Schulen starten in die Prüfungsphase

Coronatests sichern Abiturklausuren - Schüler schreiben in kleinen Gruppen

Schulleiter Rainer Schulz in der Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, die zum Prüfungsraum umfunktioniert wurde. Im Vordergrund der Sessel aus dem Fundus der Theater-AG – der aufsichtführende Lehrer wird sich freuen. Foto: Roland Keusch
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Schulleiter Rainer Schulz in der Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, die zum Prüfungsraum umfunktioniert wurde. Im Vordergrund der Sessel aus dem Fundus der Theater-AG – der aufsichtführende Lehrer wird sich freuen.

Am Freitag starteten die wahrscheinlich wichtigsten Klausuren im Leben eines Schülers: die Abiturprüfungen.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Die Corona-Pandemie erschwert die Prüfungen nun schon das zweite Jahr. Eine erste Bilanz fällt positiv aus. „Wir testen die Schülerinnen und Schüler vor jeder Klausur“, sagt Rainer Schulz, Direktor des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums. Das gehe mittlerweile immer zügiger, „das läuft ratzfatz.“ Die Abiturienten müssten etwas früher zur Klausur erscheinen. Die Zeit, bis das Testergebnis vorliegt, werde für die Formalitäten genutzt.

Wird ein Schüler positiv getestet, müsse er das Schulgelände sofort verlassen und sich einem PCR-Test unterziehen. „Ist der Test positiv, kann der Schüler erst nach zwei Wochen in das Abiturgeschehen einsteigen“, erklärt Schulz. Dann müsse er die Nachschreibetermine im Mai wahrnehmen.

„Ich hatte schon ein bisschen Bammel vor dem Tag.“

Dr. Thomas Giebisch, Leibniz-Gymnasium

Für Klausuren, die viele Schüler mitschreiben – Deutsch oder Englisch –, werden die Aula und die Mensa genutzt, die zum Prüfungsraum umfunktioniert wurden.

Änderungen durch die besondere Situation gebe es in der Auswahl an Themenmöglichkeiten, berichtet Rainer Schulz. So gebe es teilweise mehr Auswahlmöglichkeiten für die Schüler oder die Möglichkeit, dass die Fachlehrer im Vorfeld aus mehr Themen auswählen können. In den Sozialwissenschaften gebe es in diesem Jahr vier Aufgaben, aus denen die Fachkräfte auswählen dürfen. Das habe es so bislang im Fach Mathematik gegeben. „Das wurde jetzt auf zahlreiche Fächer ausgedehnt“, sagt Schulz.

„Dadurch ist der Aufgabenpool größer geworden“, sagt Thomas Benkert, kommissarischer Schulleiter des Röntgen-Gymnasiums. So werde sichergestellt, dass die Aufgaben auch durch die Schüler bearbeitet werden können. „Durch die Pandemie und den Online-Unterricht kann es sein, dass Themen in der Vorbereitung weggefallen sind.“

Am Röntgen-Gymnasium werden die Schüler jeweils am Vortag ihrer Abiturklausuren getestet. „Damit wollen wir den Stress am Prüfungstag minimieren. Die Schüler sind eh schon aufgeregt“, sagt Thomas Benkert. Genutzt für die Klausuren werde das gesamte Atrium-Gebäude der Schule. „Die Gruppen werden sehr klein gehalten.“ Fünf bis acht Schüler werden pro Raum ihre Prüfungen schreiben. Das erfordere mehr Lehrer, die die Klausuraufsicht führen. „Im Notfall bekommen die anderen Jahrgänge einen Studientag“, sagt Benkert.

Auf einen Punkt weist er ganz besonders hin: „Das diesjährige Abitur wird mit dem anderer Jahrgänge vergleichbar sein. Es bietet die gleichen Voraussetzungen für den Lebensweg der Schüler.“

52 Schüler seien am Freitag in das Englisch-Abitur an seiner Schule gestartet, berichtet Dr. Thomas Giebisch, Leiter des Leibniz-Gymnasiums. Aus drei – statt wie sonst nur aus zwei – Klausuren hätten sie am Morgen aussuchen dürfen. „Es läuft alles top“, fasste Giebisch bereits am frühen Vormittag zusammen.

Getestet werden die Schüler am Leibniz-Gymnasium ebenfalls am Vortag ihrer Klausuren. Normalerweise würden sie in der Aula empfangen, in der dann alle Regularien erklärt werden. „Jetzt müssen wir alles sechs Mal erklären, weil wir in sechs Räumen schreiben“, erklärt der Schulleiter. In der Matheklausur übernächste Woche werden sogar acht Räume gebraucht. „Ich habe das halbe Lehrerkollegium für die Aufsicht hier.“ Er sei sehr zufrieden mit dem ersten Prüfungstag, das Konzept habe sich bewährt. „Ich hatte schon ein bisschen Bammel vor dem Tag“, sagt Thomas Giebisch.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Prüfungen

Bis Mittwoch, 5. Mai, laufen die Abiturprüfungen in NRW. Die Nachschreibetermine starten zwei Tage später. Die mündlichen Prüfungen schließen sich dann an die Klausuren an. Auch hier werde es mehr Vorbereitungsräume für die Schüler geben, heißt es von den Schulen.

Kommentar von Alexandra Dulinski

alexandra.dulinski@ rga.de

Dass die Abiturprüfungen trotz der Corona-Pandemie stattfinden, ist wichtig. Zu schwer würde der Ruf eines geschenkten Abiturs auf den Schülerinnen und Schülern lasten. Positiv ist die Nachricht, dass den Schülern mehr Auswahlmöglichkeiten für ihre Klausuren gestellt werden. Der wochenlange Distanzunterricht ist nicht mit Präsenzunterricht gleichzusetzen – und wird seine Spuren hinterlassen haben. Das ein oder andere Thema könnte so hintenübergefallen sein. Die verpflichtenden Corona-Tests am Vortag oder gar am Tag der Prüfung selbst stellen mit Sicherheit eine Doppelbelastung dar. Jeder, der einmal selbst in einer Abitur- oder vergleichbaren Prüfung gesessen hat, wird sich vermutlich gut an die Aufregung und den Stress im Vorfeld erinnern. Dabei mit Sorge auf einen Corona-Test zu blicken, wird nicht zur Entspannung beitragen. Denn immerhin besteht die Gefahr eines positiven Ergebnisses – das einen von der Prüfung ausschließt, für die man wochenlang gelernt hat. Dennoch sind die Tests unerlässlich, gerade wenn viele Schüler an einem Ort zusammenkommen.

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