Konzert

Chor und Organisten beenden Konzert groß und strahlend

Der Kammerchor entwickelte aus einer einfachen Melodie ein verschachteltes Werk.
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Der Kammerchor entwickelte aus einer einfachen Melodie ein verschachteltes Werk.

Musik aus vier Jahrhunderten in der Lenneper Stadtkirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Musik aus vier Jahrhunderten versprach der ehemalige Kantor der Remscheider Lutherkirche, Jörg Martin Kirschnereit, den mehr als 50 Besuchern des Chor- und Orgelkonzertes am Sonntagnachmittag in der Lenneper Stadtkirche. Er selbst leitete den Kammerchor Lennep. Caroline Huppert und Thilo Ratai, beide als Kantoren am Konzertort tätig, spielten Orgelmusik aus diversen Epochen. Am Cello unterstützte Antonia Duesmann die Musik.

Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge G-Dur (BWV 541) ist wegen seiner unverstellten und für Bach eher ungewöhnlichen Fröhlichkeit ein gerne gehörtes Stück. Die Fuge, in angemessenem Tempo gespielt, ist vierstimmig, sorgt aber durch markante Repetitionen für ein leichtes Erkennen des Hauptthemas. Der Kammerchor widmete sich anschließend einer Motette von Melchior Franck, der zwei Generationen vor dem großen Bach seiner Kunst nachging und somit als Verbindung der Spätrenaissance zum Frühbarock fungierte. Der mehr als 20-köpfige Chor sang „Und ich hörte eine große Stimm“ voller Inbrunst und Herzblut. Ebenso wie die Motette op. 29 von Johannes Brahms, bei der sich aus einer einfachen, bewegenden Melodie ein verschachtelter Chorsatz entwickelt.

In der zweiten Hälfte hörten die Besucher moderne Töne

Eher ungewöhnliche Akkordprogressionen hörte man in der Canzone von Siegfrid Karg-Elert, der sich selbst wiederholt als „exzentrischen Außenseiter“ bezeichnete. Die großangelegte Partita über „Jesu meine Freude“ vom Bach-Zeitgenossen Johann Gottfried Walther ist quasi ein Thema mit Variationen, das musikdienlich mit der Orgelbüchlein-Version desselben Chorals von Bach abgeschlossen wurde.

In der zweiten Hälfte des gut einstündigen Konzertes gab es moderne Töne zu hören. Aus der Deutschen Messe des 2020 verstorbenen Heinrich Poos erklangen zwei Abschnitte, worin sich reibende Töne den Mittelpunkt darstellen. Die schwierig zu singenden Partien dieser Stücke wurden vom Chor extrem gut und sauber dargebracht. Noch moderner wurde es in den Orgelstücken von Olivier Messiaen, die zum Teil wie improvisiert klingen. Die drei gespielten, kurzen Abschnitte aus drei unterschiedlichen Werken des französischen Neutöners bedienten sich des Vogelgesangs ebenso wie dem Klang von javanischen Gamelan-Orchestern. Die das Konzert abschließende Motette von Bach (BWV 230) beendete das Konzert groß und strahlend.

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