Werkzeughersteller

Hazet: Das „gallische Dorf“ bleibt dank Innovationen uneinnehmbar

Prof. Horst A. Wessel (l.) und Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (r.) überreichen den Preis an die Hazet-Geschäftsführer Matthias J. Hoffmann und Guido Schmidt (2. v. r.).
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Prof. Horst A. Wessel (l.) und Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (r.) überreichen den Preis an die Hazet-Geschäftsführer Matthias J. Hoffmann und Guido Schmidt (2. v. r.).

Remscheider Werkzeughersteller Hazet erhält Mannesmann-Innovationsauszeichnung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Eine Umschaltknarre, mit der man selbst auf engstem Raum Schrauben anziehen kann, ein Drehmomentschlüssel mit Bluetooth-Verbindung, der die mit ihm ausgeführten Arbeiten automatisch dokumentiert: Dass man selbst seit Jahren oder sogar Jahrzehnten gebräuchliche Werkzeuge noch verbessern kann, beweisen einige Neuheiten des Werkzeugherstellers Hazet aus den vergangenen Jahren. Dafür bekam das Remscheider Unternehmen nun die Reinhard-und-Max-Mannesmann-Auszeichnung für Innovationsleistungen verliehen.

Bereits zum 17. Mal vergab der Förderverein Mannesmann-Haus den Preis, in Erinnerung an die Brüder Mannesmann, die mit dem von ihnen entwickelten Produktionsverfahren für nahtlose Rohre einen entscheidenden Beitrag zu Industrialisierung geleistet hatten. Zuvor hatte eine Jury, zu der unter anderem Techniker, Soziologen und Wirtschaftshistoriker gehörten, unter etwa 20 Vorschlägen den Gewinner ausgewählt.

Innovationen seien die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs der hiesigen Industrie, betonte Prof. Horst A. Wessel als Vorsitzender des Vereins. Die Remscheider seien „sehr findige und kreative Menschen“, die sich gut auf sich verändernde Bedingungen einstellen könnten: „Das Unternehmen Hazet ist dafür ein sehr gutes Beispiel.“

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Ein Gedanke, den Matthias J. Hoffmann, Hazet-Geschäftsführer und fünfte Generation der Inhaberfamilie, gerne aufgriff. Er verglich das Bergische mit dem gallischen Dorf aus den Asterix-Comics: „Wir kämpfen jeden Tag gegen die günstigen Löhne in Asien, subventionierten Stahl und andere – wie wir finden – unfaire Praktiken.“ Innovationen seien deswegen wichtig, „um im weltweiten Wettbewerb Bestand zu haben“.

Dabei achte man sehr konsequent auf die eigene Neuheitenquote, berichtete Hoffmann. Acht bis zehn Prozent des Umsatzes mache man in der Regel mit den jeweiligen Neuheiten des Vorjahres. „Wir müssen so denken“, betonte der Geschäftsführer. „Hazet als Marke und die Menschen, die dahinter stehen, sind ein Leistungsversprechen.“

Der Förderverein Mannesmann-Haus wurde gegründet, um das Vermächtnis des ehemaligen Weltkonzerns Mannesmann zu bewahren. Das Unternehmen mit Wurzeln in Remscheid wurde 2001 nach der Übernahme durch Vodafone zerschlagen.

Verliehen wird der Innovationspreis traditionell im Deutschen Werkzeugmuseum in Remscheid-Hasten. Ein Haus, das „nicht nur für Geschichte, sondern auch für Zukunft steht“, wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in seiner Rede betonte: „Ein Preis für Innovationen ist wie das Anstecken einer Kerze in einem dunkeln Raum: Er zeigt, es geht weiter.“

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