Familienzeit

Brettspiele sind maßgeschneiderte Geschenke

Daniel Haider ist Brettspiel-Experte – in Lennep nimmt er zu seiner Leidenschaft regelmäßig einen Podcast auf. Foto: Roland Keusch
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Daniel Haider ist Brettspiel-Experte – in Lennep nimmt er zu seiner Leidenschaft regelmäßig einen Podcast auf.

Daniel Haider beleuchtet Neuheiten – RGA-Spieletester Bernhard Meier benennt die Trends der Szene.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Für Daniel Haider ist der Fall klar: Brettspiele sind ideale Weihnachtsgeschenke. Klar, der Lenneper ist Spielefan und sendet mit den Brett-Time-Stories mit einem Freund seinen eigenen Podcast zum Thema – ein Profi also. Doch auch für die, die weniger spielen als er, empfiehlt er Spiele zum Fest: „Ideal ist es doch, dass man die Brettspiele dann direkt über die Feiertage im Zusammensein mit der Familie einsetzen kann.“ Dem RGA hat der 39-Jährige einige Neuheiten ans Herz gelegt – und auch seine Lieblingsklassiker verraten (| Kasten).

„Dieses Spiel ist wirklich witzig.“

Daniel Haider über das Kinderspiel „Krasse Kacke“

Kinderspiele: Haider nennt eine Handvoll Neuheiten, „die man mit Kindern super spielen kann“. Ihm gefällt beispielsweise die Kinderversion eines Klassikers: „Andor Junior“. Oder: „Zug um Zug – Meine erste Reise“. Das Kinderspiel des Jahres, „Dragomino“, habe er derweil noch nicht selbst testen können, „aber ich habe viel Gutes gehört“. Es eignet sich für Kinder ab fünf Jahren.

Familienspiele: Hier ermöglichen es die zugänglichen Regeln, mit der gesamten Familie zu spielen – ideal also an den Festtagen. „Gerne können hier Kinder im Schulalter dabei sein.“ Häufig könne man die Regeln für reine Erwachsenenrunden verschärfen. Das Spiel „Micro Macro“ mit einem übergroßen Wimmelbild hat es dem Experten ebenso angetan wie „Cantaloop“, das in Spielweise und Humor an „Monkey Island“, den PC-Klassiker der 90er-Jahre, erinnere. Derweil zeichne „Shamans“ das klassische Prinzip eines Stich-Spiels – also Doppelkopf oder Skat – aus, bei dem aber ein Mitspieler eine Art „Verräter“ ist und sabotiert. Für Rätselfreunde empfiehlt er „Smart 10 Family“, für Freunde von Drafting-Spielen (Karten werden getauscht, aufgenommen oder abgelegt) die neue Version von „7 Wonders Architects“.

Kennerspiele: Die Spiele dieser Kategorie seien hingegen „anspruchsvoller, also für die Leute, die immer mal wieder spielen und auch mal grübeln wollen“. Quasi die letzte Liga unterhalb der absoluten Brettspiel-Cracks. Ins Auge gestochen sind Haider hier unter anderem das gut zugängliche „Die Rote Kathedrale“, bei dem strategisch geplant werden muss, oder „Die verlorenen Ruinen von Arnak“ mit dem Charme von Indiana Jones.

Das richtige Geschenk: Auch Bernhard Meier, der für den RGA schon zahlreiche Brettspiele getestet hat, ist grundsätzlich ein Freund davon, Spiele zu Weihnachten zu verschenken – wie soll es beim bergischen Spielepapst auch anders sein. Aber: Von Verlegenheitskäufen rät er klar ab. „Ein ordentliches Spiel zu verschenken ist genauso schwer, wie ein gutes Buch zu verschenken.“ Er empfiehlt daher, möglichst viel über den Beschenkten in Erfahrung zu bringen. Haider pflichtet bei: „Das Schöne ist, dass man mittlerweile aus so vielen Themen schöpfen kann, dass für jeden individuell etwas dabei ist.“

Wichtig sei beim Verschenken außerdem, darauf zu achten, ob ein Vielspieler, der mehrmals wöchentlich spielt, beschenkt wird, oder jemand, der seltener spielt. Und die Altersgruppe spielt eine Rolle, so Meier: „Zum Beispiel also, ob Kinder dabei sind.“

Trends: Meier selbst mag es am liebsten klassisch. Er erklärt: „Der Trend geht zum kooperativen Spiel.“ Das heißt, dass kleinere oder größere Gruppen gemeinsam Aufgaben lösen. „Das ist natürlich gerade in der Corona-Zeit gerne gesehen. Ich bevorzuge aber weiterhin Spiele, in denen es Jeder-gegen-jeden geht.“ Meier begeistert sich am ehesten für strategische Spiele, insbesondere sogenannte Euro-Games.

Ein weiterer Trend, den der 67-Jährige während Corona beobachtet: Spiele, die zu zweit gespielt werden können, erleben einen Boom. Meier, dessen Fundus rund 4000 Brettspiele zählt, hofft, dass sich bald aber auch wieder größere Runden versammeln können: Zu viele Spielegruppen hätten in den vergangenen Monaten abgesagt werden müssen.

Das weiß auch Lehrer Haider: Aktuell spielt er am häufigsten mit seiner fünfjährigen Tochter. Kurz vor dem Gespräch mit dem RGA war es das Merk-Kartenspiel „Krasse Kacke“. Davor habe er sich bei dem Namen zunächst gesträubt, aber: „Dieses Spiel ist wirklich witzig.“

Haiders Klassiker

Klassiker: Eins von Daniel Haiders Lieblingsspielen ist „Carcassonne“: „Hierzu gibt es auch eine Jubiläumsedition.“ Die Spiele „Burgen von Burgund“, „Skull King“ („Ein Pendant zu Wizard in der Piraten-Welt“) und „Roll Player“ („Ein moderner Klassiker“) spielt er ebenfalls immer wieder gerne.

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