Pandemie

Brief an Senioren nennt falschen Impfbeginn

Am 15. Dezember meldete die Stadt das Impfzentrum einsatzbereit. Nun geht bis zum Impfbeginn eine weitere Woche ins Land. Foto: Michael Schütz
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Am 15. Dezember meldete die Stadt das Impfzentrum einsatzbereit. Nun geht bis zum Impfbeginn eine weitere Woche ins Land.
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Grüne kritisieren erneute Verzögerung – Krisenstab stimmt Lockdown-Verlängerung zu.

Von  Axel Richter

Remscheid. Die Briefe sind verschickt. In getrennten Schreiben, die heute und morgen im Briefkasten landen sollten, rufen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) alle rund 8300 Remscheiderinnen und Remscheider über 80 Jahren dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Und zwar ab dem 1. Februar. Doch der Termin ist bereits wieder obsolet. Das Land hat den Impfbeginn auf den 8. Februar verschoben.

Als Grund für die neuerliche Verzögerung des Impfbeginns gilt die wegen Bauarbeiten verringerte Produktion im Werk der Firma Biontech in Belgien. Vorübergehend wird kein Serum für Erstimpfungen geliefert.

„Das ist natürlich ärgerlich, denn wir verlieren eine weitere Woche in der Pandemiebekämpfung“, sagt Thomas Neuhaus (Grüne), Gesundheitsdezernent und Leiter des Corona-Krisenstabes. Allerdings bleibt es dabei, dass die Menschen ab dem kommenden Montag, 25. Januar, unter Tel. 0800 116 117 01 einen Termin im Impfzentrum in der Sporthalle West vereinbaren können. Ein zweites Schreiben an die Altersgruppe 80 plus soll es deshalb nicht geben.

David Schichel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Remscheider Rat, kritisiert die Verschiebung durch das Land scharf: „Die katastrophale Informationspolitik des Landes und erneute Planungspannen bei den Impfungen führen uns schon wieder in ein Informationschaos. In Windeseile mussten die Kommunen Ende letzten Jahres Impfzentren aufbauen. Seitdem warten die Zentren auf den Start.“

Seit Beginn der Pandemie wurden 3201 Remscheiderinnen und Remscheider positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der Todesfälle blieb am Mittwoch unverändert. Die Situation auf der Intensivstation des Sana-Klinikums nannte Neuhaus am Mittwoch angespannt. Von den Covid-Patienten, die sich in stationärer Behandlung befanden, bedurften 7 der intensivmedizinischen Behandlung.

Krisenstabsleiter will das Virus endlich „rausschmeißen“

Die Verlängerung des Lockdowns, wie zwischen Bund und Ländern vereinbart wurde, trifft auch deshalb auf die Zustimmung des Krisenstabes in Remscheid. Das gelte insbesondere mit Blick auf die Virusmutation. „In Solingen gibt es entsprechende Fälle, in Leverkusen wurde die Mutation bei annähernd 50 Bewohnern eines Altenheimes nachgewiesen. Wir sollten diese Entwicklung ernst nehmen“, sagt Neuhaus.

In Remscheid hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz bei 100 eingependelt. Neuhaus will unter 50 und hält das in Verbindung mit den anstehenden Impfungen auch für möglich. „Wir sind eine Stadt, die es gewohnt ist, stärker als andere zusammenzustehen“, sagt er: „Jetzt gehen wir noch einmal auf den Platz und schmeißen das Virus raus.“

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