Busbahnhof

Friedrich-Ebert-Platz soll nun 2025 fertig sein

So wird der Remscheider Busbahnhof nicht mehr lange aussehen. In rund drei Jahren sollen hier Hockeyschläger-förmige Überdachungen, Grünelemente und Aufenthaltsbereiche den Friedrich-Ebert-Platz aufwerten.
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So wird der Remscheider Busbahnhof nicht mehr lange aussehen. In rund drei Jahren sollen hier Hockeyschläger-förmige Überdachungen, Grünelemente und Aufenthaltsbereiche den Friedrich-Ebert-Platz aufwerten.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Großprojekt beginnt im Oktober mit dem Abriss des Betriebsgebäudes.

Remscheid. Der neue Friedrich-Ebert-Platz soll bis zum Jahreswechsel 2024/2025 fertig sein. Dieses Ziel formulierte gestern Baudezernent Peter Heinze mit Blick auf die großangelegte Umgestaltung des Busbahnhofs. Diese verzögere sich, weil eine beauftragte Arbeitsgemeinschaft aus diversen Fachbüros kürzlich angekündigt habe, „die Frei- und Verkehrsflächen nicht weiter zu betreuen“. Die Stadt muss dafür nun ein neues Ingenieurbüro gewinnen und dazu eine Ausschreibung starten.

Dies habe ihn nicht erfreut, bekundete Heinze beim gestrigen Mediengespräch, der dabei von einem zeitlichen Verzug von einem halben Jahr sprach. Hintergrund sei ein „Know-how-Problem“ der Arbeitsgemeinschaft bei der Frage, wie die Asphaltflächen hergerichtet werden sollen. Sie müssten der Belastung für den Busverkehr auf Jahrzehnte gewachsen sein. „Die fachliche Kompetenz hätte man auch einkaufen können“, erklärte Heinze, der den Baubeginn nun für Ende 2022 in Aussicht stellt.

Dennoch wird es auf dem Friedrich-Ebert-Platz bereits ab 11. Oktober zu einer ersten sichtbaren Veränderung kommen. Das Betriebsgebäude der Stadtwerke verschwindet. Damit verbindet das Unternehmen zum Fahrplanwechsel weitreichende Veränderungen bei den Touren. Als Endpunkt hat der Friedrich-Ebert-Platz Ebert-Platz ausgedient. Diverse Linien werden verlängert.

Neue Schnellbuslinie führt über Autobahn nach Lüttringhausen

Nur ein Beispiel ist die 615, die nun zum Hauptbahnhof führt. „Wir wollen Bus- und Zugverkehr besser miteinander verzahnen“, berichtete Verkehrsplaner Harald Pauli. Zudem kündigte er eine neue Schnellbusverbindung zum Gewerbegebiet Großhülsberg in Lüttringhausen an. Aus der Innenstadt führt diese über die Autobahn – und weiter in Richtung Barmen.

Vier bis fünf Wochen werde der Abriss des Betriebsgebäudes dauern, schätzt Armin Freund, Bereichsleiter Mobilität bei den Stadtwerken. Kosten: rund 65 000 Euro. An die Stelle der jetzigen Zentrale soll im Zuge des Projekts ein dreigeschossiger Neubau treten, in dem die Leitstelle der Stadtwerke und Sozialräume für die Fahrer entstehen. Konkret seien zudem Verhandlungen mit einem Backshop, der Teile des Erdgeschosses anmieten will. Und noch etwas soll es dort geben: eine barrierefreie, öffentliche Toilette.

Prof. Dr. Thomas Hoffmann (r.) und Armin Freund von den Stadtwerken kündigen den Abriss des Betriebsgebäudes an.

An den Gestaltungsvorgaben wollen die Bauherren nicht rütteln. Der Wartebereich auf dem Busbahnhof mit der Überdachung in Form eines geschwungenen Hockeyschlägers werde „gestalterisch zur Marke“, wie Andreas Huth, zuständiger Abteilungsleiter in der Stadtentwicklung, anmerkte. Etwa ein Drittel des jetzigen Areals soll ein Platz mit Aufenthaltsqualität werden: „Mit Grünelementen. Auch Veranstaltungen sind dort möglich“, fügte Huth hinzu. Der Tunnel zum Ämterhaus wird geschlossen. Zwei Ampeln, zum Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und zum Ämterhaus, führen statt dessen Fußgänger über die Elberfelder Straße.

Mit all dem sei ein wichtiger Akzent für die Innenstadt verbunden, hob OB Burkhard Mast-Weisz hervor: „Die Leute fragen sich uns zurecht, wie es mit dem Ebert-Platz weitergeht. Wir werden es nicht bei den Plänen belassen, wir werden jetzt an die Umsetzung gehen.“

Investition mit einem Volumen von 11,6 Millionen Euro

Für den Chef der Stadtwerke Prof. Dr. Thomas Hoffmann bleibt das Areal, das zuletzt Anfang der 80er Jahre umgestaltet wurde, „Drehscheibe für den ÖPNV“ in Remscheid. Während das Unternehmen das neue Betriebsgebäude aus eigenen Mitteln finanzieren muss, gebe es für die künftige Verkehrsfläche eine Förderzusage vom Verkehrsverband Rhein-Ruhr über vier Millionen Euro. Für den Part der Stadt Remscheid, also die Platzgestaltung und die Maßnahmen, wie etwa Tunnelschließung und die beiden neuen Amplen, stellen Land NRW und Bund 7,6 Millionen Euro bereit.

Ebert-Platz

Es ist nicht die erste Umgestaltung, die der Friedrich-Ebert-Platz erlebt: Bereits 1958 erfolgte eine Frischzellenkur, die damals im Zusammenhang mit dem Rückbau der Straßenbahn stand, erklärte Stadtwerke-Chef Prof. Dr. Thomas Hoffmann. 1985 wurde der letzte Umbau vollendet. Das jetzige Großprojekt steht seit 2014 auf der Agenda der Stadtplaner. Er ist Teil des Revitalisierungsprogramms der Innenstadt.

Standpunkt: Elf Jahre später

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Schnellbus nach Lüttringhausen, bessere Anbindung an den Hauptbahnhof und viele kleinere Linienveränderungen – der Fahrplanwechsel der Stadtwerke enthält diverse Facetten, die den Öffentlichen Personennahverkehr in Remscheid attraktiver machen. Das ist gut so: Ziel des Unternehmens muss es sein, dass viel mehr Autofahrer als bisher auf die Idee kommen, den ÖPNV zu nutzen, und auf den Bus umsteigen. Dazu könnte auch der neue Friedrich-Ebert-Platz beitragen, der 2025, elf Jahre nach dem Beschluss im Stadtrat, in neuem Glanz erstrahlen soll. Und das Konzept birgt Chancen: Denn attraktiv ist die momentane Betonwüste nun wirklich nicht. Andererseits: Nun müssen endlich die Planungen enden. Nun muss es an die Umsetzung gehen. In einem ersten Schritt gilt es, möglichst zügig mit öffentlicher Ausschreibung ein Ingenieurbüro zu finden, das die weitere Projektbetreuung bei dem durchaus komplexen Bauvorhaben übernimmt. Denn davon hängt es ab, ob 2025 tatsächlich der neue Ebert-Platz eingeweiht wird. Elf Jahre nach dem Umbaubeschluss im Stadtrat.

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