Förderverein sammelt für die Beleuchtung

„Blauer Mond“: Die Blissenbachs sorgen für Spenden-Schub

Sie setzen sich dafür ein, dass der „Blaue Mond“ bald wieder leuchtet: (v. l.) Riet Schützeberg, Arnd und Ernst Blissenbach, Bernd Schützeberg und Prof. Dr. Horst A. Wessel. Der Förderverein muss 12 000 Euro für die Beleuchtung zusammenbekommen. Die Zeit drängt.
+
Sie setzen sich dafür ein, dass der „Blaue Mond“ bald wieder leuchtet: (v. l.) Riet Schützeberg, Arnd und Ernst Blissenbach, Bernd Schützeberg und Prof. Dr. Horst A. Wessel. Der Förderverein muss 12 000 Euro für die Beleuchtung zusammenbekommen. Die Zeit drängt.

Die Unternehmer sind Mannesmann eng verbunden und erhöhten spontan vor Ort ihren Betrag.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ein besonders schönes Neujährchen haben Arnd und Ernst Blissenbach von der Blissenbach GmbH an diesem Tag für die Aktiven der Interessengemeinschaft (IG) „Blauer Mond“ mitgebracht: 5000 Euro für die Beleuchtung des Industriedenkmals. Verbeult und verrostet liegt das große „MW“ seit bald sieben Jahren auf dem Aldi-Parkplatz an der Burger Straße, umgeben von einem Bauzaun, zwischen den Streben befindet sich Unrat. Bei einem Treffen mit dem RGA vor Ort sorgt Senior-Chef Ernst Blissenbach dann für eine Überraschung: „Weil Sie alle hier so nett sind, erhöhe ich auf 7000.“

Damit sorgt der Remscheider Unternehmer für einen erheblichen Schub bei der Spendensammlung – und für glückliche Gesichter bei Riet und Bernd Schützeberg sowie bei Prof. Dr. Horst A. Wessel, der freudig in die Hände klatscht. Mit der 7000-Euro-Zusage steigt das Spendenbarometer für die Beleuchtung des „Blauen Monds“ auf insgesamt 10.350 Euro. 12.000 Euro benötigt der Förderverein MannesmannHaus, um seine Pflicht für den Förderantrag zu erfüllen – und ist diesem Ziel sowie dem großen Leuchten nun ein bedeutendes Stück näher gekommen. „An uns soll es nicht liegen“, sagt Prof. Wessel. Das Land fördert bei positivem Bescheid 15.000 Euro, die Stadt leistet einen Anteil in Höhe von 3000 Euro. Macht insgesamt 30.000 Euro.

Denn die Zeit drängt: Damit der Kopf des Mannesmann-Denkmals wieder auf den Turm gesetzt werden kann, muss erst die Beleuchtung montiert sein. „Das muss passieren, so lange der ,Blaue Mond‘ noch am Boden liegt. Und da Aldi ihn noch im ersten Quartal auf den Turm setzen lassen will, müssen wir schnell sein“, erklärt Bernd Schützeberg, der sich gemeinsam mit seiner Frau Riet vehement für das Denkmal einsetzt. „Dafür ist viel Enthusiasmus und Einsatz nötig“, lobt Arnd Blissenbach. Die Schützebergs bilden mit Prof. Dr. Horst A. Wessel ein schlagkräftiges Mond-Trio.

Letzterer hat zuletzt kräftig Klinken geputzt, um Spenden einzutreiben. Vorwiegend bei Firmen. „Auch durch den RGA-Artikel haben wir ein Echo erfahren“, sagt Wessel, das wandelnde Mannesmann-Lexikon auf zwei Beinen. Viele Privatpersonen hätten gespendet. Sogar eine Witwe eines ehemaligen Mannesmann-Kollegen von Bernd Schützeberg spendete 50 Euro, obwohl sie nur eine kleine Rente erhält, erzählt Riet Schützeberg.

Die Stadt will nun den Förderantrag beim Land einreichen. Beim nächsten Gespräch im Rathaus sollen dann neben dem IG-Trio auch Vertreter von Aldi und der Beleuchtungsfirma dabei sein. Dann will man die Details zum großen Leuchten klären. Es ist übrigens kein Zufall, dass sich Arnd und Ernst Blissenbach so für den „Blauen Mond“ einsetzen. Denn die Namen Mannesmann und Blissenbach gehören untrennbar zusammen: Die Blissenbach GmbH erfand vor 40 Jahren Werkzeuge, die an längstnahtgeschweißten Rohren die Schweißnaht von innen entfernt. Damit ist man bis heute Weltmarktführer. „Mannesmann hat mich dazu gebracht. Ich bin ihnen was schuldig“, sagt Ernst Blissenbach.

„Weil Sie alle hier so nett sind, erhöhe ich auf 7000.“

Ernst Blissenbach beim Treffen am „Blauen Mond“

Denn in der Nacht vom 21. auf 22. August 1886 erfanden die Brüder Mannesmann im Südbezirk das nahtlos geschweißte Rohr. Bis heute findet das Verfahren weltweit Anwendung. „Wir sind Mannesmann eng verbunden. Daher ist es für uns selbstverständlich, uns auch für den ,Blauen Mond‘ einzusetzen“, sagt Ernst Blissenbach.

Er und sein Sohn hatten sich zudem bereits zu einem früheren Zeitpunkt bereiterklärt, die Kosten für die Pflege des Mannesmann-Obelisken auf dem Südfriedhof zu übernehmen. Für die Grabstätte hat der Förderverein bei der Denkmalbehörde nun einen Antrag gestellt, dass dieser in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen wird.

Infos zum Spendenkonto: foerderverein-mannesmannhaus.jimdofree.com

Die Erklärung

Folgende Willenserklärung hat der Förderverein MannesmannHaus der Stadt abgegeben (Auszug): „Der Förderverein MannesmannHaus e.V. erklärt sich hiermit generell bereit, den erforderlichen Betrag in Höhe von 40 Prozent des Gesamtaufwands (maximal 12 000 Euro) sowie die erforderlichen Wartungs- und Betriebskosten einzuwerben bzw. aufzubringen. Er tut dies in der Überzeugung, dass das technische Denkmal ,Blauer Mond‘ nur dann voll seine Wirkung entfalten kann, wenn auch die Beleuchtung wiederhergestellt ist. Der Rohrturm mit dem MW-Zeichen im geteilten Kreis ist ein Stück Heimat. Er ist ein Wahrzeichen für Remscheid und als weithin sichtbare Landmarke Teil der Identität der Stadt. Als technisches Bauwerk, das 2002 auf Wunsch der Stadt unter Denkmalschutz gestellt wurde, inkorporiert der Turm das Leitprodukt der Mannesmannröhren-Werke, das nahtlose Stahlrohr. (. . .) Da der Förderverein die benötigten Mittel nicht aus den Beiträgen und Spenden seiner Mitglieder allein aufbringen kann, hat er die Bevölkerung mit erfreulichem Erfolg um Spenden gebeten.“

Auch interessant: „Blauer Mond“: Aldi fragt Firmen wegen Wiederaufstellung an

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
24-Jähriger kracht in Leitplanke - Sperrung der A1 aufgehoben
24-Jähriger kracht in Leitplanke - Sperrung der A1 aufgehoben
24-Jähriger kracht in Leitplanke - Sperrung der A1 aufgehoben
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft „störungsfrei“
Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft „störungsfrei“
Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft „störungsfrei“

Kommentare