Bühne

Compagnie entfacht ein Tanz-Feuerwerk

Die Compagnie Illicite Bayonne verzichtete auf klassische Kostüme. Stattdessen: blanke Sohlen und hautfarbene Anzüge. Foto: Roland Keusch
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Die Compagnie Illicite Bayonne verzichtete auf klassische Kostüme. Stattdessen: blanke Sohlen und hautfarbene Anzüge.

Ensemble Illicite Bayonne im Teo Otto Theater.

Von Elisabeth Erbe

Das französische Ensemble Compagnie Illicite Bayonne zeigte am Donnerstagabend im Teo Otto Theater ein bildhaft-sinnliches Tanztheater. Fliegende Körper, befreiende Arme, gebückte Haltung und Überwindung der Schwerkraft charakterisierten die tänzerische Perfektion.

Das 2015 von Fábio Lopez gegründete Ballett-Ensemble folgt der ästhetischen Linie von David Dawson, Hans van Manen, Jean-Christophe Maillot und Thierry Malandain. Die Tänzer reisten drei Tage vorher nach Remscheid. Cristina Pereira hatte vorab mit acht Remscheiderinnen einen fünfminütigen Auftakt eingeübt, der beim Publikum gut ankam. Danach folgte ein atemberaubendes Tanzspektakel.

Mit dem Stück „Uprise“ schuf Choreograph Miguel Ramalho ein Feuerwerk aus leidenschaftlichem Tanz und tiefgreifender Musik (Kangding Ray, Henryk Mikolaj Gorecki). Nebel sorgte für eine besondere Atmosphäre. Gesichter und Konturen traten in den Hintergrund, im Fokus lag die Bewegung.

Der künstlerische Leiter Fábio Lopez verzichtete beim Modern Dance auf klassische Kostüme. Die Tänzer bewegten sich auf blanker Sohle und in hautfarbenen Anzügen, die Nacktheit vortäuschen sollten. Einer kroch vor sich hin, der andere schien in sich gefangen und der dritte tanzte in Freiheit. Die Debatte über die Gesellschaft wurde hervorragend dargestellt. Die beiden Tänzer bestachen, abwechselnd Anziehung und Abstoßung suggerierend, in einem packenden Gegen- und Miteinander.

Ein Raum der Schwerelosigkeit beim klassischen Ballett

Erschien das Schild „Silence“ auf der Bühne, hielt sich ein Tänzer die Ohren zu und sackte zu Boden. Freude, Trauer, Wut, Leben und Tod wurden im Wechsel dargestellt. Bei „Crying after midnight“ zeigten die Tänzer ihr Können im klassischen Ballett. „Von der ersten Klaviernote an werden wir in eine andere Welt transportiert, in einen Raum der Schwerelosigkeit“, erklärte Lopez das Stück. Mit Musik von Frédéric Chopin entstand eine beschwingte Dynamik zwischen dem Solopaar. Virtuos markierte Hebefiguren folgten dem klassischen Pas de deux.

Als drittes Stück „Cage of God“ hatte Fábio Lopez die Idee eines abstrakten Gefängnisses, das in blutrotes Licht getränkt wurde. Dabei lastete die „Sünde“ schwer, die Tänzer tanzten gebückt, gebeutelt, kniend, liefen weg und traten gleichzeitig auf der Stelle.

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