Tradition

Das gilt es beim Fasten zu beachten

Eva Wisniowski berät in ihrem Studio an der Intzestraße zur gesunden Ernährung. Archivfoto: Stefanie Knupp
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Eva Wisniowski berät in ihrem Studio an der Intzestraße zur gesunden Ernährung.

Ökotrophologin Eva Wisniowski erklärt, für wen es geeignet ist – und was eine gesunde Ernährung ausmacht.

Von Melissa Wienzek

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt in der römisch-katholischen Kirche die 40-tägige Fastenzeit. Einige nehmen das zum Anlass, sich über ihre Ernährung Gedanken zu machen oder gar zu fasten. Aber ist das überhaupt gesund? Und was macht eine gesunde Ernährung aus? Wir haben Diplom-Ökotrophologin Eva Wisniowski (59) gefragt. Sie führt ein Studio für Ernährungsberatung an der Intzestraße.

Ist Fasten gesund?

„Das kann man pauschal nicht sagen, da es unterschiedliche Arten gibt“, sagt Wisniowski. Das typische Heilfasten nach Buchinger sei nicht für jeden geeinet. Vor allem, wer an Herz- und Kreislauferkrankungen, Gicht oder Diabetes leide, sollte nur in Absprache mit seinem Arzt fasten. Das Konzept des Heilfastens sieht vor, komplett auf Nahrung zu verzichten. Das Fasten aktiviert die Zellreinigung. „Das ist die körpereigene Müllabfuhr.“ Wenn der Körper nicht mit dem Verdauen beschäftigt sei, habe er Zeit für die Reinigung. Autophagie nennt sich das. „Das Heilfasten ist übrigens nicht zum Abnehmen geeignet“, betont Wisniowski. Man nehme zwar ab – aber nachher komme alles wieder drauf. Der Jojo-Effekt lässt grüßen. Zudem sei die Gefahr, Muskulatur abzubauen, groß. Tipp: von einem Ökotrophologen beraten lassen.

Der neue Trend heißt Intervallfasten. Was halten Sie davon?

Auch dabei müsse man differenzieren – es komme auf die Methode an. „Das 16/8-Fasten, das jetzt seit zwei Jahren Trend ist, ist eine gute Geschichte“, sagt Wisniowski. Der Plan: 8 Stunden essen, 16 Stunden fasten. „Aber auch während der acht Stunden sollte man vernünftige, pflanzenorientierte Mahlzeiten auswählen.“ Vor allem denjenigen, die sonst abends sehr viel Süßes essen, nütze die Methode – und sie nehmen ab. Wichtig: „Es gibt viele, die den ganzen Tag über snacken. Das ist für den Körper eine Katastrophe. Er braucht Essenspausen.“ Eine gute Variante sei auch das Kurzfasten mit „5/2-Regel“: An 5 Tagen wird gut gegessen, an 2 Tagen nur bis zu 500 kcal. „Die Form des Fastens muss zum Tagesrhythmus, zum Beruf und zur Familie passen. Denn zusammen essen ist eine ganz wichtige Sache für die Familie“, sagt die Ernährungsberaterin. Insgesamt gilt: Man kann lieber das Abendessen weglassen als das Frühstück. Kurzfristiges Fasten helfe gegen Fettleber, beuge Krebs und Diabetes vor.

Wie viel Kilo sollte man in einer Woche überhaupt abnehmen?

„Gesund ist ein halbes Kilo die Woche. Wer viel Sport macht, auch ein Kilo“, sagt Wisniowski.

Was macht gesunde Ernährung aus?

Drei Mahlzeiten, und dabei sattessen, dazwischen nichts – das sei optimal. „Es gibt aber Menschen, die kommen damit nicht aus, da machen wir dann vier oder fünf Mahlzeiten draus, aber zwischen den Mahlzeiten sollten drei Stunden Abstand sein.“ Die Hälfte der Mahlzeiten sollte aus Gemüse und Obst bestehen. Fleisch zwei bis drei Mal die Woche, Fisch zwei Mal. Aber auch die vegetarische Ernährung, die stark auf dem Vormarsch sei, sei eine gesunde Ernährungsweise. Und: ausreichend trinken – 1,5 bis 2 Liter am Tag. Wer fastet, sogar 2 Liter Wasser, Brühe und Tee am Tag.

Ist ein Stück Schokolade erlaubt?

„Als Nachtisch kein Problem, auch von Diabetikern wird das Stück dann übrigens super verstoffwechselt, nur bitte nicht als Zwischenmahlzeit“, sagt die Ökotrophologin.

Welche Rolle spielt Bewegung?

„Eine ganz große“, sagt Wisniowski. „Sie gehört zu unseren Urinstinkten wie Essen und Trinken.“ Gerade in Pandemiezeiten sei die Bewegung an der frischen Luft wichtig: Sie fördere die Durchblutung, den Stoffwechsel, das Immunsystem. Und, auch derzeit im Homeoffice wichtig: ein wenig Krafttraining, um die Muskulatur zu stärken. Die Ernährungsberaterin empfiehlt Work-outs mit Liegestützen, Unterarmstütz und Sit-ups.

Kontakt

Eva Wisniowski (59) betreibt seit 2003 an der Intzestraße ein Studio für Ernährungsberatung. Vorher hat sie Ernährungswissenschaften studiert und bei Lebensmittel-Lieferfirmen gearbeitet.

Kontakt: Studio für Ernährungsberatung und Therapie, Intzestraße 28a, Tel. 38 97 46, E-Mail: info@ernaehrungsberatung-remscheid.de

www.ernaehrungsberatung-remscheid.de

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