Wahrzeichen

„Blauer Mond“: Verein sammelt weiter

Riet Schützeberg, Arnd und Ernst Blissenbach, Bernd Schützeberg und Prof. Dr. Horst A. Wessel (v. l.) setzen sich dafür ein, dass das „MW“ bald wieder leuchtet. Anknipsen darf dann Ernst Blissenbach.
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Riet Schützeberg, Arnd und Ernst Blissenbach, Bernd Schützeberg und Prof. Dr. Horst A. Wessel (v. l.) setzen sich dafür ein, dass das „MW“ bald wieder leuchtet. Anknipsen darf dann Ernst Blissenbach.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Nach einem gemeinsamen Gespräch aller Beteiligten im Rathaus hat sich die Interessengemeinschaft „Blauer Mond“ dazu entschlossen, bis Ende April das Geld, das eigentlich aus dem NRW-Förderprojekt „Heimat“ fließen sollte, selbst aufzubringen – 15.000 Euro.

Dazu sollen weiter Spenden gesammelt werden. Das erklärt Prof. Dr. Horst A. Wessel, der auch Vorsitzender des Vereins MannesmannHaus ist. „Ob es dann noch eines Antrags an das Heimatministerium bedarf, werden wir sehen.“ Denn die Zeit laufe den Aktiven davon: Aldi will im Februar die Baustelle einrichten, den „Blauen Mond“ entrosten und lackieren, um das Denkmal bis Ende April wieder aufzustellen. Dann soll auch die Beleuchtung montiert worden sein, während das „MW“ noch am Boden liegt. Diese werde laut Wessel etwa 25.000 Euro kosten.

„Wir haben die Stadt zudem gebeten, ihren Zuschuss zu erhöhen. Zudem hat Bezirksbürgermeister Stefan Grote Unterstützung zugesagt.“ Die Beleuchtungsfirma benötige rund drei Tage zur Montage. Den Vorschlag der Verwaltung, die Beleuchtung erst 2023 zu montieren, lehnt die IG ab. Denn dies würde die dreifachen Kosten bedeuten, sagt Prof. Wessel. „Es bleibt ein ehrgeiziges Projekt. Aber ich hoffe, dass wir es hinkriegen.“ -mw-

foerderverein-mannesmannhaus.jimdofree.com

Artikel vom 18.1.2022

„Blauer Mond“: Der Förderantrag ist noch nicht fertig

Baudezernent Peter Heinze freut sich über den Spendenstand und das Engagement der IG „Blauer Mond“, macht aber deutlich: „Die Beleuchtung kann uns nicht daran hindern, den Turm aufzustellen.“

Remscheid. Schließlich sei dies juristisch durchgefochten worden. Er habe eine Konferenz einberufen, um alle Projektpartner an einen Tisch zu bringen und den Verein MannesmannHaus in die Lage zu versetzen, alle wesentlichen Punkte für den Förderantrag erfüllen zu können. Denn der Fördergeber, sprich das Land, verlange einiges. Noch seien längst nicht alle Erklärungen und Unterlagen beigebracht.

Auch der Eigentümer des „Blauen Monds“, Aldi, müsse seinen Willen bekunden. „Hier müssen wir sehr genau und präzise sein“, erklärt Peter Heinze. Um 15.000 Euro bewirbt man sich beim Land. Das Geld soll aus dem „Heimat-Förderprogramm“ kommen. Aus diesem Programm hat es bereits Fördermittel für das „Badepärchen“ in Lüttringhausen gegeben. Eine konkrete Frist, um den Antrag für den „Blauen Mond“ zu stellen, gebe es nicht. Aber man wisse nicht, ob das Programm nach der Landtagswahl fortgeführt werde. -mw-

Artikel vom 17. Januar 2022

„Blauer Mond“: Zeitplan wird immer enger

Das notwendige Geld ist zusammen. Nun will Aldi das Wahrzeichen im Februar aufrichten.

Remscheid. Dem „Blauen Mond“ läuft wieder einmal die Zeit davon. Eigentlich tut sie das bereits seit fast sieben Jahren, seitdem das Mannesmann-Denkmal am Boden liegt und vor sich hin rostet. Nun aber ganz konkret. Deshalb hat Bernd Schützeberg stellvertretend für die Interessengemeinschaft (IG) nun auch einen Hilferuf an den Oberbürgermeister geschickt. Wir klären auf.

Das Problem: Laut der IG will der „Mond“-Eigentümer Aldi bereits Anfang Februar damit beginnen, den Kopf wieder auf den Turmstumpf setzen zu lassen. Ende Februar könnte das Industriedenkmal so wieder komplett sein. „Aldis Zeitplan steht“, sagt Prof. Dr. Horst A. Wessel, Vorsitzender des Vereins MannesmannHaus. Das Problem: Bis dahin, also in rund drei oder vier Wochen, müsste die Beleuchtung bereits montiert sein. Bis heute hat die ausführende Beleuchtungsfirma aber noch keinen Auftrag – und da es derzeit weltweit Lieferengpässe für Materialien gibt, könnte es eng werden. „Wenn es zu Verzögerungen kommt, geht es zu unseren Lasten“, sagt Prof. Wessel, der sich hat schriftlich geben lassen, dass Aldi die Beleuchtung ebenfalls will. „Denn die Beleuchtung in 59 Metern Höhe zu montieren, ist einfach weltfremd. Die Montage muss am Boden passieren.“ Zumal eine Montage nach dem Aufrichten viel teurer würde – und auch noch gar nicht geklärt sei, ob das große „MW“ nicht noch entrostet und mit Korrosionsschutz behandelt werden müsste. Das nächste Treffen zwischen der IG, der Beleuchtungsfirma, Aldi und der Stadt sei erst in zwei Wochen, am 31. Januar, angesetzt. „Das bereitet mir Sorgen. Wir müssen sehen, dass wir zu Potte kommen“, so Wessel.

