Nachruf

Trauer: Fritz Beinersdorf ist tot

Fritz Beinersdorf genoss viel Respekt in Remscheid.
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Fritz Beinersdorf genoss viel Respekt in Remscheid.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Politiker aller demokratischen Ratsfraktionen und Parteien trauern um einen aufrechten Menschen.

Remscheid. Man musste seine Meinung nicht teilen und konnte doch herzlich mit ihm verbunden sein. Fritz Beinersdorf wusste in der Sache zu streiten, ging sein Gegenüber aber niemals persönlich an. Das gilt für viele heute nicht mehr. Fritz Beinersdorf aber war ein Mann mit Charakter. Einer, der in seinem politischen Gegner immer auch den Menschen sah. Am Mittwochabend ist der Remscheider, der die Kommunalpolitik in seiner Heimatstadt über viele Jahre und Jahrzehnte prägte, gestorben.

Die Nachricht sorgt am Freitagmorgen parteiübergreifend für Trauer.

Fritz Beinersdorf kam am 27. September 1946 in Remscheid zu Welt und wuchs in einer Familie mit neun Geschwistern auf. Beim RGA erlernte er den Beruf des Schriftsetzers, später wurde er Destillateur. Sein Herz schlug links.

Reaktion auf Hartz: Mitbegründer der WASG und der Linken in Remscheid

Als Reaktion auf die Hartz-Gesetze der Schröder-Regierung gehörte er zu den Mitbegründern der WASG und der danach entstehenden Partei Die Linke. Über viele Jahre war er Parteivorsitzender, seit 2009 saß er für die Linke als Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt.

Fritz Beinersdorf zeichnete sich darüber hinaus durch ein umfangreiches Wissen über die historischen und politischen Zusammenhänge der Stadtgeschichte aus. Intensiv setzte er sich dafür ein, dass weder die Verbrechen des Nationalsozialismus in Vergessenheit geraten, noch die Menschen, die Widerstand geleistet haben.

Zu Beginn der aktuellen Ratsperiode erkrankte Fritz Beinersdorf an Krebs. Er ging sehr offen damit um und legte sein Ratsmandat vorläufig nieder. Bis zuletzt blieb er zuversichtlich, in die Politik zurückzukehren.

Er war das Gesicht der Linken in Remscheid

„Fritz hat seine politischen Vorstellungen in der Kommunalpolitik stets beharrlich und unerschütterlich verfolgt, was seinen politischen Konkurrenten zwar nicht immer gefiel, ihm aber Respekt und Achtung bei allen demokratischen Fraktionen und Parteien eingebracht hat“, schreibt seine Partei: „Seine politische Haltung und seine daraus resultierende Arbeit für Frieden und gegen Faschismus und Rechtsradikalismus, sein Engagement in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten und in der Friedrich-Wolf-Gesellschaft haben ihn weit über Remscheid hinaus bekannt gemacht. Er war das Gesicht der Linken in Remscheid.“

Als Reaktion auf den Tod von Fritz Beinersdorf hat die Linke ihre für Samstag geplante Tagung zur Gesundheit in Remscheid abgesagt.

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