Feuerwerk

Silvester: Böllern erlaubt – aber nicht überall

So feierten die Remscheider den Jahreswechsel von 2018 auf 2019. Auch in diesem Jahr dürften über der Innenstadt die Raketen steigen. Archivfoto: Michael Schütz
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So feierten die Remscheider den Jahreswechsel von 2018 auf 2019. Auch in diesem Jahr dürften über der Innenstadt die Raketen steigen (Archivfoto).
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In Remscheid wird es voraussichtlich kein Verbot geben. Für Lennep und Lüttringhausen sind allerdings gewisse Regeln zu beachten.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Remscheider dürfen es zum Jahreswechsel krachen lassen. Nachdem die Ministerpräsidenten in ihren Corona-Sonderregeln für Weihnachten und Silvester auf eine harte Linie zum Umgang mit Feuerwerk verzichten, wird es in Remscheid kein generelles Böllerverbot geben. Mit wenigen Ausnahmen.

Das haben die Ministerpräsidenten der Länder entschieden

Um zu verhindern, dass größere Menschengruppen zusammenkommen, soll das Abbrennen von Feuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen verboten werden. Die Städte sollen selbst darüber entscheiden. „Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen“, heißt es in dem Papier der Länderchefs.

Das ist die Position des Corona-Krisenstabes in Remscheid

Zentrale Plätze, auf denen große Menschenmengen zum Feiern zusammenkommen, gab es bei den zurückliegenden Jahreswechseln in Remscheid nicht. Insofern soll es auch keine besonderen Verbote geben. „Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Remscheider auch in diesem Jahr verantwortungsvoll mit Feuerwerk umgehen“, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) auf RGA-Nachfrage. Angesichts der vielen Einschränkungen in der Gesundheitskrise soll den Menschen so viel Normalität wie möglich erhalten bleiben. Das Feuerwerk zu Silvester zählt dazu.

Dieses Verbot gilt bundesweit für das Abbrennen von Feuerwerk

Es gibt eine bundesweit geltende Sprengstoffverordnung. Sie untersagt das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen wie zum Beispiel einem alten Fachwerkhaus.

Das gilt speziell für Lennep und Lüttringhausen

Wie in jedem Jahr zu Silvester erinnert das Remscheider Ordnungsamt daran, dass das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern aus Sicherheitsgründen verboten ist. Das gilt insbesondere für die Lenneper Altstadt und den Stadtkern von Lüttringhausen. Geknallt und geböllert wurde dort in den zurückliegenden Jahren dennoch und das blieb meist ohne Folgen. „Eine Rechtsverletzung kann nicht allumfassend und jederzeit verhindert werden“, hieß es 2019 auf RGA-Nachfrage. Die Bewohner eines Fachwerkhauses in der Lenneper Altstadt klagten damals über Schäden am Gebäude.

So sieht die Sana-Notaufnahme dem Jahreswechsel entgegen

Die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses bekommt es in den Stunden nach dem Jahreswechsel vor allem mit einer Vielzahl kleinerer Brandverletzungen, Schnittwunden und vor allem mit den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu tun. Die Patientenzahlen seien jedoch nicht so hoch, dass die Notaufnahme damit nicht fertig würde, sagt deren Leiter Dr. Yang-Chul Böring: „Selbstverständlich ist die Notaufnahme auch in diesen besonderen Zeiten für Notfälle uneingeschränkt erreichbar.“

So denkt die Branche über die Verbotsdiskussion

Einer der größten Produzenten von Feuerwerkskörpern in Deutschland hat ihren Sitz in der Ortschaft Flügel auf der Stadtgrenze zu Wuppertal. Die Firma Niko warnte davor, dass die Menschen bei einem Verbot vermehrt auf illegale Produkte aus dem Internet zurückgreifen. So genannte Polenböller sorgen in jedem Jahr für zahlreiche Unfälle. Der Verband der pyrotechnischen Industrie ruft deshalb auf: „Kaufen und verwenden Sie nur Feuerwerk, das eine CE-Kennzeichnung trägt.“

Feuerwerk 2020

In diesem Jahr gelangen die Feuerwerkskörper am Dienstag, 29. Dezember, in den Handel.

Pyrotechnik der Klasse II (Raketen, Batterien, Knaller, Zisselmänner und Co.) dürfen nur in der Nacht von Silvester auf Neujahr gezündet werden.

An allen anderen Tagen im Jahr muss bei der Stadt Remscheid eine Genehmigung beantragt werden.

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