Lüttringhausen

Corona in der JVA: Hafthaus wird zur Quarantänestation

Kein Umschluss, kein Hofgang, keine Arbeit, kein Sport: Die Insassen der Justizvollzugsanstalt müssen in ihren Zellen bleiben. Foto: Michael Sieber
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Kein Umschluss, kein Hofgang, keine Arbeit, kein Sport: Die Insassen der Justizvollzugsanstalt müssen in ihren Zellen bleiben.
  • Axel Richter
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62 JVA-Insassen sind zurzeit mit dem Coronavirus infiziert. Für rund 400 Gefangene hat das spürbare Folgen.

Remscheid. Lange hatte das Gefängnis das Virus außerhalb seiner Mauern gehalten. Das hat sich geändert. 62 Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen sind aktuell mit Corona infiziert. Das komplette Hafthaus im geschlossenen Vollzug wurde daraufhin zur Quarantänezone. Die rund 400 Insassen müssen in ihren Zellen bleiben. Umschluss, Hofgang, Sport und Arbeit – alles ist gestrichen.

„Die Vorstellung, dass es bei uns zu keinen Infektionsfällen kommen würde, ist angesichts des allgemeinen Infektionsgeschehens natürlich unrealistisch“, sagt Gefängnisleiterin Katja Grafweg. Von dem massiven Ausbruch war sie dennoch überrascht. Bislang war es in den zwei Coronajahren nur zu wenigen Fällen kurz vor Weihnachten gekommen. Die Quarantänestation mit maximal 16 Krankenbetten war damit nicht ausgelastet.

Wie das Virus nun erneut ins Gefängnis gelangte, ließ sich nicht klären. Die überwiegende Mehrheit der Vollzugsbeamten ist geimpft beziehungsweise geboostert. Die wenigen, die sich nicht impfen ließen, müssen sich täglich testen lassen. Besucherinnen und Besucher müssen zweimal geimpft und getestet beziehungsweise geboostert sein. Nur kleine Kinder brauchten bislang keinerlei Nachweis.

Bei einem Häftling, der ins Krankenhaus verlegt werden sollte, wurde die Infektion als erstes festgestellt. Ein nachfolgender Pooltest zeigte dann, dass weit mehr Häftlinge positiv sind. Alle zeigen leichte Krankheitsverläufe, einige auch gar keine Krankheitssymptome.

Die Folgen der Isolierung spüren dagegen alle 400 Häftlinge im geschlossenen Vollzug. Dass das auf Dauer nicht gut gehen würde, war Katja Grafweg bewusst. „Wir können die Männer nicht 24 Stunden auf dem Haftraum lassen“, sagt die Juristin. „Die Männer brauchen frische Luft, wenigstens einmal am Tag.“ Aktuell arbeiten ihre Beamten deshalb an einer Regelung für den Hofgang. Dazu erhielt jeder, der das wollte, einen Fernseher auf den Haftraum. Mandalas, Sudokus und andere Spiele sollen helfen, die Langeweile zu vertreiben. Die Vollzugsbeamten übernahmen derweil Aufgaben, die eigentlich die Insassen zu erledigen haben: Essen kochen, austeilen, Wäsche waschen, die Höfe reinigen. Immerhin: Das Virus scheint sich nicht weiter verbreitet zu haben. Am Montag will das Gefängnis deshalb zum Normalbetrieb zurückkehren.

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