Medizinerin rät zu individueller Beratung

Erste Kinderärzte impfen 12- bis 15-Jährige

Möglichst viele Jugendliche sollten bis zum Ferienende gegen das Coronavirus geimpft sein. Der Kinderarzt berät. Symbolfoto: Roland Keusch
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Möglichst viele Jugendliche sollten bis zum Ferienende gegen das Coronavirus geimpft sein. Der Kinderarzt berät.

Der Remscheider Krisenstab blickt mit Sorge auf das Ende der Ferien.

Von Axel Richter

Remscheid. Die vierte Welle rollt bereits auf die Remscheider zu. Darin sind sich die Gesundheitsexperten einig und blicken mit einer gewissen Sorge auf das Ende der Sommerferien. Zwar haben die noch gar nicht begonnen, doch gilt die Delta-Variante für Kinder als gefährlich. Deshalb steigen jetzt auch die Kinderärzte ins Impfgeschehen ein. Bis Ferienende sollen von rund 4000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren möglichst viele geimpft sein.

Die Eltern sollten deshalb bereits jetzt den Kontakt zu ihrem Kinderarzt suchen, um sich individuell beraten zu lassen, denn, sagt Dr. Bettina Stiel-Reifenrath: „Natürlich birgt die Impfung ein gewisses Risiko. So wie jede Impfung ein gewisses Risiko birgt. Und Kinder bedürfen des besonderen Schutzes.“ Die Hausärztin mit Praxis in Lennep und Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Remscheid rät deshalb zu einer gewissenhaften Risiko-Nutzen-Analyse. Pauschale Empfehlungen lehnt sie ab. „Es kann nur individuelle Lösungen geben.“

Die Impfreihenfolge legen die Ärzte selbst fest. Dabei folgen sie den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Danach erhalten, wie schon bei den Erwachsenen, zunächst die Kinder und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen einen Termin.

„Es gibt für Panik keinen Anlass, aber die vierte Welle kommt.“

Thomas Neuhaus, Gesundheitsdezernent

Davon gebe es nicht wenige in Remscheid, sagt Thomas Neuhaus (Grüne), Gesundheitsdezernent und Vorsitzender des Corona-Krisenstabes. „Wir haben etliche Kinder mit Lungenerkrankungen, mit Trisomie 21 und anderen Handicaps.“ Der Impfstoff für sie und andere ist bestellt. Wie schnell sie geimpft werden können, hängt davon ab, wie viele Dosen in den nächsten Tagen in Remscheid ankommen. Unterstützt werden die Kinderärzte von den Hausärzten, doch nur die Kinderärzte übernehmen die Beratung.

Die beiden Kinderarztpraxen in Lüttringhausen und Alt-Remscheid, die künftig von der Stadt Remscheid betrieben werden, bieten die Impfung auf jeden Fall selbst an. In den nächsten Tagen werden die Ärzte gezielt auf ihre jungen Patienten beziehungsweise die Eltern zugehen.

Für alle Kinderarztpraxen gilt: Die Impflinge dürfen nicht älter als 15 Jahre sein. Ab 16 Jahren ist eine Impfung im Impfzentrum möglich. Nachdem das Land NRW die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen aufgehoben hat, können sich die Jugendlichen dort selbst um einen Termin bemühen.

Thomas Neuhaus rät dazu. „Es gibt für Panik keinen Anlass, aber die vierte Welle kommt“, sagt er und möchte verhindern, dass die Schulen wie im Jahr zuvor erneut zu Hotspots werden.

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Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Lage in Remscheid finden Sie in unserem Live-Blog.

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