Stadt entwickelt Verkehrskonzept

City in Remscheid soll autoärmer und verkehrsberuhigter werden

Unübersichtlich: Auch die Fastenrathstraße soll umgestaltet werden.
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Unübersichtlich: Auch die Fastenrathstraße soll umgestaltet werden.

Wer mit dem Auto in der Innenstadt unterwegs ist, wird sich vermutlich in einigen Jahren an neue Regeln gewöhnen müssen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Dazu könnten zusätzliche Tempolimits, weitere Zebrastreifen und veränderte Straßenführungen ebenso gehören wie mehr Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer. Remscheid verordnet sich ein neues Verkehrskonzept – mit einer klaren Ausrichtung, wie Baudezernent Peter Heinze berichtet: „Die Innenstadt soll verkehrsberuhigter und autoärmer werden.“

Dabei nehmen die Planer ganz unterschiedliche Straßenzüge rund um die Allee ins Visier, die bereits beim Revitalisierungsprogramm 2014 auf der Sanierungsliste standen. „Unter anderem stellt sich die Frage, wie die Fastenrath- und Hochstraße neu gestaltet werden können“, nennt Peter Heinze Beispiele. Bei Voruntersuchungen für das Sanierungsgebiet Alleestraße habe sich gezeigt, dass es an manchen Stellen ein Überangebot an Stellplätzen für Pkw gebe.

„Schon bei der bisherigen Bürgerbeteiligung sind viele Ideen eingegangen.“

Nikita Brilovics, Verkehrsplaner

„Sie wurden gar nicht oder nur selten genutzt, wie eine Analyse ergeben hat. Dies mag auch daran liegen, dass es in der Innenstadt diverse Parkhäuser gibt“, berichtet der Dezernent, der die Frage aufwirft, wie „ungenutzter Parkraum genutzt werden kann“. Nicht nur bei diesem Themenkomplex sind interessierte Remscheiderinnen und Remscheider gefragt. Die Stadt, die bei dem neuen Verkehrskonzept mit dem Dortmunder Fachbüro Planersocietät zusammenarbeitet, setze auf direkte Bürgerbeteiligung.

Vor einigen Wochen stand dazu eine Befragung von über 500 Passanten an, die Angaben zum Zweck ihres des Innenstadtbesuchs machten und Verbesserungsvorschläge unterbreiten konnten. Zudem startete die Verwaltung eine Ideenbörse im Internet und lud Interessierte zu einem digitalen Dialog ein.

Es geht bei all dem auch darum, dass sich Remscheid auf neue Mobilitätsformen einstellt, etwa Carsharing oder Elektromobilität. Und: Die Bedürfnisse aller Bevölkerungs- und Altersgruppen sollen berücksichtigt werden.

Gesichtspunkte sind dabei Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und Sicherheit im öffentlichen Verkehrsraum. Vor diesem Hintergrund wollen sich die Planer auch mit der Freiheitstraße auseinandersetzen als Hauptverkehrsader in Remscheid, die ein starkes Aufkommen an Pkw verzeichnet. „Aber es geht uns eben auch um die Nebenzüge der Alleestraße, wie die Mandt- oder die Wiedenhofstraße. Auch die Scharffstraße haben wir im Fokus“, berichtet Baudezernent Peter Heinze.

Demnächst wird es mit Stadtplanerin Christina Kutschaty einen Rundgang geben, der zu den Nebenarmen der Alleestraße führt: „Wer möchte, kann daran teilnehmen und uns seine Anregungen mit auf den weiteren Weg geben“, fordert Peter Heinze zum Mitmachen auf. Wie Nikita Brilovics, Verkehrsplaner der Stadt Remscheid, hinzufügt, werde der „Planungsspaziergang“ im August stattfinden. Der genaue Termin stehe aber noch nicht fest. „Schon bei der bisherigen Bürgerbeteiligung sind viele Ideen eingegangen. Der Rundgang ist eine weitere Gelegenheit, Anregungen zu geben,“ berichtet er.

Es geht auch darum, Lärm und Luftverschmutzung zu vermeiden

Diese sollen bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden. Sie sollen auch Handlungsoptionen gegen die negativenEffektevonMobilität,wie Lärm und Luftverschmutzung, aufzeigen. Nicht umsonst soll die Innenstadt „verkehrsberuhigter und autoärmer“ werden, wie es Peter Heinze beschreibt

Informationen im Internet

Wer sich für das neue Verkehrskonzept interessiert, erfährt bei der Stadt Remscheid im Internet Näheres. Unter anderem ist dabei auch ein Zwischenbericht vom Dortmunder Fachbüro Planersocietät an die Bezirksvertretung Alt-Remscheid einsehbar, in dem Stärken und Schwächen der Innenstadt vorgestellt werden.

Zukunft Alleestraße: 239 Bürger beteiligen sich online

Aktuelle Informationen gibt es online unter: www.rs-innenstadt-mobil.de

Standpunkt von Frank Michalczak: Umsetzung muss folgen

frank.michalczak@rga.de

Es ist nun acht Jahre her, dass der Stadtrat das Revitalisierungsprogramm für die Innenstadt verabschiedet hat. Es umfasste über 30 Einzelmaßnahmen, wozu auch Umbauten auf diversen Seitenarmen der Alleestraße zählten. Geschehen ist seither aber so gut wie nichts. Nun soll ein neues Verkehrskonzept für einen neuen Schub sorgen. Dass Fußgängern und Radfahrern mehr Raum gegeben werden soll und dass die Innenstadt autoärmer wird, wie es Dezernent Peter Heinze formuliert, ist zukunftsweisend. Und es macht Sinn, bei der Ideensuche die Remscheiderinnen und Remscheider einzubinden.

Denn wer kann besser beurteilen, wo Handlungsbedarf besteht als jene, die oftmals täglich in der City unterwegs sind? Aber: Die besten Ideen nutzen nichts, wenn nicht die Umsetzung folgt. Ansonsten gäbe es mal wieder ein tolles Konzept, aber keine sichtbaren Veränderungen. Die Erwartungen, die jetzt geweckt werden, dürfen die Verantwortlichen nicht enttäuschen.

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