Mattheystraße

„Club Z“ soll Talentschuppen werden

Alles ist perfekt eingerichtet für Konzertabende in intimer Atmosphäre: der Clubraum unter der Bar „Zicke“ in der Mattheystraße 4. Fotos: Michael Schütz
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Alles ist perfekt eingerichtet für Konzertabende in intimer Atmosphäre: der Clubraum unter der Bar „Zicke“ in der Mattheystraße 4.
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Traum wird wahr: Stefan Adler lädt im Keller einer Cocktailbar zu Konzerten ein.

Von Andreas Weber

Ein neuer Live-Club hat in Remscheids Innenstadt eröffnet. Mit dem „Z“ im Keller der Cocktailbar „Zicke“ legt sich Stefan Karol Adler stramm ins Zeug. Ein mutiger Schritt in Zeiten, in denen mehr Konzertsäle schließen als aufmachen. Das „Z“ in der Mattheystraße 4 ist eine bemerkenswerte Event-Location geworden. „Klein, eng, aber sehr gemütlich“, verspricht der 52-jährige Veranstalter. 50 Besucher passen maximal in den Souterrain-Raum.

Schwarze Vorhänge sorgen für eine Abtrennung zur noch vorhandenen und bisweilen genutzten Kegelbahn. Davor stehen ein paar Sitzmöbel, eine Theke mit Ausschank, Stehtische und eine Bühne. Letztere ist das Werk des Betreibers. Im September 2017 hat er sich einen Monat Zeit genommen, ausgeräumt und Gig-Atmosphäre geschaffen. Am 10. Oktober feierte Adler Eröffnung.

„Junge Musiker wollen sich zeigen. Bei mir können sie das.“
Stefan Adler, Veranstalter

Alles ist seither bereit für Konzerte: Das mit schwarzem Teppich verkleidete und selbst gezimmerte Bühnenpodest steht, das Equipment ist vorhanden, Tontechnik, Beschallung und Licht sind an die Steckdosen angeschlossen. Einstöpseln – und fertig. „Ich habe mir einen Traum erfüllt“, sagt der gebürtige Pole, der 1989 aus Oberschlesien nach Remscheid kam, hier heimisch wurde und eine Familie gründete. Der CNC-Programmierer ist seit seinem 16. Lebensjahr passionierter Musiker und als Schlagzeuger heute semi-professionell unterwegs.

Erfüllt sich mit dem „Z“ einen Traum: Veranstalter Stefan Adler.

Die Liste seiner Projekte ist lang. Federführend nennt er die „Wild Dudes“. Adler hat die vierköpfige Band ins Leben gerufen, geprägt vom Rock der 70er und 80er Jahre, mit eigenem Material, stilistisch eine Mischung aus „Linkin Park und Led Zeppelin“, wie er sagt. Unterwegs ist er auch mit mehreren Tribute-Bands, die sich Abba, Smokie, Rod Stewart und Cher widmen. Herzblut steckt Adler in „Ptakato Deluxe“, ein Trio mit dem Solinger Sänger und Gitarristen Christoph „Ptak“ Wróbel und dem Duisburger Bassisten Thomas Heusner, das polnische Hits in einem neuen Gewand präsentiert und zumeist die eigenen Landsleute anspricht.

Stefan Karol Adler weiß, wie unendlich frustrierend es sein kann, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Die Auswüchse eines begrenzten Marktes mit zu vielen Bands, die live spielen möchten, verurteilt er aufs Schärfste. „Pay to play“, Bands Geld abzuknöpfen, damit sie live vor Publikum spielen können, empfindet er als Ausbeutung. „Das ist eine Beleidigung für die Musiker.“ Im „Z“ ist es anders. Zahlen kann der Veranstalter nur wenig bis gar nichts, aber zumindest erhält der Nachwuchs etwas abseits der Hindenburgstraße – direkt gegenüber der Rückseite der AOK – eine kostenlose Chance. „Junge Musiker wollen sich zeigen. Bei mir können sie das“, verspricht er, ein Talentschuppen zu werden.

Stefan Karol Adler betreibt das „Z“ als Untermieter von der „Zicke“-Wirtin Aldona Bartosik. Einmal wöchentlich, entweder freitags oder samstags, wird der Keller muckelig geheizt. Jeden ersten Freitag im Monat ist Jam-Session. Regelmäßig lässt das Miteinander fremder Musiker Adlers Herz höher schlagen.

„Da kommen die tollsten Sachen raus, wenn die Jungen mit den alten Hasen jammen.“ Improvisation ist die hohe Schule. „Die macht den Künstler aus.“ Verdienen kann er mit dem „Z“ nichts, will er auch nicht. „Hier steckt einfach meine Musikerseele drin.“ Unterstützung erhält er von seinem Sohn Sebastian, Informatikstudent und als Drummer und Elektronik-Keyboarder unterwegs.

LIVEMUSIK IM „Z EVENTS LOCATION“

TERMINE Im „Z“, Mattheystraße 4 (Abzweig von der Hindenburgstraße, gegenüber der AOK) stehen in den kommenden Wochen folgende Live-Termine an: Am Samstag, 27. Januar (19 Uhr) ist Offene Bühne, am Freitag, 2. Februar (19 Uhr), eine Jam-Session angesagt. Am Samstag, 3. Februar (19 Uhr), schickt das „Z“ seine Besucher zurück ins Mittelalter. Für einen folkigen Abend voller akustischer, tanzbarer Musik stehen die drei Formationen „Vollbard“, „Habenichtse“ und „Talentfrey“. Der Eintritt kostet sechs Euro im Vorverkauf (Abendkasse: 8 Euro). Für Samstag, 10. März (19 Uhr), haben sich The Roan River Project mit dem Singer-/Songwriter Taylor Shore angesagt. KONTAKT Für Anfragen kann man den Remscheider Verantalter Stefan Adler unter der Tel: 0176-8020 3838 erreichen. Das „Z“ ist mit einem Facebook-Auftritt im Internet vertreten, der alle aktuelle Daten auflistet.

Die ersten drei Monate sind sehr ordentlich angelaufen. „Die Mundpropaganda funktioniert“, stellt Adler fest. Zeit, das „Z“ zu entwickeln, bringt er mit. „Ich bin von Natur hartnäckig. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das auch durch.“

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