Meine erste Platte

„Carpet crawl“ liebt sie bis heute

Hutmacherin Susanne Bollmann mit ihrer ersten Platte „The lamb lies down on broadway“ von Genesis. Darauf: Ihr persönlicher Lieblingssong „Carpet crawl“.
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Hutmacherin Susanne Bollmann mit ihrer ersten Platte „The lamb lies down on broadway“ von Genesis. Darauf: Ihr persönlicher Lieblingssong „Carpet crawl“.

Susanne Bollmanns Liebe zur Musik entbrannte mit einem melancholischen Song von Genesis.

Von Peter Klohs

Remscheid. Musicals und die Beatles. Das hörten die Eltern von Susanne Bollmann, und diese Musik hat sie in ihren ersten Lebensjahren geprägt. „Ja, die Mutter liebte die West Side Story und Porgy and Bess, obwohl das ja schon eher zur Oper zählt“, erzählt die Remscheiderin. „Mein etwas älterer Bruder und ich bauten in meiner Kindheit aus Lego Parkhäuser nach, und wir legten die Langspielplatten unserer Eltern immer als Trennung zwischen die Etagen“, erinnert sie sich. „Das fanden die Eltern nicht so toll.“ Die Musicals waren nicht ihre Musik, aber diese entwickelte sich dann in der „Fetenzeit“, wie sie es nennt.

„Ich war 15 oder 16 Jahre alt, und wir hörten auf diesen Feten Pink Floyd, das Alan Parsons Project, Manfred Mann’s Earth Band, so etwas, also nicht direkt den Mainstream. Diese Musik kannte ich auch aus dem Zack Zack. Ich ging in die EMA, und der Laden von Uwe Rapp war nicht weit entfernt. Da trafen wir uns in jeder Pause.“

Ihre erste Platte war „The lamb lies down on broadway“, dieses 1974 veröffentlichte Konzept-Doppelalbum von Genesis, dessen Ruf als Speerspitze des progressiven Rocks bis heute anhält. Teenagerin Susanne liebte vor allen anderen Songs das berühmte „Carpet crawl“. „Um die Musik heute noch mit Gewinn hören zu können, müsste ich mir den Rest des Albums noch einmal anhören“, gibt sie zu. Aber „Carpet crawl“ hat sie stark beeinflusst. „Das ist ein melancholischer Song, und ich mag melancholische Songs. Wohlgemerkt: Keine depressiven Songs, aber Lieder, die ein melancholisches Gefühl vermitteln. Und das ist so eines.“ Wo sie ihre erste LP käuflich erworben hat, weiß sie nicht mehr.

Der Musikgeschmack von Susanne Bollmann weitete sich rasch aus. Sie mag Jazz und Liedermacher, Rock, Ska und Punk. Sie nennt Musiker wie Lucio Dalla, Paolo Conte, Klaus Hoffmann, Renaud, Ougenweide, Bettina Wegner, Gianna Nannini. „Ich höre viel Unterschiedliches“, bekennt sie. „Schlager mag ich nicht, ich habe eine Schlagerallergie. Die allerdings im Karneval aufgehoben ist.“ Ansonsten ist Rammstein und noch härteres Kaliber nicht ihr Ding, Klassik geht. „Ich hatte mal Klavierunterricht“, sagt sie, „da hört man viel Klassik.“ Und zu Ska kann sie gerne und viel tanzen. „Ich tanze gern.“

Die Neue Deutsche Welle hat sie komplett verpasst

Durch ihre Lehre als Hutmacherin, die sie in Paris abschloss, hat sie die Musik der 80er Jahre in Deutschland gar nicht bewusst erlebt. „Die Neue Deutsche Welle ist komplett an mir vorbeigegangen“, sagt sie. „Ich war ja in Paris. Da hörte man Jacques Brel.“

Auf Konzerte geht Susanne Bollmann gerne und regelmäßig, wenn auch nicht sehr oft. In Erinnerung geblieben ist ihr ein Auftritt des bosnischen Musikers Goran Bregovic, ein Konzert von Gianna Nannini und ein Liveerlebnis mit dem kanadischen Pianowunderkind Chilly Gonzales. Erst kürzlich besuchte sie in Leverkusen ein Konzert des britischen Pop-Jazzers Jamie Cullum. „Die Stones hätte ich noch gerne gesehen“, gibt sie zu.

Durch ihren Beruf hat sie heutzutage nicht mehr viel Zeit zum bewussten Musikhören. „Ich lege mir selten eine CD auf“, sagt die Modistenmeisterin. „Ich habe eigene Playlists auf das Handy überspielt. Die ändern sich auch stetig, da ich ja immer neue Musik kennenlerne. Stehen bleiben geht für mich gar nicht.“

Als Geheimtipp, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, nennt sie Stella Sommer, eine aus Hamburg stammende Songwriterin.

Zur Person

Susanne Bollmann ist 1962 in Remscheid geboren und lebt nach Auslandsaufenthalten seit 1998 wieder hier. Sie hat das Hutmacherhandwerk in Paris erlernt und ist seit 2008 Inhaberin eines Hutsalons auf der Hindenburgstraße.

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