Pandemie

Schülerverkehr: Mehr Busse haben die Stadtwerke nicht

Zu den Stoßzeiten sind die Schulbusse voll. An Abstand ist hier nicht zu denken. Archivfoto: Michael Schütz
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Zu den Stoßzeiten sind die Schulbusse voll. An Abstand ist hier nicht zu denken.

Schulverkehr zu Corona-Zeiten: Eltern sorgen sich um ihre Kinder.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Landesweit sorgen sich Eltern um ihre Kinder, die in Corona-Zeiten mit dem Bus zur Schule fahren. Auch in Remscheid. Werden Schüler sonst nach Klassen oder Jahrgängen separiert, werden sie in den Bussen bunt gemischt. Und an genügend Abstand ist dort erst recht nicht zu denken. Wir klären hier die wichtigsten Fragen rund um das Thema Schulbusse.

Wie gehen die Stadtwerke mit den Sorgen der Eltern um?

„Wir nehmen das Empfinden der Eltern ernst“, sagt Prokurist Armin Freund. Insbesondere seit Beginn des aktuellen Schuljahres beobachte man die Situation aufmerksam. Anfragen dazu habe es bisher aber nur von der Sophie-Scholl-Gesamtschule gegeben, berichtet Freund. Hier stehe man mit der Schule und Elternvertreter in Kontakt. Dabei setzen die Stadtwerke vor allem auf Aufklärung, Information und Transparenz.

Wie schätzen die Stadtwerke das Risiko ein?

Das Infektionsrisiko im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei sehr gering, betont Armin Freund. Zwar sei der sonst übliche Abstand von mindestens 1,50 Meter in Bussen weder vorgeschrieben noch möglich, „aber dafür herrscht uneingeschränkte Maskenpflicht“. Dies reiche als Schutz für die Fahrtzeit aus. Studien würden diesen Eindruck bestätigen. So spricht das Robert-Koch-Institut in einer Veröffentlichung Anfang September davon, dass Verkehrsmittel bei den verfolgbaren Infektionsketten „eine sehr untergeordnete Rolle“ spielen. Von über 50 000 untersuchten Ansteckungen waren nur 90 auf Fahrten in Bussen und Bahnen zurückzuführen.

Wie viele Schüler fahren in Remscheid mit dem Bus?

Rund 7000 Remscheider Schülerinnen und Schüler nehmen jeden Tag den Bus. Dass in Zeiten von Corona verstärkt aufs Eltern-Taxi gesetzt wird, kann Armin Freund nicht feststellen: „Das fällt aus unserer Sicht nicht auf.“ Dies liege aber vermutlich auch an der Wahrnehmung: Fünf Schüler weniger im Bus würden kaum auffallen. Fünf Autos mehr vor der Schule aber schon.

Wie viele Busse werden im Remscheider Schulverkehr eingesetzt? In den Spitzenzeiten morgens seien in der Regel 74 Schulbusse in Remscheid unterwegs, sagt Armin Freund. „Das ist alles, was uns zur Verfügung steht.“ Höchstens in der Werkstatt seien dann noch Fahrzeuge zu finden. Auch beim Personal schöpfen die Stadtwerke ihre Reserven dabei aus. Denn in den sogenannten „Verkehrsspitzen“ setzen sich selbst Mitarbeiter, die sonst in der Verwaltung oder in der Werkstatt der Stadtwerke tätig sind, hinters Steuer. Das sei aber auch schon vor Corona so gewesen.

Reicht das aus Sicht der Stadtwerke aus?

„Die Kapazitäten sind mehr als ausreichend“, sagt Armin Freund. Das hätten auch Zählungen vor Ort bestätigt. So würden zum Beispiel mehr als ein Dutzend Busse am Morgen die Sophie-Scholl-Schule ansteuern. Die Zahl der Fahrgäste, die diese Busse eigentlich transportieren können, liege deutlich höher als die Zahl der Schüler, die sie tatsächlich nutzen. „Die Vorgaben der Hersteller schöpfen wir nicht annähernd aus.“

Was können die Fahrgäste unternehmen?

„Helfen würde es, wenn sich die Schüler besser verteilen“, sagt Armin Freund. Die meisten würden einen der letzten Busse auf ihrer Linie nehmen, um möglichst spät an der Schule anzukommen. „Fährt man etwas früher, erwischt man auch schon mal einen Bus, in dem nur 20 Leute sitzen.“ Thomas Neuhaus, Leiter des städtischen Krisenstabs, rät überdies dazu, wenn möglich, zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule zu kommen. „Und im Moment zur Not auch mit dem Elterntaxi.“

Seit einigen Tagen können Fahrgäste in Remscheid wieder vorn im Bus einsteigen. Die Busse verfügen inzwischen über entsprechende Trennscheiben.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Hintergrund

In einer Veröffentlichung vom 22. April gibt das Land NRW „Hinweise und Verhaltensregeln für die Schülerbeförderung im ÖPNV/Schülerspezialverkehr“. Darin rät man unter anderem, Gedränge beim Ein- und Ausstieg zu vermeiden, nicht während der Fahrt zu essen und die Türöffnungsknöpfe nur zu bedienen, wenn die Tür an der Haltestelle nicht automatisch öffnet. Zudem sollen Berührungen untereinander ebenso vermieden werden wie Kontakt der Hände mit Augen, Nasen und Mund und nach der Ankunft in der Schule zuerst die Hände gewaschen werden.

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