Meine erste Platte

Black Metal muss Oliver Jilg nicht haben

Oliver Jilg vor ausgewählten Kleinoden. Darunter die vielfarbige Maxi von Depeche Mode: People are people. Auch die geliebte „Ummagumma“ von Pink Floyd ist dabei. Foto: Peter Klohs
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Oliver Jilg vor ausgewählten Kleinoden. Darunter die vielfarbige Maxi von Depeche Mode: People are people. Auch die geliebte „Ummagumma“ von Pink Floyd ist dabei.

Für den Kauf einer Maxi-Single von Depeche Mode fuhr Oliver Jilg extra mit einem Freund nach Köln.

Von Peter Klohs

„Meine erste Platte“, sagt Oliver Jilg zum Beginn unseres Gesprächs, „ist verschollen.“ Im Karton mit seinen rund 120 verbliebenen LPs ist sie nicht zu finden. Es war eine der in den 70er-Jahren beliebten Zusammenstellungen (Sampler) der Plattenfirma K-Tel. „20 Disco-Hits oder so ähnlich.“

Jilg erinnert sich deutlich, dass das erste Stück auf der ersten LP-Seite „Kung Fu Fighting“ von Carl Douglas war. Dafür findet er unter den LPs zahlreiche andere, die er kurz nach der ersten LP erhielt und die ihm auch heute noch wichtig sind. Zuvorderst eine Maxi-Single der englischen Synthie-Pop-Rock-Gruppe Depeche Mode, die rein optisch schon etwas Besonderes ist: „People are people“.

In Fachkreisen wird die vielfarbige Maxi als „Multicoloured Wax“ bezeichnet, ein buntes Durcheinander. „Wenn man die Platte beim Abspielen betrachtet, hat das was überaus Faszinierendes“, befindet Jilg. Er kaufte sie bei Saturn in Köln. „Ich bin mit einem Freund mit dem Bus dorthin gefahren. Das war 1984. Eigentlich habe ich meine LPs im Remscheider Zack-Zack gekauft, aber sowas Schrilles gab es da nicht.“

Oliver Jilg, 1967 in Remscheid geboren und noch immer in seiner Heimatstadt lebend, hat erste Musikeindrücke in seinem Elternhaus erfahren: „Wenn im Haus Feiern anstanden, dann hörten meine Eltern die Musik der 70er-Jahre, Baccara und so etwas. Aber dazu hatte ich keinen Bezug.“ Der kam später. „Mein Onkel schaute im Fernsehen immer den Rockpalast. Und irgendwann hat er einmal eine Scheibe von Pink Floyd aufgelegt. Und diese Musik hat mich dann gepackt.“ Schnell kam das Alan Parsons Project, Police und Saga hinzu.

Queen im Müngersdorfer Stadion war für ihn das Größte

In dieser Zeit besuchte er regelmäßig die Rock-Disco Big Pub in Vieringhausen. In seinem Karton, den wir gemeinsam durchstöbern, finden sich LPs unterschiedlichster Genres: Natürlich Pink Floyd (Ummagumma), Spliff, Barbra Streisand („Ich weiß nicht, warum ich die habe.“), Frank Zappa („Ein Verrückter.“), Jeff Waynes „War of the worlds.“ Kurzentschlossen nimmt Jilg letztere Doppel-LP und geht zum Plattenspieler. Kurz danach erklingt das in die Musikgeschichte eingegangene: „The chances of anything coming from Mars are a million to one, they said“.

Wir finden LPs von Joe Cocker, den Moody Blues und der deutschen Krautrock-Band Streetmark. „Deutschrock – oder besser: Die neue Deutsche Welle – war auch der Anlass meines ersten Konzertbesuches: Extrabreit. Auch sah ich die Band Fehlfarben, die in Remscheid spielte. Das Größte war allerdings Queen. Ich bin sehr glücklich, die im Müngersdorfer Stadion live gesehen zu haben, gemeinsam mit tollen anderen Bands wie Level 42 und Marillion.“

An andere Konzerte, so von Jethro Tull, erinnert er sich ebenso. „Ich bin musikalisch schon eher ein Rocker“, sagt Jilg und zaubert eine weitere LP aus dem Karton: „Back in black“ von AC/DC. „Ich hatte ein Praktikum gemacht“, erzählt er, „und als Lohn 20 Mark bekommen. Ich rannte sofort in den nächsten Plattenladen und kaufte diese LP für 19,99 Mark.“

Heutzutage hört er Musik auf CD. „Viele unterschiedliche Musik“, wie er betont. „Wenig anfangen kann ich mit Schlager, Klassik höre ich fast nie, mag sie aber. Wenn der Rock zu deftig wird, dann bin ich raus. Bis Metallica geht es noch, aber Death oder Black Metal muss ich nicht haben.“ Die Vorteile von Youtube hat er ebenso kennen gelernt und ein Abo des Video-Anbieters abgeschlossen. „Man findet so unglaublich viel“, findet er.

Sein Tipp

Oliver Jilg ist bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) Bereichsleiter im Geschäftsbereich 4: Grünflächen, Friedhöfe und Forstwirtschaft. Er bezeichnet sich musikalisch „eher als Rocker.“ Sein Geheimtipp offenbart, dass er auch Musikrichtungen außerhalb des Mainstreams aufgeschlossen gegenübersteht: Er nennt den Heidelberger Musiker Marcus Wiebusch, der zwei Soloplatten veröffentlicht hat und mit der Indie-Rockband Kettcar zusammenspielt.

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