Remscheider machen die Stadt „picobello“

14. Müllsammeltag: Remscheider finden Handy, Wodka und Weihnachtsbaum

Auch das war ein Fundstück beim großen Müllsammel-Tag.
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Auch das war ein Fundstück beim großen Müllsammel-Tag.

Beim 14. Bergischen Müllsammeltag sammelten Kitas, Schulen und Ehrenamtler säckeweise Unrat. Darunter waren auch kuriose Fundstücke.

Von Peter Klohs

In Zeiten von Klimaschutz und Umweltpolitik erhielt ein Aktionstag dieses Mal eine besondere Bedeutung: Am Wochenende fand der 14. Bergische Müllsammeltag statt. Eigentlich sollte die Aktion wie jedes Jahr eine Art Frühjahrsputz werden, aber die Corona-Pandemie verhinderte dies, so dass es dieses Mal ein Herbstkehraus wurde. Nichtsdestotrotz fanden sich wieder Schulklassen, Kitas, zahlreiche Ehrenamtler und die Feuerwehr zusammen, um Remscheid wieder picobello zu machen. Dabei dürften wieder einige Tonnen Müll zusammengekommen sein.

Am Samstagmorgen zog der Herbst deutlich spürbar durch die Stadt. Hier und da lag noch Nebel über den Wäldern. Die Feuerwehr Hasten zog schon früh von der Hastener Straße Richtung Gerstau. Auch die Stadtspitze bewaffnete sich mit Handschuhen und Müllsäcken. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Stadtdirektor und Stadtkämmerer Sven Wiertz, die Beigeordneten Barbara Reul-Nocke, Peter Heinze, Thomas Neuhaus und TBR-Betriebsleiter Michael Zirngiebl reinigten selbst die Flächen rund ums Rathaus.

Weihnachten unter dem Tannenbaum.

Arndt Köhler zum gefundenen Christbaum nebst Wodkaflasche

Im Kuckuck machten sich derweil zwei TBR-Mitarbeiterinnen daran, den Park von Unrat zu befreien. Bereits auf den ersten 30 Metern fanden Celina Dürholt und Silke Maurieschat Plastikmüll und Glas, entweder in Scherbenform oder als ganze Flasche. Auf dem nahe gelegenen Spielplatz sammelten die beiden recht viele Zigarettenkippen. Dazu auch der Kommentar von Melissa Wienzek.

Auch Pornofilm-Hüllen lagen schon herum

„Aber das ist vergleichsweise harmlos“, sagte Maurieschat. Bei früheren Aktionen haben die Frauen bereits zahlreiche Altölkanister, auch schon mal einen Automotor gefunden. „Sehr unangenehm war es, als unsere Kinder dabei waren und wir einen Stapel DVD-Hüllen von Pornofilmen gefunden und entsorgt haben. Auch Glasscherben in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes sind nicht gerade lustig.“ Celina Dürholt ergänzte: „Wir machen das wirklich gern, aber ich verstehe nicht, warum es überhaupt sein muss. Die Gedankenlosigkeit mancher Mitmenschen ist schon groß.“ Wilde Müllkippen am Straßenrand sind ein Dauerärgernis in Remscheid - hier können Bürger Unrat melden.

IG Kremenholl macht regelmäßig sauber - und findet Kratzbäume, Reifen, Kanister

Das sieht die IG Kremenholl genau so. Deren Vorsitzende Gabi Leitzbach hatte um 11 Uhr 15 Helferinnen und Helfer um sich geschart, um die Werkzeugtrasse zwischen Südstraße und Am Bruch von Müll zu säubern. „Das machen wir regelmäßig zweimal im Jahr“, sagte Leitzbach. Egal, ob der Müllsammeltag ansteht oder nicht.

Picobello: 14. Müllsammeltag in Remscheid

Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke.
Remscheid picobello: Zahlreiche Ehrenamtliche haben den Unrat von Spielplätzen, Grünflächen und Böschungen entfernt. Impressionen und Fundstücke. © Michael Schütz

Denn die IG hat eine Patenschaft für das Trassenstück übernommen. „Und wenn man das regelmäßig macht, dann bekommt man auch Grund rein. Obwohl die Brückenbereiche immer sensibel sind.“ Sie wies auf einen Abschnitt der gut 500 Meter langen Strecke hin, der direkt an einem Discounter vorbeiführt und von der Kippdorfstraße überquert wird. „Was wir hier schon alles gefunden haben: Autoreifen, einen Kratzbaum, ein komplettes Sofa, Kanister von Frostschutzmitteln.“

Am Samstag fanden die sechs mitsammelnden Kinder und die Erwachsenen ein Handy, diverse Keramik, ein Handtuch, zwei Brillen-Etuis, einen Ball, einen Lautsprecher. Passanten kamen vorbei, grüßten höflich, bedankten sich für das Engagement und hielten an für einen kleinen Schwatz. „Das war nicht immer so“, weiß Gabi Leitzbach. „Früher kamen auch schon mal Leute vorbei und blafften uns an: ‚Mann, seid ihr blöd. Wir bezahlen doch Steuern dafür!‘“

Marita Lauer und Arndt Köhler fanden einen Tannenbaum am Rande der Trasse, direkt daneben: eine Flasche Wodka. „Weihnachten unter dem Tannenbaum“, scherzte Köhler und warf beides in den Sack. | Standpunkt

Bergischer Müllsammeltag: Freitag sammelten Schulen und Kitas, am Samstag alle anderen

Logistik: Nachdem Schulen und Kitas bereits am Freitag ihre Umgebung gesäubert haben, ging es am Samstag weiter mit dem 14. Bergischen Müllsammeltag. Die Technischen Betriebe Remscheid sorgten für die Logistik: Sie gaben Handschuhe und Müllsäcke an die Helfer aus und fuhren den Müll in Sondertouren ab.

Fotos auf Insta und Co: Hashtag #picobellors

Die Stadt Remscheid würde gern das Ergebnis der Arbeit in den sozialen Medien sehen: unter #picobellors oder mit der Markierung von @stadt_remscheid.

Standpunkt: Vor der eigenen Tür kehren

melissa.wienzek@rga.de

Die Meinung von Melissa Wienzek

Dass die Remscheider ihr Wochenende opferten und auszogen, um die Hinterlassenschaften von anderen zu entfernen, ist mehr als löblich. Sie müssten dies freilich nicht tun. Dennoch haben sie sich dazu entschieden, dem Gemeinwohl zu dienen und hinter den Ferkeln aufzuräumen.

Das hat Anerkennung verdient. Die Stadtspitze geht dabei selbst mit gutem Beispiel voran. Kinder bereits an das Thema Umweltschutz heranzuführen, ist ein wichtiger Baustein des 14. Bergischen Müllsammeltages. Denn sie müssen irgendwann in dieser Welt leben.

Gerade Corona hat viel Dreck hervorgebracht: Masken und Handschuhe fliegen auf Trassen herum, Fast-Food-Verpackungsmüll rankt sich um überquellende Mülleimer, in jedem Gebüsch finden sich Glasflaschen. Gerade Kippen und Scherben auf Spielplätzen sind einfach nur eine Schweinerei.

Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Umweltdiskussion und nicht zuletzt der Müllsammeltag dazu beitragen, dass jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt – und sich bewusst macht, dass wir alle für unsere Umwelt verantwortlich sind. Wir sollten sie viel mehr wertschätzen. Und das fängt beim richtigen Entsorgen an.

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