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In Corona-Zeiten ist die Blutspende noch wichtiger

Am Montag kann wieder jeder zum Lebensretter werden – und sein Blut für andere spenden. Denn jeden Tag werden allein in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland 3500 Blutspenden benötigt. Archivfoto: Roland Keusch
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Am Montag kann wieder jeder zum Lebensretter werden – und sein Blut für andere spenden. Denn jeden Tag werden allein in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland 3500 Blutspenden benötigt.

Marathon von DRK und RGA am 10. August in der Halle Hackenberg.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek 

Herr Harte, warum sollten die Remscheider unbedingt zum Blutspende-Marathon am 10. August in die Halle Hackenberg kommen?

Jörg Harte: Die Corona-Pandemie hat für große Probleme bei der Versorgung von Patienten mit Blut gesorgt. Wie von uns bereits befürchtet, schlägt nun auch das Sommerloch zu – die Ferienzeit sorgt für weitere Einbrüche beim Blutspendeaufkommen. Gerade deshalb haben wir den Blutspende-Marathon Remscheid bewusst in die Ferienzeit gelegt. Der Blutspendedienst ist dringend auf jede Blutspende angewiesen und bittet alle Remscheider am 10. August, beim Blutspende-Marathon eine Blutspende zu leisten. Ein besonderer Appell geht auch an alle, die normalerweise auf sogenannten Firmen-Blutspenden in ihren Unternehmen spenden.

Wie viele Präparate fehlen?

Harte: Seit März fehlen dem DRK-Blutspendedienst West, bedingt durch die Pandemie, schon weit über 35 000 Blutkonserven. Aktuell fehlt es deutlich an ausreichend Blutspenden über alle Blutgruppen hinweg, insbesondere aber 0 Rhesus positiv und 0 Rhesus negativ. Durch die kurze Haltbarkeit bestimmter Blutbestandteile wird regelmäßig Nachschub benötigt. Einige Bestandteile sind nur vier Tage haltbar. Die Corona- und Sommerferienlage hat zur Folge, dass Krankenhäuser nicht alle Blutbestellungen im vollen Umfang erhalten. Gekürzt wird derzeit bei bestimmten Blutgruppen bis zu 25 Prozent.

Bin ich in Corona-Zeiten sicher, wenn ich Blut spende?

Harte: Ja. Wir haben aufgrund der Vorgaben bewusst die Sporthalle Hackenberg für den Blutspende-Marathon ausgewählt. Dort kann man in sehr großzügigen und luftigen Räumen die Veranstaltung umsetzen. Eine Blutspende ist also genauso sicher wie ein Besuch im Supermarkt. Begleitpersonen und Kinder dürfen aus Infektionsschutzgründen unsere Veranstaltungen nicht besuchen. Übrigens: Blutspender werden nicht auf Corona getestet – für die Übertragbarkeit des Virus durch Blut und Blutprodukte gibt es keine Hinweise.

Wie läuft die Blutspende ab?

Harte: Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, den Blutspende-Marathon erstmals ausschließlich für Spender mit einer Terminreservierung anzubieten. Wir möchten Wartezeiten ersparen und dafür sorgen, dass sie sich nicht unnötig lange im Spendenlokal aufhalten müssen. Der Eingang zur Blutspende befindet sich an der Halle 4. Alle Spendenwillige werden gebeten, wenn möglich, einen eigenen Kugelschreiber zu benutzen und eigene Mund-Nasen-Bedeckungen mitzubringen. Wer seine Bedeckung vergessen hat, bekommt von uns eine gestellt.

Gibt es auch etwas zu Essen und zu Trinken?

Harte: In Zeiten von Corona dürfen offene Lebensmittel nur in eingeschränkter Form ausgegeben und vor Ort verköstigt werden. So gibt es bei uns natürlich Kaltgetränke. Nach der Spende erhält jeder Spendenwillige einen Lunch-to-go und ein frisch gebackenes Dinkelbrot der Bäckerei Schmidt’s Backstübchen aus dem Bergischen Land. Ein Rahmenprogramm gibt es dieses Mal nicht.

Wer darf spenden?

Harte: Wer Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und sich gesund fühlen. Zum Blutspendetermin bitte unbedingt den Personalausweis mitbringen. Vor der Blutspende werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert überprüft. Im Labor des Blutspendedienstes folgen Untersuchungen auf Infektionskrankheiten. Jeder Blutspender erhält einen Ausweis mit seiner Blutgruppe. Die eigentliche Blutspende dauert etwa fünf bis zehn Minuten.

Person + Aktion

Jörg Harte: Geboren 1967 im Westerwald, ist Jörg Harte seit 1990 beim DRK-Blutspendedienst West.

Jörg Harte ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit.

Bis 2008 hat er dort als Rettungssanitäter im Entnahmeteam gearbeitet. Seitdem ist Harte Referent für Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Blutspendeveranstaltungen. Er lebt in Ratingen.

Blutspende-Marathon: Montag, 10. August, 13 bis 20 Uhr, Halle Hackenberg, Hackenberger Straße 107. Spende nur mit Termin.

Lebensretter können sich online oder telefonisch registrieren.

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