Landtagswahl NRW 2022

Christina Kutschaty könnte First Lady in NRW werden

Christina Kutschaty könnte First Lady werden.
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Christina Kutschaty könnte First Lady werden.
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Mitarbeiterin der Stadtverwaltung will Planerin bleiben.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Remscheids Stadtplanerin könnte First Lady in Nordrhein-Westfalen werden: Christina Kutschaty, Ehefrau des SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty, sieht dieser Aufgabe gelassen entgegen, wie sie sagt. „Für mich steht jedenfalls fest, dass ich weiter arbeiten will“, erklärt die 52-Jährige, die seit 2019 im Rathaus beschäftigt ist.

Dort ist sie mit wesentlichen Themen der Stadtentwicklung betraut. Das Spektrum reicht von Bauleitplänen über die Perspektiven für die Alleestraße bis hin zu einer „zukunftsfähigen Verkehrsplanung“, die sie als Beispiel anführt. Eine weitere Aufgabe sei die Neukonzeption für die Flächen des Designer Outlet Centers in Lennep, das nach zwei Gerichtsurteilen zu den Akten gelegt werden musste. Dabei sehe sie sich als „Cheforganisatorin“, wie sie sagt. „Um die Themen kümmere ich mich ja nicht allein, sondern mein gesamtes Team“, hebt sie hervor.
Landtagswahl 2022 in Remscheid: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

Klar sei, dass sie in Düsseldorf auch Repräsentationsaufgaben übernehmen werde, sollte ihr Mann NRW-Ministerpräsident werden. „Es wird sich zeigen, wie viel Zeit dies in Anspruch nimmt. Ein Fulltime-Job ist dies aber ganz sicher nicht“, erläutert die Stadtplanerin. Dabei könne sie auf Erfahrungen zurückgreifen. „Mein Mann hatte ja bereits ein Regierungsamt.“ Sie war an seiner Seite, als er in der damaligen rot-grünen Landesregierung zwischen 2010 und 2017 NRW-Justizminister war. 2018 avancierte Kutschaty zum SPD-Fraktionschef im Landtag, 2021 wurde er zusätzlich Vorsitzender der Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen.

Seit über 30 Jahren sind die beiden ein Paar und haben drei Kinder im Alter von 25, 21 und 15 Jahren. Die Familie lebt in Essen. Von dort pendelt Christina Kutschaty nach Remscheid und ihr Mann nach Düsseldorf. Dass es Interessenskonflikte geben könnte – etwa bei der Beantragung von NRW-Fördermitteln für Remscheid – schließt die Stadtplanerin aus. „Der Ministerpräsident ist kein Fördermittel-Verteiler. Das ist Angelegenheit der Bezirksregierung“, erläutert sie. „Da gilt Recht und Gesetz.“

Wie sehr sich ihr Leben verändert, wird sich am kommenden Sonntag entscheiden, wenn nach der Auszählung die Ergebnisse der Landtagswahlen feststehen. „Es wird schon spannend sein, das nicht nur vor dem Fernseher zu verfolgen, sondern mittendrin zu sein,“ sagt sie mit Blick auf einen Wahlabend, der angesichts der aktuellen Umfragen tatsächlich „spannend“ werden könnte.

Standpunkt von Frank Michalczak: Volle Tatkraft gefragt

frank.michalczak@rga.de

Der NRW-Ministerpräsident - egal, wer dieses Amt künftig ausübt - wird anderes zu tun haben, als sich persönlich um Landesförderungen für die Stadt Remscheid zu kümmern. Zudem ist der Hinweis von Christina Kutschaty richtig, dass die Bewilligung dieser Anträge Angelegenheit der Bezirksregierung sei.

Und natürlich ist es ihre persönliche Entscheidung, dass sie bei einem Wahlsieg ihres Mannes nicht „nur“ First Lady sein will, sondern ihrem Beruf weiterhin nachgehen möchte. Andererseits ist auch künftig ihre volle Tatkraft in einem Bereich der Verwaltung nötig, der personell alles andere als auf Rosen gebettet ist.

Es geht hier um Stadtplanung und damit um Herausforderungen, die Remscheid meistern muss - von der Innenstadt-Sanierung bis zur Frage, wie es in Lennep weitergeht. Da dürfte für Repräsentationsaufgaben nicht viel Zeit bleiben.

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