Ohne ehrenamtliche Helfer wäre die Wahl nicht möglich

Bundestagswahl 2021: So sah es in den Wahllokalen in Remscheid aus

Wahlhelferin Rebecca Wilms saß wie ihre Kollegin Petra Neukirch hinter Acrylglas und musste keine Maske tragen. Foto: Roland Keusch
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Wahlhelferin Rebecca Wilms saß wie ihre Kollegin Petra Neukirch hinter Acrylglas und musste keine Maske tragen.

Los ging es für die ersten Freiwilligen Wahlhelfer bereits um 7.30 Uhr. Bei den Wählern haben sich die Corona-Regeln eingespielt.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die Wahlhelfer mussten gestern Frühaufsteher sein. Bereits ab halb acht bereiteten sie in den 54 Remscheider Wahllokalen die Stimmabgabe vor und öffneten eine halbe Stunde später die Türen. „Und um acht Uhr, da steht dann mit Sicherheit schon der Erste mit seinem Wahlzettel in der Hand. Und wehe, wenn dann noch nichts aufgebaut wäre“, meinte Dirk Starcke, der in der Stadtküche, dem Wahllokal in der Lenneper Düstergasse, die Funktion des Wahlvorstehers übernommen hat.

500 Remscheider waren am gestrigen Sonntag in den Stimmbezirken im Einsatz. Sie besetzten nicht nur die Wahllokale in der Zeit von 8 bis 18 Uhr, sondern zählten anschließend auch die Stimmen aus – auch die der Briefwahl.

Auf die Frage, warum er sich an einem Sonntag hier ehrenamtlich engagiert, sagte Starcke: „Ich bringe mich ein, weil eine Wahl ohne Helfer ja nicht möglich ist. Außerdem macht es Spaß und man hat hier immer was zu tun.“ Bevor er mittags dann eine Pause machte, schloss er die Wahlurnen auf und zählte, wie viele Stimmzettel schon abgegeben worden waren. „Das Ergebnis gebe ich dann als Schnellmeldung zum Wahlamt, damit von dort erste Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung gezogen werden können“, erklärte er das weitere Prozedere. Ab 17 Uhr waren dann alle Helfer wieder in ihren Wahllokalen – nach der Schließung um 18 Uhr ging es dann ans Auszählen. Gegen 21 Uhr wird das geschafft sein. „Dann rufe ich an, dass der Wagen die Wahlurnen abholen kann, berichtete Dirk Starcke.

Auch kleine Probleme gehören am Wahltag in den Wahllokalen dazu

Ähnlicher Ablauf in der Adolf-Clarenbach-Grundschule an der Lüttringhauser Pestalozzistraße. Dort nahm das Ehepaar Ruth und Siegfried Broska die Wahlzettel entgegen. „Wir sind vor zehn Jahren hierhergezogen, seitdem helfen wir an den Wahlsonntagen. So ein ehrenamtliches Engagement, das gehört für uns beide einfach dazu“, betonte Siegfried Broska, der auch den Bürgerbus fährt. Das Einhalten der Hygienevorkehrungen funktioniere problemlos, bisher würden auch alle eine Maske tragen. „Einen Maskenverweigerer, den würde ich im Zweifel hier alleine wählen lassen“, hat Broska auch für diesen Fall eine Lösung gefunden.

Weiter geht es zur Wilhelmschule, in der Rebecca Wilms zum ersten Mal als Wahlhelferin im Einsatz war. „Ich wollte mal was Ehrenamtliches machen. Und mich politisch engagieren. Als ich in der Zeitung den Aufruf gelesen hatte, da habe ich mich gleich gemeldet“, berichtete die 22-Jährige. Die Schulung für den Wahltag habe sie online absolviert. Und so kann sie kleinere Probleme schnell lösen.

So den Fall einer Remscheiderin, die ihre Briefwahlunterlagen im Wahllokal abgeben wollte. „Wir haben ihr erklärt, dass das nicht geht. An der Elberfelder Straße hätte sie sie noch bis um 15 Uhr tun können. Aber sie wollte dann doch lieber hier wählen und wir haben das Briefwahlzentrum informiert“, sagte sie.

Neben Wilms saß die städtische Mitarbeiterin Petra Neukirch, die an diesem Wahlsonntag schon zum vierten Mal im Einsatz war. „Für mich ist das eigentlich selbstverständlich, hier zu helfen“, sagte sie. Und beim Blick auf den Schulhof, wo sich gerade eine Menschenschlange bildete: „Oh – jetzt ist ein Bus gekommen.“ Einem nach dem anderen wurde geholfen, von Hektik keine Spur.

„Letztes Jahr war es ein bisschen ungewohnt und komisch mit all den Hygienemaßnahmen wegen Corona. Inzwischen haben sich wohl alle daran gewöhnt“, meinte Michaela Eller, die stellvertretende Wahlleiterin. Alle seien gut vorbereitet gewesen.

Alle Ergebnisse und Entwicklungen am Wahltag finden Sie in unserem Live-Ticker.

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