Müllaufkommen auf der Allee gestiegen

Corona lässt die Papierkörbe überquellen

Gestern noch leer: Die Stadt hat zwei dieser orangen Papierkörbe angebracht.Foto: Axel Richter
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Am Montag noch leer: Die Stadt hat zwei dieser orangen Papierkörbe angebracht.

Weil die Menschen nicht mehr in und vor den Imbissen speisen dürfen.

Von Axel Richter

Remscheid. Der matschige Pizzakarton steckt quer im Schlitz des Papierkorbes. Der nächste wirft seinen Abfall deshalb nicht hinein, sondern legt ihn bestenfalls oben drauf. Das Ergebnis beschreibt Wilhelm Göbel, Chef gleichnamigen Tabakgeschäfts auf der oberen Alleestraße, so: „An jedem Mittag fliegt das Zeug hier kreuz und quer und rauf und runter.“

Das war zuweilen schon vor der Corona-Krise so, doch ist das Müllaufkommen auf der Allee noch einmal gestiegen. Warum? In der zweiten Coronawelle ist der Verzehr von Bratwurst, Döner, Pommes und Co. weder in noch in 50 Meter rund um die Imbissbetriebe gestattet.

Zweimal pro Tag werden die Körbe geleert

Also nimmt der Kunde seine Mahlzeit entgegen, entfernt sich vom Imbiss und setzt sich zum Beispiel auf die Bänke, die die Stadt auf der oberen Alleestraße zum „Probesitzen“ hat aufstellen lassen. Nach dem Verzehr läuft er freilich nicht zurück zum Imbiss, sondern versenkt seinen Verpackungsmüll im städtischen Papierkorb. Oder auch daneben.

Wilhelm Göbel mochte dem nicht länger zusehen und rief an: zuerst bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR), dann beim Oberbürgermeister. Ergebnis, laut Tabakhändler Göbel: „Es passiert nichts.“

Doch das stimmt zumindest nicht ganz. In der Bezirksvertretung Alt-Remscheid kündigten die TBR an, im Bereich des Brunnens zwei weitere Papierkörbe anzubringen und entsprachen damit dem Wunsch der Innenstadt-Politiker.

Die Behälter, die die TBR noch auf Lager hatten, sind aus knalloranger Plaste und entsprechen in etwa dem Papierkorbdesign der 70er und 80er Jahre. Allerdings erfüllen sie ihren Zweck und lassen die Zahl der städtischen Entsorgungsmöglichkeiten in der Fußgängerzone auf 32 steigen. „Mehr können wir derzeit nicht tun“, sagt Ulrich Dreesen, der bei TBR den Bereich Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Winterdienst verantwortet.

Zweimal pro Tag sind seine Männer auf der Einkaufsmeile von der Zange bis zum Markt unterwegs, um dem entsorgten Verpackungsmüll der Remscheiderinnen und Remscheider eine Abfuhr zu erteilen. Und das an sechs Tagen in der Woche. Für weitere Leerungsrunden fehlen den TBR die Personalkapazitäten. Außerdem wären solche zusätzlichen Einsätze auch zusätzlich zu bezahlen – über die Müllgebühr von jedem einzelnen Bürger der Stadt.

Die Planungen für die Umgestaltung der Alleestraße sind offenkundig auf dem richtigen Weg. Diesen Eindruck konnte man zumindest bei einer Online-Diskussion im Rahmen der Bürgerbeteiligung am Samstag gewinnen.

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