Comedian Ingolf Lück nahm sein Publikum auf eine Zeitreise mit

Künstler trat in ausverkaufter Klosterkirche auf und unterhielt die Zuhörer bestens – Er weckte Erinnerungen an die Kindheit

Von Monika Meurs

Lennep. „Sehr erfreut“ – getreu dem Titel seiner Comedy-Tour 2022 war dies auch schnell beim Publikum Programm: Ingolf Lück gastierte im Kulturzentrum Klosterkirche vor einem ausverkauften Haus.

Mit bester Laune sowie einer gehörigen Portion Selbstironie nahm er sich selbst, das Leben und seine Tücken nicht nur unter die Lupe, sondern auch aufs Korn. Spartanisch in Szene gesetzt– nur mit Tisch und Stuhl ausgerüstet – nahm ein erfrischend hemdsärmeliger Ingolf Lück in Wohlfühl-Pulli und Turnschuhen pointiert die Bühne ein. Alle Aufmerksamkeit lag auf dem deutschen Schauspieler, Moderator und Komiker, der 2018 Gewinner der RTL-Show „Let´s Dance“ war.

Sechs Jahre nach „Ach Lück mich doch“ steht er jetzt mit seinem Programm „Sehr erfreut! Die Comedy Tour 2022“ auf den Kabarettbühnen. Und er hielt Wort: Es sollte laut Ankündigung verbal ausgeteilt werden. So blieben weder Kindheitserinnerungen, das Alter im Allgemeinen, skurrile Modeerscheinungen noch der Umgang mit potenziellen Schwiegersöhnen oder tiefe Geheimnisse seiner Geburtsstadt Bielefeld verschont.

Mit viel Wortwitz kramte Lück Dinge aus vergangenen Zeiten hervor, die alle Zuhörer wohl aus eigener Erfahrung auf irgendeine Weise geteilt haben; zumindest ließen die Publikumsreaktionen auf seine humoristischen Ausführungen darauf schließen. Angefangen vom Bobby-Car über den guten alten Tintenfüller, den er „genüsslich ausgesaugt hatte“, und dem illegalen Konsum von Kaugummi bis hin zur Fahrradprüfung, diversen Sandkasten-Bekanntschaften und dem legendären Bonanza-Rad. Viele Schmunzler und Lacher aus dem Zuschauerraum waren die Reaktion der mitunter scharfen, ironischen, aber stets charmant verpackten Analysen über das Leben, das Universum und allem anderen. Das Publikum hing an den Lippen des herrlich unkonventionellen Akteurs, der wie auf einem virtuellen Sofa saß und Wohnzimmer-Atmosphäre verbreitete, indem er einfach zwanglos drauflos plauderte. Auch eine Kunst.

„Nein, ich bin nicht alt; ich bin höchstens Vintage,“ so der im April 1958 geborene Tausendsassa, der vielen auch noch von der ARD-Musiksendung „Formel eins“ bekannt ist. Und er warf genauso rasant ein direktes, wortgewandt verpacktes Licht auf die sich derzeit so schnell drehende Zeit und die manchmal absurden Wendungen und Fragen, die sie mit sich bringt. Zum Beispiel warum alles so ökologisch sein muss, dass er als Veganer einmal in der Woche am liebsten Wurstsalat essen würde, und was passiert, wenn einem die Tochter den ersten Freund vorstellt. „Der Mann ist ein Jäger, das evolutioniert sich auch nicht weg.“ Der beste Lohn, den es für einen Künstler im Rampenlicht gibt: großer Applaus. Den hatte sich Ingolf Lück redlich verdient.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt

Kommentare