Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Caritas: Wohnungsnot und Armut sind in Remscheid Alltag

Sandra Engelberg, Vorsitzende des Caritasverband Remscheid, und Ute Schlichting, Leiterin der Wohnungsnotfallhilfen. Foto: Thomas Wintgen
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Sandra Engelberg, Vorsitzende des Caritasverband Remscheid, und Ute Schlichting, Leiterin der Wohnungsnotfallhilfen.
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Verband startet die Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause.“

Von Michael Albrecht

Der Caritasverband startet seine Kampagne 2018 „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. Dass auch in Remscheid Wohnungsnot und Armut alltägliche Phänomene sind, wissen Dorothee Biehl, die bei der Caritas den Bereich Sozialberatung und Teilhabe leitet, und Ute Schlichting, deren Arbeitsfeld Wohnungsnotfälle und Eingliederungshilfen lautet. Sie schilderten die Situation in Remscheid gestern gemeinsam mit Sandra Engelberg vom Caritas-Vorstand.

Zwar werde immer wieder von einem hohen Leerstand in Remscheid berichtet, doch dieser scheint den von Wohnungsnot betroffenen Menschen nicht zur Verfügung zu stehen. „In den Sozialwohnungen in Remscheid haben wir quasi eine Vollbelegung und dabei liegt ein Anteil von 60 Prozent dieser preisgebundenen Wohnungen über den leistungsrechtlichen Angemessenheitsgrenzen. Das heißt, 60 Prozent der Sozialraumwohnungen stehen Personen, die Leistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB) II oder XII beziehen, nicht zur Verfügung.

Da verwundere es nicht, dass immer mehr Betreuer, Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer darüber klagten, dass ihre Betreuten kein Zuhause finden. Gemeint seien nicht nur die bereits wohnungslosen Menschen, sondern auch die Rentnerin, die alleine lebe und eine kleinere Wohnung benötige oder die Familie, die nach der Geburt eines weiteren Kindes eine größere Wohnung brauche.

Die Caritas-Fachfrauen sehen deshalb einen hohen Handlungsbedarf. Das gelte für leistungsrechtliche Angemessenheitsgrenzen als auch für den Wohnungsbau. Prognosen gingen davon aus, dass bis 2025 mehr als 30 Prozent der Remscheider Sozialbauwohnungen aus ihrer Preisbindung herausfallen. „Hier dürfen wir nicht länger die Augen verschließen, sondern müssen jetzt handeln, und zwar auf allen politischen Ebenen“, betonen die Caritas-Expertinnen.

Im Rahmen der allgemeinen sozialen Beratungen der Remscheider Caritas nennen sie folgende Schwerpunkte: Schwierigkeiten im Bereich Wohnen (25 Prozent) und ungeklärte Leistungsansprüche (20 Prozent). Dahinter stünden oft Schwierigkeiten mit den zuständigen Ämtern wie Jobcenter oder Grundsicherungsamt und Familienkasse.

280 Wohnungslose suchen die Beratungsstelle auf

Die Caritas-Beratungsstelle verzeichnete im vergangenen Jahr 429 Klienten, davon waren 97 Frauen und 332 Männer. 2016 waren es 545 und 2015 365. Das Gros war zwischen 28 und 65 Jahren (263) und hatte die deutsche Staatsangehörigkeit (254). Bei der ersten Kontaktaufnahme waren Mittellosigkeit (136) und der Bezug von Transferleistungen (Hartz IV, Sozialhilfe) die wirtschaftlichen Gründe. Wohnungslos waren 280 Besucher der Beratungsstelle bei dem ersten Kontakt.

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