Großprojekt

Erste Arbeiten am Busbahnhof starten

Armin Freund, Peter Hartmann und Andreas Huth (kl. Foto, v.l.) stellen die Pläne für die vorbereitenden Maßnahmen vor. Diese führen dazu, dass die rechts Fahrspur der Elberfelder Straße Richtung Hasten etwa in Höhe des EMMA-Gymnasiums für ein paar Wochen gesperrt wird.
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Die Pläne führen dazu, dass die rechte Fahrspur der Elberfelder Straße Richtung Hasten etwa in Höhe des EMMA-Gymnasiums für ein paar Wochen gesperrt wird.

Ab Dienstag Verkehrsbehinderungen auf der Elberfelder Straße.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Es wird ernst beim bevorstehenden Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes. Am Dienstag sollen die ersten Vorarbeiten auf der Nordseite der Elberfelder Straße beginnen, die für ein paar Wochen zu Verkehrsbehinderungen auf der viel befahrenen Straße führen. Kurz vor dem Jahreswechsel müssen sich dann die Fahrgäste der Stadtwerke auf Änderungen auf dem Busbahnhof einstellen.

Armin Freund, Peter Hartmann und Andreas Huth (kl. Foto, v.l.) stellen die Pläne für die vorbereitenden Maßnahmen vor.

Ziel dieser vorbereitenden Maßnahmen sei es, so viele Arbeiten wir möglich aus dem ab Februar oder März kommenden Jahres geplanten eigentlichen Umbau heraus zu lösen und vorher zu erledigen, erklärt Andreas Huth, Abteilungsleiter Stadtentwicklung. Die Umgestaltung des zentralen Platzes sei auch ohne diese Arbeiten kompliziert genug, betont Stadtwerke-Prokurist Armin Freund: „Das ist quasi ein Umbau am offenen Herz.“ Schließlich laufe der Busverkehr während der gesamten Arbeiten weiter über den Friedrich-Ebert-Platz.

Los geht es nun auf der in Fahrtrichtung Hasten rechten Seite der Elberfelder Straße. Gearbeitet wird dort vor allem am Fußweg, wo unter anderem neue Laternen und die Ampel vor dem EMMA-Gymnasium, die die nahe Unterführung ersetzen soll, aufgebaut werden. Um Platz für Arbeiter und Gerät zu schaffen, wird die rechte Fahrspur ab der Abzweigung zur Alten Rathausstraße für etwa 40 Meter gesperrt.

„Ich hoffe, dass wir das in sechs bis neun Wochen abgeschlossen haben.“

Bauleiter Peter Hartmann über den ersten Abschnitt

Die Arbeiten auf dieser Seite müssten noch in den Ferien abgeschlossen sein, sagt Bauleiter Peter Hartmann von den TBR. Anschließend gehe es auf der anderen Seite weiter, wo unter anderem die Konrad-Adenauer-Straße dafür vorbereitet wird, dass die Stadtwerke sie zukünftig verstärkt für ihre Busse nutzen. „Ich hoffe, dass wir das in sechs bis neun Wochen abgeschlossen haben“, sagt Hartmann.

Obwohl die Nordseite der Elberfelder Straße bereits in den finalen Zustand versetzt wird, wird die neue Ampelanlage vorerst noch nicht in Betrieb gehen. Dafür müssen erst die Verkehrsrechner, die diese und andere in dem Gebiet steuern, aus einem Raum in der Unterführung verlegt werden. Sie finden einen neuen Platz vor dem Ämterhaus.

Schon im Rahmen der Arbeiten an der Konrad-Adenauer-Straße verschwindet das kleine Wartehäuschen am westlichen Ende des Ebert-Platzes. Anschließend werden alle Bussteige auf den südlichen Teil des Platzes, also dem, der der Alleestraße am nächsten ist, verlegt. „Wir stellen dort mobile Wartehallen mit Solarbeleuchtung auf“, berichtet Armin Freund.

Geplant sei dieser Abschnitt etwa ab Ende November, so Freund: „In der Vorweihnachtszeit wird es ernst.“ Für die Fahrgäste bedeutet die Umstellung, dass sie sich dann auf dem Busbahnhof neu orientieren müssen, die Abfahrtsorte ihrer Busse werden sich verändern.

Gleichzeitig schafft die Verlegung auf den südlichen Teil Platz, um den nördlichen Teil des Busbahnhofes komplett leer zu räumen. Hier soll dann im Februar oder März 2023 der eigentliche Umbau starten. Nahezu zeitgleich beginnen die Stadtwerke damit, ihr neues Betriebsgebäude hochzuziehen. In dieser Phase wird dann auch die Elberfelder Straße eine Zeit lang komplett gesperrt, um die Unterführung zurückzubauen. In dieser Zeit fließt der Verkehr gen Hasten über die Nordstraße, der in die andere Richtung über den nördlichen Teil des Friedrich-Ebert-Platzes.

 Rund 14 Millionen Euro soll der komplette Umbau kosten, wovon die Stadt dank entsprechender Förderung aber nur einen Bruchteil selber tragen muss, nach aktuellen Planungen etwa 740 000 Euro. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2025 geplant. 

Hintergrund

Für die vorbereitenden Arbeiten sei eine europaweite Ausschreibung durchgeführt worden, sagt die Stadt. Den Zuschlag erhielt ein Lokal-Matador: die August Dohrmann Bauunternehmung. Darüber hinaus seien inzwischen auch weitere Gewerke für den eigentlichen Umbau beauftragt worden, unter anderem für die Verkehrsanlagen und die große Überdachung.

Standpunkt: Gut investiert

sven.schlickowey@rga.de

Als im August des vergangenen Jahres die ersten Details der Umbaupläne für den Friedrich-Ebert-Platz vorgestellt wurden, gab es in den sozialen Medien, wohl auch unter dem Eindruck der Flut ein paar Wochen zuvor, nicht nur positive Reaktionen. Der Busbahnhof sei doch noch gut, hieß es da, das Geld bei Flutopfern bessern aufgehoben. Abgesehen davon, dass jeder Cent, der in den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete fließt, ein guter Cent ist, ist dieser Gedanke natürlich etwas kurzsichtig.

Nicht nur, weil es sich hier um völlig unterschiedliche Geld-Töpfe handelt, sondern auch weil der zuletzt Anfang der 1980er-Jahre umgebaute Platz weder optisch noch funktional aktuellen Anforderungen entspricht. Ein zentraler Omnibusbahnhof ist wichtig für einen funktionierenden ÖPNV - und auch Visitenkarte seiner Stadt. 14 Millionen Euro, und es werden bis 2025 vermutlich noch mehr, sind sicherlich viel Geld. Aber gut investiert.

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