Hilferuf: Bernd Schützeberg, vorderster IG-Kämpfer, hat daher einen Brief an OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) versandt: „Lieber Burkhard, wir brauchen deine Hilfe. Bitte mach den ,Blauen Mond‘ zur Chefsache, bitte bringe alle Parteien nun schnell an einen Tisch.“ Damit die Beleuchtungsfirma schnell den Auftrag erhalte und planen könne.

Beleuchtung: Der Remscheider Beleuchtungsexperte Martin Gerhardts von Gerhardts Werbung, der zum Beispiel auch die gelbe Beleuchtung vom Küchenstudio vom Stein erschaffen hat, soll auch den „Mond“ leuchten lassen. Dazu würden stromsparende, blaue LED-Schläuche auf beiden „MW-Seiten“ verwendet, die in Silikon eingegossen werden. Denn Blau, das ist eine der Farben von Mannesmann. Der Experte rechnet mit einer Arbeitsdauer von drei Tagen. Die Beleuchtung soll mit Ökostrom laufen.

Spendenstand: Über das anvisierte Ziel von 12 000 Euro ist der Verein MannesmannHaus schon hinausgeschossen – nicht zuletzt durch die großzügige Spende von Arnd und Ernst Blissenbach von der gleichnamigen Firma in Höhe von 7000 Euro. Dafür darf Ernst Blissenbach dann auch den Knopf drücken, um den Mond das erste Mal wieder über Bliedinghausen aufgehen zu lassen. Laut Prof. Wessel sind nun schon über 13 000 Euro auf dem Konto. „Ich hätte nie gedacht, dass wir das innerhalb von wenigen Wochen zusammenbekommen.“ Seine Vereinskasse muss der Vorsitzende also nicht plündern. „Ich gehe davon aus, dass wir damit dann auch den Strom übernehmen, das heißt, dass wir einen Pauschalvertrag mit den Stadtwerken oder Aldi abschließen für 10 oder 20 Jahre.“ Unter den vielen Spendern, die oft auch eine Beziehung zum „Mond“ haben, sind auch Iris und Ralf Heinz. Sie sind in direkter Nähe aufgewachsen, ihr Vater und weitere Familienmitglieder waren Mannesmänner und -frauen. Iris und Ralf Heinz haben allein 1650 Euro gespendet. „Der Mond gehört zu Bliedinghausen, er muss erhalten bleiben“, schrieben sie jüngst an Bernd Schützeberg. Ralf Heinz ist zudem verschwägert mit Jutta Heinz – und die ist IG-Mitgründerin.

Finanzierung: Der Deal lautet: Das Land übernimmt 15 000 der Kosten, die Stadt 3000 Euro, der Verein 12 000 Euro. „Der Landeszuschuss ist uns von der Stadt fest zugesagt“, erklärt Wessel. Denn die Beleuchtung ist nicht Teil der Denkmalbeschreibung – zur Überraschung der Aktiven.

Das Denkmal: Der Rohrturm mit dem MW-Zeichen, ein Entwurf des Industriedesigners Peter Behrens, steht in der Nähe des Mannesmannröhren-Werkes auf dem heutigen Aldi-Parkplatz Burger Straße, wo in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1886 das erste Rohr nach dem revolutionären und bis heute weltweit betriebenen Mannesmann-Verfahren aus dem massiven Stahlblock allein durch Walzen gefertigt wurde. Dieses Verfahren hat die Herstellung von Stahlrohren grundlegend verändert und das Rohr als Konstruktionsteil nutzbar gemacht. Der Mannesmann-Turm ist übrigens der erste seiner Art. Er stand ursprünglich auf dem Messegelände in Hannover, wo die deutsche Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ihre wiedergewonnene Stärke erstmals wirkungsvoll präsentierte. Der Turm wurde Ende der 1950er-Jahre durch einen wesentlich höheren, heute noch dort vorhandenen Rohrturm ersetzt. Als technisches Bauwerk, das 2002 auf Wunsch der Stadt unter Denkmalschutz gestellt wurde, inkorporiert der Turm das Leitprodukt der Mannesmannröhren-Werke, das nahtlose Stahlrohr.

IG und Verein

IG: Obwohl einst etwa 4000 ihr Interesse zum „Blauen Mond“ bekundet haben, sind aktiv etwa 50 dabei.

Verein: Der Verein MannesmannHaus hat 90 Mitglieder, die meisten haben einst bei Mannesmann gearbeitet. Prof. Wessel hofft, dass einige durch die IG auch zum Verein wechseln.

https://foerderverein-mannesmannhaus.jimdofree.com

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