Die Woche von Axel Richter

BMW-Effekt ist für die SPD Segen und Fluch zugleich

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axel.richter@rga-online.de

Spätestens seit dem Wahlsonntag kennt der Remscheider Wortschatz einen neuen Begriff: BMW-Effekt.

Dass Burkhard Mast-Weisz Wahlen gewinnen kann, zeigen nicht nur seine mehr als 60 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl. Auch das Ergebnis der Ratswahl beeinflusste BMW maßgeblich.

Dazu trug der bürgernahe Kandidat ebenso bei wie eine starke Stadtteilausrichtung der SPD. Sie organisierte Fußballturniere, Familien- und Bürgerfeste, zu denen der Oberbürgermeister meist auch erschien.

Dazu wirkte eine äußerst geschickte Wahlkampagne: „Mast-Weisz stärken - SPD wählen“, das hatte nicht nur im Sprachduktus, sondern auch in der Gestaltung der Wahlplakate ein Stück weit etwas von „Willy wählen“, jener schon legendären SPD-Kampagne zur Wiederwahl von Bundeskanzler Willy Brandt im Bundestagswahlkampf 1972.

Im Ergebnis konnten die Sozialdemokraten in Remscheid - völlig entgegengesetzt zum Landestrend - ihr Ergebnis von der Kommunalwahl vor sechs Jahren nahezu halten. 34,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben der SPD ihre Stimme.

Dank der ebenfalls starken Grünen (14,7 Prozent) könnte Rot-Grün mit der Stimme des Oberbürgermeisters nun sogar alleine durchregieren. Das geht erst recht mit der FDP (5,3 Prozent), die den populären Amtsinhaber ja ebenfalls als gemeinsamen Kandidaten mit auf den Schild gehoben hatte.

Die CDU fuhr mit 29,9 Prozent gegenüber 2014 dagegen klare Verluste ein. Die Christdemokraten büßten damit ihren Status als stärkste Fraktion im Remscheider Stadtrat ein und werden dort zur Bildung von Mehrheiten nicht mehr gebraucht. Die Demütigung blieb nicht ohne personelle Konsequenzen.

Keine 24 Stunden nach dem Wahldebakel zog sich die glücklose Oberbürgermeisterkandidatin Alexa Bell tief enttäuscht von der eigenen Partei aus der Politik zurück. Einen Tag später stellte Jens Nettekoven seinen Posten als Ratsfraktionsvorsitzender zur Verfügung.

Damit eröffnen sich der CDU neue inhaltliche und auch personelle Perspektiven für die Kommunalwahl in fünf Jahren. Doch auch die SPD wird sich bis dahin erneuern müssen. Denn die Beliebtheit von Burkhard Mast-Weisz ist für sie Segen und Fluch zugleich. In fünf Jahren feiert BMW seinen 69. Geburtstag. Dass er sich dann noch einmal als Zugpferd in den Wahlkampf begibt, ist nicht sehr wahrscheinlich. Sollte die SPD bis dahin immer noch so abhängig vom BMW-Effekt sein, könnte 2025 mithin eine unsanfte Landung anstehen.

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