Mein Blick auf die Woche

Corona: Wo viel Schatten ist, da gibt es auch viel Licht

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    VonStefan Kob
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Mit Impfvordränglern hat das Jahr begonnen, mit Omikron endet es. Die Corona-Pandemie überschattet die anderen Themen des Jahres. Dabei gibt es auch Positives in diesem Jahr 2021. Chefredakteur Stefan M. Kob äußert daher im Wochenkommentar einen Wunsch für das neue Jahr.

Remscheid. Erinnern Sie sich noch an das Wort „Impfvordrängler“? Als im Frühjahr die ersten Spritzen aufgezogen wurden, gerieten diejenigen unter Beschuss, die altersmäßig noch nicht dran waren, aber sich, ob unbedacht oder unverschämt, ihre erste Dosis besorgten. Heute rollt man den Impfwilligen den roten Teppich aus, weil sich eine Minderheit standhaft der Spritze verweigert. Darüber ist das Klima rau geworden, die Gräben zwischen den Lagern werden immer tiefer. Inzwischen versammeln sich auch in Remscheid hunderte Bürger, um gegen die staatlichen Coronamaßnahmen zu protestieren.

Doch wir dürfen uns nicht in einen Modus eines „Immerschlimmerismus“ hineintreiben lassen, wie ihn Zukunftsforscher Daniel Dettling beschreibt. Denn dann besteht die Gefahr, dass wir das Vertrauen und den Mut verlieren, weil wir die vielen positiven Themen schlicht und einfach übersehen. Wie etwa den ersten Meilenstein zum Welterbe Müngstener Brücke. Dass NRW die Brücke als einziges Projekt für den bundesweiten Wettbewerb eingereicht hat, war schon eine kleine Sensation.

Parallel wurde – seltsamerweise ohne Diskussionen im Vorfeld – im Sommer der Müngstener Brückensteig eröffnet, mit dem man kletternd dem Stahlriesen nahe kommt wie nie zuvor. Die Idee des etwas hochtrabend benannten „Skywalk“ könnte ein weiterer Anziehungspunkt werden. Im neuen Jahr wird sich weisen, ob der Fuß- und Radweg unterhalb der Bahngleise realisierbar ist und ob es gelingt, Befürchtungen der Anwohner in Bezug auf eine Touristenschwemme zu entkräften.

Ob Tagestouristen künftig Lennep ansteuern, wird sich am 25. Januar zeigen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig befasst sich dann mit der Frage, ob das Designer-Outlet-Center (DOC) gebaut werden darf oder nicht. Ein Urteil im Sinne der drei privaten Kläger, die gegen das Großprojekt kämpfen, muss aber noch nicht das endgültige Aus für das DOC bedeuten. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) kündigte im RGA-Wocheninterview an, notfalls einen neuen Bebauungsplan für das Center entwickeln zu lassen. Es besteht also weiter die Hoffnung, dass der Publikumsmagnet gebaut wird – selbst wenn das Urteil der Richter in Leipzig dagegen sprechen sollte.

In die Kategorie desaströs fiel 2021 sicher die sogenannte Jahrtausendflut. Aber sie hat bei allem Unheil, die sie auch über Remscheid gebracht hat, wiederum das Beste in uns Menschen nach oben gespült: Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Achtsamkeit, Großzügigkeit. Manchmal bewirken große Krisen das: Wenn Menschen merken, dass eine Gemeinschaft tragen kann, wo der einzelne verloren wäre. Wenn es doch nur gelänge, diesen Geist auf die Corona-Krise zu übertragen, könnten wir mit mehr Zuversicht auf 2022 schauen.

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