Unweit des Allee-Centers

Im Blühstreifen der Stadt wachsen Hanfpflanzen

Mittlerweile dürften sie herausgerupft sein: Diese Hanfpflanzen wuchsen bis gestern auf einem Blühstreifen unweit des Allee-Centers. In Langenfeld gab es im Sommer einen ähnlichen Fall. Dort war offenbar verunreinigtes Saatgut ausgebracht worden. Foto: Roland Keusch
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Mittlerweile dürften sie herausgerupft sein: Diese Hanfpflanzen wuchsen bis Dienstag auf einem Blühstreifen unweit des Allee-Centers. In Langenfeld gab es im Sommer einen ähnlichen Fall. Dort war offenbar verunreinigtes Saatgut ausgebracht worden. Foto: Roland Keusch
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Die Stadt glaubt an einen Scherz – und ließ die Pflanzen vernichten.

Von Axel Richter

Remscheid. Dass einer ernsthaft rauchen will, was in dem Grünstreifen unweit des Allee-Centers von Autoabgasen umweht grün und gezackt aus dem Boden wächst, ist eher nicht anzunehmen. Unzweifelhaft aber handelt es sich um Hanf, den pflanzlichen Grundstoff für Marihuana und Haschisch.

„Eine Arbeitskollegin meinte, ich solle auf dem Heimweg mal einen Blick darauf werfen“, berichtet der Remscheider Robin Postler. Der konnte den Verdacht der Kollegin bestätigen und meldete sich darauf an Dienstag via Facebook beim RGA: „Habt ihr gewusst, dass auf dem Grünstreifen in Richtung Hasten Cannabis-Pflanzen wachsen?“

„Da hatte sich jemand richtig Mühe gemacht.“

Markus Wolff über einen Fund im Wald vor zehn Jahren

Im Sommer hatte es in Langenfeld einen ähnlichen Fund gegeben. Dort sammelte die Polizei eine Reihe von Hanfpflanzen ein, die an einem Getreidefeld wuchsen. Um eine Plantage handelte es sich aber auch dort nicht. Nachdem die Stadt Langenfeld Hanf auch in anderen Blühstreifen gefunden hatte, führte sie die sprießenden Pflänzlein auf eine „Saatgut-Verunreinigung, mutmaßlich durch Nutzhanfsamen“ zurück.

Hanfpflanzen in Remscheid: Auch in Langenfeld gab es "Verunreinigungen"

Die Stadt Langenfeld reagierte wenig humorvoll und kündigte an, ihren Blumensamenlieferanten in Regress zu nehmen, denn: Die ihr das Blühstreifenprogramm mit bienenfreundlichen Blumen an Feldrändern ausgewählte Firma habe durch diese Verunreinigung „nicht nur die Ermittlungsbehörden beschäftigt, sondern auch für einen zusätzlichen Personaleinsatz der Stadtverwaltung gesorgt.“

In Remscheid machte am Dienstag Markus Wolff den Pflanzen auf dem Blühstreifen gegenüber der Bushaltestelle Hochstraße den Garaus. Der Leiter des Remscheider Stadtforstamtes ist auch zuständig für die Grünflächen und geht, anders als im Fall von Langenfeld, nicht davon aus, dass die Hanfsamen im Saatgut steckten, die seine Grünpfleger im Frühjahr dort verstreut hatten. Auf allen anderen bis zu 40 Blühstreifen der Stadt habe es bislang keinen ähnlichen Fund gegeben. „Ich glaube deshalb, dass sich da jemand einen Spaß erlaubt hat“, sagt Wolff.

Allerdings ist die kleine Anpflanzung auch nicht die erste. Vor gut zehn Jahren stießen Wolffs Mitarbeiter in einem Waldstück unterhalb des Fasanenweges in Westhausen auf eine Plantage. „Da hatte sich jemand richtig Mühe gegeben“, berichtet Wolff vom pflegerischen Zustand der Pflanzen, die nach ihrer Entdeckung von der Polizei abgeräumt wurden.

Ob der Konsum berauschend gewesen wäre, sei allerdings sowohl für die Waldplantage als auch für die Pflanzen an der Elberfelder Straße in Zweifel gezogen. Der Anbau von Hanfpflanzen mit einem hohen Gehalt des psychoaktiven Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC) ist sehr aufwendig. Gezüchtet werden sie deshalb vor allem inhäusig.

Die Hanf-Pflanze

Hanf zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Erde. Aus den Fasern werden Seile gemacht, aus den Samen, Blättern und Blüten Öle gewonnen. Die Blüten und kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden als Marihuana geraucht. Das Harz wird zu Haschisch weiterverarbeitet. In jüngster Zeit wird Hanf auch in der Medizin verwendet.

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