Rotationstheater

Comedian erklärt: So wurde ich „König von England“

Christian Schulte-Loh gastierte mit seinem Solo-Programm „Halleluja, ich bin der König von England“ im Rotationstheater. Foto: Roland Keusch
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Christian Schulte-Loh gastierte mit seinem Solo-Programm „Halleluja, ich bin der König von England“ im Rotationstheater.

Exportschlager Christian Schulte-Loh im Rotationstheater – Am Ende kennen sich Künstler und Gäste mit Namen.

Von Dela Kirchner

Remscheid. Vom deutschen Stand-up-Comedian in England zum Brexit-Experten im Fernsehen – eine steile Karriereleiter hat Christian Schulte-Loh in den vergangenen Jahren erklommen. Und gefragt sind seine Talente auf beiden Seiten, in Deutschland wie auch in England. Seine Erklärung dafür? „Markus Lanz zum Beispiel benötigt jeden Abend jemanden zum Auflockern der Runde, daher war dann ich dabei.“

„Dies ist vermutlich die kleinste Solo-Show, die ich je gespielt habe.“

Christian Schulte-Loh

Aufgrund der angespannten Corona-Situation kamen am Freitagabend nur wenige Besucher zu seiner Stand-up-Show ins Rotationstheater nach Lennep. Der Künstler hätte an diesem äußerst kurzweiligen Abend deutlich mehr Zuschauer verdient.

„Dies ist vermutlich die kleinste Solo-Show, die ich je gespielt habe“, sagte Christian Schulte-Loh dennoch gut gelaunt und amüsiert. „Ihr 12 klingt wie 20!“, attestierte er seinem Lenneper Publikum. Künstler und Gäste genossen sichtlich die sehr familiäre Atmosphäre – zum Ende hin kannten sich nahezu alle Anwesenden mit Namen.

In England ist der Comedian sehr gefragt. Perfektes Englisch ist laut seiner Erfahrung aber keine zwingende Voraussetzung dafür, um dort Karriere zu machen, erklärte er. Gefunden hat er den englischen Humor im Alltag drüben auf der Insel – und sich dazu aufgemacht, das Königreich über Auftritte in kleinen englischen Clubs nach und nach zu übernehmen.

Schulte-Loh, der nach eigenen Angaben ein hässliches Kind war („Also hässlich für ein deutsches Kind, hübsch für ein englisches Kind“) kam im Laufe des Abends zu dem Schluss, dass die eigene Herkunft prägend bleibt, egal, wie lange man im Ausland lebt. „Ich werde in beiden Ländern ein wenig zur Seite geschubst und habe dadurch ein kleines Identitätsproblem.“ Ein wesentlicher Unterschied bei den Auftritten: „In England sollen die Zwischenrufe lustiger sein als der Comedian, während es in Deutschland bei Zwischenrufen um Fakten geht.“

Eines vereint beide Länder dennoch: Es sind die kleinen Schlachten im Leben, die das Material für abendfüllende Programme liefern. Überhaupt Schlachten: Die Engländer fürchten nichts mehr als einen dritten Weltkrieg, während wir Deutschen bei dem Thema ja eher entspannt seien. „Ob und wann so ein Weltkrieg anfängt, entscheiden ja auch immer noch wir Deutschen.“

Dafür ist für Schulze-Loh die irrationale Angst der Deutschen vor Schimmel hinsichtlich des Zustandes der meisten englischen Badezimmer eher ein Grund zum Schmunzeln. Hier gelte „der Deutsche Dreisatz: Schimmel – Asthma – Tod“.

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