Corona infiziert auch unsere deutsche Sprache

-
+
-

Von Stefan M. Kob

Über die schlimmen Folgen der Pandemie berichten wir ja seit über 13 Monaten fortwährend im Remscheider General-Anzeiger. Dass Corona aber unsere schöne deutsche Sprache infiziert, ist ein ganz neuer Aspekt. Es gab es schon immer den Versuch, eine banale Sache mittels Fremdworts hochzutraben: „Facility Manager“ klingt eben viel cooler als „Hausmeister“. Klingt interessanter, wollte ich sagen. Und ein „Coffee to go“ lässt sich teurer verkaufen als ein „Kaffee im Pappbecher“. Wir als Medienmenschen sitzen dabei schneller im Glashaus, als man schreiben kann. Da wird aus einem Handzettel ein Flyer, aus dem Winterschlussverkauf ein Sale – auch weil es in der Überschrift einfach weniger kostbaren Platz frisst. Doch dann kam Corona, und glücklicherweise ja auch das Vakzin. Das nutzen Journalisten – auch wir – seitdem sehr gerne, weil man nicht dreimal hintereinander Impfstoff schreiben mag. Doch gegen den besonders gefährlichen britischen Denglisch-Virus wirkt keine Medizin. Shutdown, Lockdown, Homeschooling, Distant learning, Click and Collect oder Meet – die Sprachvirusvarianten sind extrem ansteckend. Ich höre schon den Einwand: Gab es schon immer. Stimmt. Niemand würde heute ein Laptop noch als Klapprechner bezeichnen oder ein T-Shirt als Baumwollunterhemd. Umgekehrt gibt’s die Wortausleihe ohne Rückgabe allerdings auch. Zum Beispiel heißt der „Kindergarten“ auch in England und Amerika so, weil ihn ein Deutscher namens Friedrich Fröbel erfunden hat. Schade nur, dass wir das schöne Wort inzwischen selbst fast schon abgeschafft haben für Kindertagesstätte und Kita. Und das ganz ohne pandemische Not.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof

Kommentare