die auf unserem neuen Rätselfoto, gibt es sicherlich so einige in Remscheid. Doch vielleicht geben die beiden Vögel, die das Gebäude im Vordergrund schmücken, einen Hinweis, sie sind nämlich heute noch zu sehen. Wissen Sie, was hier zu sehen ist? Schicken Sie ihre Lösung bis zum 3. März, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de.

Das Rätselfoto der vergangenen Woche: Eine sportliche Ecke mit einem guten Zusammenhalt

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Tanzen und Rodeln – unser Rätselfoto aus der vergangenen Woche weckte bei vielen Lesern offenbar vor allem sportliche Erinnerungen. Die Hügelstraße, die Straße links auf dem Bild, sei in den 50er- und 60er-Jahren im Winter regelmäßig gesperrt worden, „damit wir Kinder mit Rodel und Gleitschuhen im Schnee runtersausen konnten“, schreibt uns zum Beispiel Monika Wischt, die die Gegend naturgemäß sehr gut kennt: „Unten ist die Einmündung Talstraße in die Hügelstraße mit dem Schieferhaus zu sehen, in dem mein Mann und ich bis zum Umzug nach Fulda gelebt haben.“

Mit Gaslaterne, dafür aber ohne Autos: die Kreuzung Hügelstraße/ Im Loborn.

Ganz ähnlich erinnert sich auch Monika Kersting: „Im Winter fuhren wir von nachmittags bis abends Schlitten“, schreibt sie uns. Möglich sei das auch dank der Laternenbeleuchtung gewesen. Ihre Eltern hatten es offenbar hingegen eher mit einer anderen und weniger rasanten Bewegungsart: „Im Haus links unten war die Gaststätte Horz. Dort gingen meine Eltern tanzen.“ Dafür habe man aber immer ein Brikett zum Heizen mitbringen müssen.

Das Lokal hat auch bei Hermann Schmitz Eindruck hinterlassen, wenn auch nicht ganz den gleichen: „In meiner Jugend war in der Hügelstraße ein Tanzlokal, das hatte aber einen nicht so guten Ruf“, schreibt er – und macht gleichzeitig deutlich, dass ein Ruf nicht alles ist: „Trotzdem sind wir da mal hingegangen, muss Ende der 60er, Anfang der 1970er gewesen sein.“

Die Gaslaterne, die das späte Rodeln ermöglichte, ist auch Jürgen Koppka aufgefallen, der darüber hinaus aber noch eine zweite Besonderheit auf unserem Rätselbild ausgemacht hat: Darauf sind keine Autos zu sehen. „Das ist zu erklären, weil in dieser Wohnsiedlung nur Mitarbeiter der damaligen BSI wohnten und die einen sehr kurzen Weg zu ihrer Arbeitsstelle hatten“, stellt er fest.

An die Zeit der BSI, später dann DEW und schließlich Thyssen, erinnert auch Rainer Sappok, der selbst in der Straße Im Loborn, der rechten auf dem Bild, aufgewachsen ist. Der Zusammenhalt der Bewohner und ihrer Kinder sei groß gewesen damals, schreibt er: „Jeder kannte jeden.“ Und die Gaslaterne spielte für die Kinder eine wichtige Rolle. Wurde es dunkel, habe sie sich entzündet: „Das war für uns Kinder das ultimative Zeichen, dass man nach Hause musste.“ Ganz ohne Armbanduhr und Mobiltelefon.

Hinter dem Kürzel BSI verbirgt sich übrigens das Unternehmen Bergische Stahlindustrie – und eine durchaus bewegte Geschichte. Zurück geht die Firma auf eine 1854 von Heinrich und Robert Böker gegründete Dampfschleiferei, 1873 wurde daraus eine Aktiengesellschaft. Deren erster Direktor verließ das Unternehmen wenige Jahre später wegen Meinungsverschiedenheiten und gründete 1885 seine eigene Firma – das Alexanderwerk. Und auch der Name BSI überlebte. Die nach dem Remscheider Unternehmen benannte BSI-Kompaktkupplung kommt bis heute bei Straßenbahnen und Regionaltriebwagen zum Einsatz.

Baulich hat sich die Ecke kaum verändert, dafür parken hier heute auch Autos.

Ganz persönliche Erinnerungen hat auch Ulrike Trust an die Siedlung: „Mir sind die Straßen so bekannt, weil ich in meiner Jugend in der Stephanstraße gewohnt habe und meine Freundinnen Gerda und Ursel im Untertal“, schreibt sie uns: „Wollten wir uns also treffen, führte uns unser Weg auf jeden Fall über die Hügelstraße.“ Das sei nun schon einige Jahre her, aber: „Sieht aber immer noch fast gleich aus.“

Was sich allerdings grundlegend verändert hat, sei die Nahversorgung, stellt Lothar Gühler fest. Die sei früher in der Gegend überhaupt kein Problem gewesen, schreibt er uns und zählt auf: „Auf der linken Seite der Rosenhügeler Straße/ Ecke Adlerstraße erst der Konsum, später Coop, in die Adlerstraße hinein der kleine Laden von Fischer, Bonbons und frisch gezapfte Milch für die Milchkanne. Noch ein Stückchen weiter nach der Einmündung Elisabethstraße dann der Flaschenbierverkauf durchs runde Fenster von Kirschner.“ Dazu Zeitschriften, Zigaretten und „was schon außergewöhnlich war“ sogar Schallplatten. Alles in unmittelbarer Umgebung.

Die richtige Lösung wussten unter anderem auch Helmut Schucht, Jörg Wagner und Frank Gutacker.

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