Bis zum Flugschein müssen Piloten viel lernen

Von Alexandra Dulinski

Zweimal um die Welt fliegen die Piloten vom Luftsportverein (LSV) Radevormwald im Jahr. Im Schnitt legen sie dabei 80 000 Kilometer zurück. Um aber erst einmal in die Lüfte zu kommen, ist einiges an Übung notwendig.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Bis ein Flugschüler seinen Flugschein in den Händen halten kann, sind verschiedene Prüfungen notwendig. Dafür müssen 50 bis 100 Theoriestunden im Winter absolviert werden. Von November bis Februar bekommen die Schüler Unterricht in zwölf Fächern, unter anderem in Meteorologie, Navigation, Aerodynamik und Technik, Flugfunk und -planung, erklärt Lehrer und Pilot Patrick Hirschauer. Dazu gehört die Streckenplanung sowie das Ansteuern und Kennen von Ausweichflugplätzen. Im Fach menschliches Leistungsvermögen behandeln die Schüler Gesundheitsaspekte wie den Sauerstoffgehalt bei steigender Höhe. Auch über das Luftrecht müssen Piloten Bescheid wissen – so gibt es Zonen, in die Segelflieger nicht dürfen, beispielsweise in den Verkehr der Flughäfen Düsseldorf oder Köln/Bonn.

„Wie reagiere ich, wenn ein Seil reißt, ein Instrument ausfällt oder ich eine Außenlandung auf einem Feld oder einer Wiese machen muss? Das behandeln wir im Fach Verhalten in besonderen Fällen,“ sagt Hirschauer. „Für jemanden, der auf dem Acker sitzt, gibt es ein Rückholteam. Da fahren wir teilweise durch ganz Deutschland – schön ist das an einem Sonntagabend“, erklärt Patrick Hirschauer lachend. Wenn im Winter nicht geflogen werden kann, stehen Wartungsarbeiten an den Maschinen an.

Was passiert in der Praxis?

Die Praxis findet von März bis November bei gutem Wetter statt. Dann lernen die Flugschüler verschiedene Flugmanöver – wie das Winken mit den Flügeln in der Luft. Die Sicht muss stets frei sein. „Am liebsten haben wir Kumuluswolken. Wenn keine Wolken da sind, haben wir zwar Thermik, aber wir sehen sie nicht so leicht“, sagt Patrick Hirschauer.

Zehn Gewöhnungsflüge machen die Schüler mit, der Fluglehrer redet und erklärt dabei. Nach 40 bis 100 Starts kann ein Schüler das erste Mal alleine in Flugplatz-Sichtweite fliegen. „Im Grunde ist das wie in der Fahrschule. Man sammelt Starts“, erklärt Flugschüler Ben Kammel (16), der bereits die A-Prüfung hinter sich gebracht hat und alleine fliegen darf. Eine B- und C-Prüfung mit höheren Anforderungen schließen sich an. „Ein Alleinflug ist schon was anderes. Das Flugzeug ist leichter, und wenn man eine Frage stellt, bekommt man keine Antwort“, erklärt Flugschüler Jascha Gerlach (18). „Man braucht die Natur für’s Segelfliegen“, sagt er.

Wer darf fliegen?

Nach oben hin ist dem Alter für einen Piloten keine Grenze gesetzt. Mit 14 Jahren dürfen Jugendliche ihre Flugausbildung beginnen. Einzig ein medizinisches Flugtauglichkeitszeugnis ist notwendig, berichtet Hirschauer. Den Segelflugschein können Anfänger mit 16 Jahren machen, einen Motorflugschein erst mit 18 Jahren.

Wie hoch sind die Kosten?

Durch ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder ist eine Flugausbildung im Verein im Vergleich zu kommerziellen Flugschulen günstig. Bis zum Flugschein müssen Fluganfänger mit etwa 1000 bis 2000 Euro rechnen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren verteilen. Manche Schüler kommen mit einem Budget von 50 Euro im Monat aus. Danach kostet das Segelfliegen etwa 500 bis 2000 Euro im Jahr – abhängig vom eigenen Flugverhalten, sagt Hirschauer. Pro Start rechnen die Piloten mit 15 bis 25 Euro. Wer viel fliegt, bezahlt also auch mehr.

Das lesen Sie demnächst im RGA: Wie wird man eigentlich. . . Rettungsschwimmer?

Sie haben auch ein ungewöhnliches Hobby? Schreiben Sie uns: alexandra.dulinski@rga.de

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