Katastrophenschutz wird in Deutschland optimiert

Bundesweiter Warntag: So lief die Alarmierung in Remscheid

Erstmals wurde beim bundesweiten Warntag Cell Broadcast angewandt. Die Art der Alarmierung löste Warnungen auf Handys und Smartwatches aus.
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Erstmals wurde beim bundesweiten Warntag Cell Broadcast angewandt. Die Art der Alarmierung löste Warnungen auf Handys und Smartwatches aus.

Das verheerende Hochwasser des vergangenen Jahres war ein Grund dafür, dass der Katastrophenschutz in Deutschland auf den Prüfstand kam. Da viele Menschen vor den Fluten nicht rechtzeitig oder gar nicht gewarnt worden waren, wurde in Deutschland unter anderem Cell Broadcast eingeführt.

Remscheid. Sichtlich gelassen reagierten am Donnerstagvormittag die Passanten auf der Alleestraße. Dabei war der Lärm ohrenbetäubend, der sich um Punkt 11 Uhr vom Dach der Sparkasse aus auf den Weg machte.

Die Vorarbeit von Feuerwehr, Stadt und Presse hatte gefruchtet – der bundesweite Warntag war den meisten Remscheidern bekannt. Im Stadtgebiet heulten die vier stationären sowie acht mobilen Sirenen pünktlich los. Und vollzählig. Die vier neuangeschafften Lautsprecher haben damit ihre Feuertaufe bestanden. „Alle Sirenen haben ausgelöst. Der Test war damit sehr erfolgreich“, bilanzierte Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan am Mittag.

Feuerwehr arbeitet Rückmeldungen aus Bevölkerung ab

Zusätzlich zu den Sirenen wurden die Informationstafeln der Stadt bespielt. Auch das klappte. Am Ende sei der Warnmix entscheidend, sagt Katastrophenschützer Sascha Ploch. Dass nun auch die Handys laut auslösten, sogenanntes Cell Broadcast, erfreut die Profis der Feuerwehr. Die Summe der Warnquellen sei im Ernstfall zentral.

Die positive Bilanz der Feuerwehr ist noch vorläufig: Rückmeldungen aus der Bevölkerung werden weiterhin abgearbeitet. Früh am Warntag stand indes schon fest: Rechenmodelle und Praxis stimmten überein. Die Feuerwehr hatte im Vorfeld berechnet, wo im Stadtgebiet Sirenen zu hören sein würden – und wo nicht. Das Modell stimmte.

Drei Minuten waren Warntöne der mobilen Geräte zu hören. Die stationären Lautsprecher machten zwischen den dreimal einminütigen Tönen Pause. Sie sind neben der Sparkasse auf folgenden Dächern installiert: Grundschule Moltkestraße, Berufskolleg Technik und Feuerwehrhauptwache.

Die Warnbereiche in der Stadt werden weiter ausgeweitet. Die stationären Sirenen wachsen auf zunächst 15 an. „Bis März 2023“, sagt Eul-Jordan. Die nächste Sirenenprobe wird also noch lauter ausfallen: Im März ist es so weit. Der bundesweite Warntag folgt am 8. September 2023. Dann wird erneut auf allen Kanälen gewarnt.

Die Feuerwehr nimmt Rückmeldungen entgegen: feuerwehr@remscheid.de

Unser Artikel vom 8. Dezember, 11.50 Uhr

Remscheid. Um 11 Uhr hat der bundesweite Warntag stattgefunden - auch in Remscheid. Erstmals kam dabei auch Cell Broadcast zum Einsatz. Das bedeutet, dass auch via Handy gewarnt wird. Im Ernstfall erhalten so beispielsweise nur Personen in bestimmten Funkzellen ein Alarmsignal.

Der zuständigen Dezernentin in Remscheid, Barbara Reul-Nocke, lag unmittelbar nach den Warnsignalen freilich noch keine Bilanz der Feuerwehr vor. Sie konnte aber schildern, wie sie die Übung im Rathaus selbst miterlebt hat: „Aus meiner Sicht hat alles prima funktioniert.“ Ihre Handys hätten die Warnsignale (Broadcast Cell) ebenso ausgespielt wie die Warnung der Nina-App angezeigt. Zudem sei die stationäre Sirene auf dem Dach der Sparkasse laut zu hören gewesen. „Außerdem konnten wir hier im Zentrum noch eine mobile Station hören.“ Die war zeitversetzt zu vernehmen.

Reul-Nocke erklärt, warum die unterschiedlichen Sirenen nicht synchron warnen. So gibt es eine Vorgabe, die festlegt, dass die festinstallierten Sirenen mit einer Entwarnung starten, dann eine Pause einlegen, ehe der Warnton folgt; dann folgt wieder eine Pause vor der finalen Entwarnung. Die mobilen Stationen hingegen haben die Vorgabe, Pausen einzubauen, nicht: Sie senden die Töne - Entwarnung, Warnton, Entwarnung - also bei der Übung hintereinander weg.

Auch aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehr ist die Übung gut verlaufen. Sprecher Andreas Hackländer hat in seinem Büro in Lennep die Warnsignale wie folgt vernommen: „Es war alles gut zu hören.“ Das bestätigt auch sein Vorgänger Jochen Holst, der in der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist: „Auf meinem Handy hat alles gut geklappt. Wenn man allerdings die verlinkte Homepage öffnen wollte, ging das nicht.“ Weitergeleitet werden sollte zu einer Internetseite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die war aber zunächst zusammengebrochen. So sind zumindest die privaten Eindrücke.

Die Federführung hat die Berufsfeuerwehr um Guido Eul-Jordan und Katastrophenschützer Sascha Ploch. Sie werden heute Mittag eine Bilanz ziehen. tl

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