Pandemie

Corona: So denken die Remscheider über die neue Luca-App

Bei Luca checken sich Besucher per QR-Code in einer Location ein. Das können aber auch andere Programme. Foto: Christian Beier
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Bei Luca checken sich Besucher per QR-Code in einer Location ein. Das können aber auch andere Programme.

Luca soll die digitale Lösung in der Pandemie werden, vor Ort sieht man das kritisch.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mehr als 25 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App der Bundesregierung runtergeladen, geholfen hat sie kaum. Nun soll Luca die digitale Lösung in der Pandemie sein. Funktionieren kann die Luca-App aber nur, wenn möglichst viele mitmachen, vor allem Gastgeber, also zum Beispiel Gastro- und Kulturbetriebe, und das Gesundheitsamt. Doch vor Ort sehen viele das durchaus kritisch.

Sonja Tewinkel, Kulturmanagerin der Klosterkirche in Lennep, stößt vor allem sauer auf, dass mal wieder etwas als Neuheit verkauft wird, das so oder so ähnlich schon viel länger zur Verfügung steht: „Diese Modelle gibt es doch schon alle“, platzt es spontan aus ihr raus. So sei die App Digital Waiter bereits im Mai letzten Jahres an den Start gegangen. „Weil die Leute schneller denken als die Politik.“

Starte das Programm in der Klosterkirche wieder, derzeit ist das für den 11. April geplant, werde sie eher auf eine solch etablierte Lösung zurückgreifen, sagt Tewinkel: „Ich weiß, dass die Klosterschänke das schon im letzten Jahr genutzt hat.“ Zumal zum Beispiel Digital Waiter, bei der Gäste bestimmten Tischen zugeordnet werden, auch genauer sei als Luca, bei dem der Besucher nur für die gesamte Location eincheckt: „Bei einem Saal, der so groß ist wie unserer, macht es schon einen Unterschied, ob man in Reihe eins oder 16 sitzt.“

Ganz ähnlich sieht das die Mehrzahl der Gastronomen. Man empfehle den Betrieben, das Thema zu prüfen, sagt Thorsten Hellwig, Pressesprecher des Dehoga NRW. Sich aber auf eine App zu versteifen, halte er für wenig sinnvoll: „Wir beschäftigen uns ja schon seit dem ersten Lockdown damit“, sagt Hellwig. Und verweist ebenfalls auf bereits existierende Lösungen wie darfichrein.de oder E-Guest.

Auch Hellwig wundert sich, dass das Thema App jetzt erst in der öffentlichen Diskussion auftaucht: „Was uns ärgert, ist vor allem, dass da in der Vergangenheit so viel versäumt wurde.“ Dass es zum Beispiel eine Schnittstelle zum jeweiligen Gesundheitsamt geben soll, damit die erfassten Daten im Infektionsfall auch schnell genutzt werden können, fordere die Gastronomie bereits seit einem Jahr. „Wir brauchen funktionierende Apps, wie die heißen, ist uns egal.“

Und auch die, die mit den Daten im Infektionsfall arbeiten sollen, sind nicht nur begeistert. Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, hat mit seinem Team gerade die Einführung der Software Sormas gemeistert. „Ich bin für jede digitale Lösung dankbar, wenn sie funktioniert“, sagt er. Doch auch personell müsse eine solche Umstellung machbar sei, was angesichts der Belastung der Mitarbeiter immer schwieriger werde. Bevor das Gesundheitsamt Arbeit in Luca investiere, müsse man sicher wissen, dass das was bringt, sagt Neveling: „Ich werde das erst freischalten, wenn ich sicher bin, dass alles funktioniert.“

Nach der anfänglichen Freude vom Montag heißt es nun: planen, organisieren, nachhaken. Aufgrund der geänderten Coronaschutzverordnung dürfen die städtischen Häuser wieder öffnen – wenn auch eingeschränkt. Wir geben einen Überblick.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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