Was wächst denn da?

Bienen lassen sich den Nektar schmecken

Die Blüten der Salweide sind Futterlieferanten für viele Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge. Foto: Jörg Liesendahl/Natur-Schule Grund
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Die Blüten der Salweide sind Futterlieferanten für viele Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge.

Biologin Stefanie Barzen stellt heute die Salweide vor.

Diplom-Biologin Stefanie Barzen aus Lüttringhausen stellt heute in der RGA-Serie „Was wächst denn da am Wegesrand?“ die Salweide vor. Seit annähernd 20 Jahren ist Stefanie Barzen an der Natur-Schule Grund als Umweltpädagogin aktiv und möchte die Menschen die Schönheiten vor ihrer Haustür erleben lassen.

Die Salweide:

Die Salweide, Salix caprea, gehört mit vielen anderen Weidenarten und den Pappeln in die Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Salweiden sind Pionierpflanzen der Schutthalden, Brachflächen, Kahlschlägen und Begleiter von Wegesrändern. Der bis etwa zehn Meter hoch werdende Baum hat eine graue bis grauschwarze Rinde mit rautenförmigen Korkwarzen, die an aufgeplatzte Rinde erinnern. Seine Laubblätter sind von rund-elliptischer Form mit einer bläulich-graugrünen, hell filzig behaarten Unterseite. Bevor die Blätter sich entfalten, blüht die Salweide, ab Anfang März.

Weibliche und männliche Pflanzen tragen ährenähnliche, aufrecht stehende Kätzchen, wobei die weiblichen Kätzchen unscheinbar graugrün blühen, während die männlichen Kätzchen durch ihre leuchtend gelben, über den Blütenstand herausragenden Staubbeutel auffallen.

Die Kätzchen bieten Insekten viel Nektar, was sie, besonders auch für Honigbienen, zu einer wichtigen Futterpflanze macht. Auch als Pollen- und damit Eiweißlieferant sind sie begehrt bei Wildbienen, Hummeln und frühen Schmetterlingen. Der gefleckte Weidenblattkäfer verbringt hier sein komplettes Leben. Befruchtete Blüten bilden Schirmchenflieger, die bis zu zehn Kilometer weit fliegen können.

Salweiden enthalten, besonders in Rinde und Blättern, Salicin, das in der Leber zu Salicinsäure umgebaut wird. Es wirkt bei Fieber, Kopfschmerzen, Entzündungen und leistete besonders zur Zeit der beiden Weltkriege gute Dienste. Heutzutage wird hauptsächlich auf die seit 1898 synthetisch hergestellte Acetyl-Salicylsäure zurückgegriffen.

Weidenrinde dient zum Gerben, mit Weide kann man Wolle gelb oder braunrot färben. Die Zweige der Korbweide, Salix viminalis, nutzt man zum Korbflechten, ihre verflochtenen Zweige findet man im Fachwerk, Winzer nutzen sie zum Binden ihrer Reben.

Geschmückt ergeben Palmkätzchenweidenzweige hübsche Ostersträuße. Trotzdem sollte man überlegen, ob die schönen Frühjahrsboten nicht sinnvoller an ihrem natürlichen Standort verbleiben sollten, um den besuchenden Insekten als zeitige Nahrungsquelle zu dienen, statt in der Vase langsam vor sich hin zu welken. Viele weitere Informationen über die heimische Tier- und Pflanzenwelt gibt es im Internet.

www.naturschule-grund.de

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