Klosterkirche

Comedian will als Fruchtfliege wiedergeboren werden

Hennes Bender steckte mit seiner positiven Einstellung auf die aktuelle Lage in der Welt sein Publikum an. Foto: Roland Keusch
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Hennes Bender steckte mit seiner positiven Einstellung auf die aktuelle Lage in der Welt sein Publikum an.

Hennes Bender spielte vor 30 Gästen in der Klosterkirche.

Von Elisabeth Erbe

Remscheid. „Ich hab nur zwei Hände“ heißt sein Programm. Hennes Bender gastierte am Mittwochabend in der Klosterkirche und präsentierte sich nachdenklich. Die Corona-Pause machte ihm und vielen anderen Künstlern zu schaffen. „Ich bin wirklich froh, hier sein zu dürfen“, sagte er, „aber auch weil meine Frau in den Wechseljahren ist“. Ihre ständigen Stimmungsschwankungen machen ihm sehr zu schaffen. „Wir sind seit 26 Jahren zusammen. Im Moment hab ich das Gefühl, mit einem Borderline Collie zusammen zu sein“, lästerte er.

Aber auch die Männer blieben nicht verschont. Hennes Bender schwankte zwischen Komik und Schwermut. „Ich mach mir Gedanken, was ich in den letzten Jahren falsch gemacht habe. Früher war ich berühmter. Da war ich viel im Fernsehen, jetzt öfters im Radio“, verriet der Comedian und fragte sich, ob sein beruflicher Höhepunkt vorbei ist, während andere Comedians eine eigene Fernsehshow bekommen.

Leider waren in der Klosterkirche viele Plätze frei geblieben. Es kamen maximal 30 Gäste. Doch Bender ist nicht kleinzukriegen – zumindest nicht im übertragenen Sinne. Der 1,62 Meter große Komiker ist trotz aller Nachrichten dankbar. „Ja, Maskenpflicht ist nervig, aber man kann sich auch anstellen. Man muss eben alles in Relation sehen“, sagte er im Hinblick auf die aktuelle politische Lage. Und mit dieser positiven Einstellung konnte er die Besucher anstecken.

Er lacht genauso gerne über andere wie über sich selbst

Immer wieder wich er von seinem Programm ab und plauderte mit den Gästen übers Bergische Land, das Heimatlied und die Arroganz der Elberfelder. Hennes Bender lacht gerne über andere, kann sich auch über sich selbst lustig machen. Er schrumpft, die Ohren wachsen aber weiter. „Wie sieht das denn aus?“, fragte er.

Am liebsten würde er als Frau wieder geboren werden, „oder als Fruchtfliege. Die muss sich keine Sorgen machen. Sie lebt im Hier und Jetzt“, sinnierte er und nimmt diese Einstellung als Lebensmotto auf. „Ich möchte das Leben genießen“, nahm er sich vor, „denn wir jammern auf höchstem Niveau“. Und das Publikum stimmte ihm zu und schenkte Applaus.

Zum Abschluss fragte er, welchen Gag sich das Publikum wünscht. „Freddy Mercury“, rief jemand laut. „Nein, den mach ich nicht“, sagte er und schlüpfte lieber in ein hautenges Meerjungfrau-Kostüm und sang als Arielle ein Abschiedslied.

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