Konzert

Chor lässt Mozarts Krönungsmesse strahlen

Für das berauschende Konzert in der Lutherkirche spendeten die rund 150 Besucher den Musikern eine Menge Applaus.
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Für das berauschende Konzert in der Lutherkirche spendeten die rund 150 Besucher den Musikern eine Menge Applaus.

Stadtkantorei Remscheid und Bergische Symphoniker traten gemeinsam in der Lutherkirche auf.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Jubelnde Stimmen, getragen von einem quicklebendigen Orchester – mit Mozarts Krönungsmesse brachten Stadtkantorei Remscheid und die Bergischen Symphoniker ihr Konzert in der Lutherkirche zu einem berauschenden Ende. Genauso ausgelassen war der Applaus der 150 Gäste und galt neben Chor und Musikern den Solisten Danuta Debski (Sopran), Margit Diefenthal (Alt), Daniel Tilch (Tenor) und Alexander Kalina (Bass).

Es mag am prunkvollen Stil der 1779 komponierten Messe liegen, dass sie nach Mozarts Tod den Beinamen „Krönungsmesse“ erhielt. In diesem Sinne wurde sie etwa bei den Feierlichkeiten für Kaiser Franz II. verwendet, der den Thron 1792 bestieg. In der Lutherkirche wurde natürlich kein Königshaupt gekrönt. Dirigentin Ursula Wilhelm ging es stattdessen um die Verschränkung von Gotteslob und symphonisch dichter Musik.

Zusammenarbeit der Kirchenmusiker bewährt sich

Dabei machte sie hörbar, dass sich erst im Laufe der Krönungsmesse die Glaubensgewissheit einstellt. Im einleitenden „Kyrie“ herrschten denn auch Moll-Klänge vor – und noch nicht die Haupttonart C-Dur. Voll da war dagegen der 30-köpfige Chor, der die Bitte um Vergebung deutlich und präzise artikulierte.

Kraftvoll gestalteten die Chormitglieder die Anrufungen im „Gloria“ und unterstrichen so den festlichen Charakter der Messe. Mit Leben erfüllten sie auch das „Credo“, das Mozart in die Form eines Rondos gekleidet hat. Noch eindringlicher intonierten Männer- und Frauenstimmen das „Hosanna in excelsis“, das den Mittelteil des „Sanctus“ bildet. Musikalisch schlug das Finale den Bogen zurück zum „Kyrie“. Und es war der Chor, der hier mit breitem, strahlendem Tutti die optimistische Grundstimmung des Werks zum Ausdruck brachte.

Auch das Solistenquartett ließ keine Wünsche offen. Elegant wechselte Danuta Debskis volles, warmes Organ von getragenen zu heiteren Einsätzen. Auf Augenhöhe mit der
Sopranistin agierte Tenor Daniel Tilch, ein Spezialist für die hohen Partien der Kirchenmusik. Nuancenreiche Beiträge kamen ebenfalls von Altistin Diefenthal und Bassist Kalina.

Bei ihrer Begleitung setzten die Symphoniker mit virtuosen Spielfiguren Akzente. Beim abschließenden „Agnus Dei“ sorgte Christian Leschowskis Oboe für innige Töne.

Gefordert waren alle Beteiligten auch bei Michael Haydns „Laudate populi“, das den Konzertabend eröffnete. Der Komponist Michael Haydn (1737-1806) steht bis heute im Schatten seines älteren Bruders Joseph. Immerhin war er es, der 1782 Mozarts Nachfolger in Salzburg wurde. Als Organist war er unter anderem für die Dommusik zuständig und schrieb an die 360 geistliche und weltliche Werke. Sein „Laudate populi“ diente ursprünglich dazu, die Gabenbereitung bei der Heiligen Messe zu begleiten. Den liturgischen Gesang interpretierte die Stadtkantorei ebenso dynamisch wie ausgewogen. Nach und nach fielen die Solisten ein und das Orchester schloss mit munteren Bläsern und Pauken ab.

Ihr Können zeigte Solistin Danuta Debski nicht zuletzt mit „Exsultate, jubilate“. Mozart war noch ein Teenager, als er diese Motette während seiner letzten Italienreise dem Kastraten Venanzio Rauzzini auf den Leib schrieb. Debski nahm „Exsultate, jubilate“ als Ausgangspunkt für einen Dialog mit dem Orchester. Auf die verzierten Läufe und Koloraturen, die ihr dabei gelangen, reagierte das Publikum mit Jubel. Bei Mozarts Epistelsonate C-Dur, die einige Motive mit der Krönungsmesse teilt, bewährte sich einmal mehr die Zusammenarbeit der Kirchenmusiker Ursula Wilhelm und Dieter Leibold: Auf der Orgel begleitete er die von ihr geleiteten Bergischen Symphoniker.

Stadtkantorei

Die Stadtkantorei entstand aus dem Zusammenschluss von Heinrich-Schütz-Kantorei und Stadtkirchenchor. Das Repertoire reicht vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Musik. Unter der Leitung von Ursula Wilhelm begleitet die Stadtkantorei Gottesdienste in den Remscheider Gemeinden und gibt Konzerte. Wer in eine Chorprobe reinschnuppern oder an einzelnen Projekten mitwirken möchte – Proben finden donnerstags ab 19.30 Uhr im Vaßbendersaal neben der Stadtkirche statt. Kontakt: ursula.wilhelm@ekir.de

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