Beweis erbracht: Irmgard Euler besitzt Foto einer Ulla-Puppe

Ein altes Foto als Beleg: Die Ulla-Puppe im Puppenwagen erhielt Irmgard Euler als kleines Mädchen. Foto: Irmgard Euler / Repro: RGA
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Ein altes Foto als Beleg: Die Ulla-Puppe im Puppenwagen erhielt Irmgard Euler als kleines Mädchen.

Aufruf führte zum Erfolg – Hedwig Gotthelf stellte Spielzeug her

Von Jörg Becker

Alt-Remscheid Der Aufruf im RGA am 29. Juli hat Früchte getragen. In dem Artikel über Meisterspion Richard Sorge und seine Zeit in Remscheid bei einer jüdischen Familie auf der Alleestraße ging es auch um die Ulla-Puppen von Hedwig Gotthelf. Zwar liegt die Geschichte 100 Jahre zurück, doch es fand sich eine ältere Dame, die von dem Spielzeug ein Bild besitzt.

RGA-Leserin Irmgard Euler meldete sich mit einem Brief: „Meine Großeltern (ich bin Jahrgang 1930) hatten ihre Wohnung und ihr Geschäft im Haus neben der Wohnung von Familie Gotthelf. Meine Großeltern und Familie Gotthelf hatten ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Als ich als kleines Mädchen eine längere Zeit bei den Großeltern war und krank wurde, schenkte mir Frau Gotthelf eine Ulla-Puppe. Sie ist leider im Krieg verloren gegangen.“

Dem Brief beigefügt war aber ein Foto. Auf diesem sitzt diese Ulla-Puppe von Hedwig Gotthelf gut sichtbar oben im Puppenwagen. Das Foto von Irmgard Euler bestätigt nachdrücklich die Familiengeschichte der jüdischen Gotthelf-Familie aus Israel: Ja, Ulla-Puppen gab es wirklich.

Außerdem ließ sich ein zusätzlicher Beweis im Remscheider Adressbuch von 1926 finden. Da stehen bei den Adressen Alleestraße 16 und 18 nebeneinander Irmgard Eulers Großvater Emil Griesmann mit seinem Textilgeschäft und die „Putz-Modewaren. Spezialhaus für eleganten Damenputz“ mit der Spezialität „Die Ulla-Puppe“ der jüdischen Familie von Arthur Gotthelf.

Viele Remscheider wissen noch, dass die Alleestraße schon zu Anfang der Nazi-Zeit in Adolf-Hitler-Straße umbenannt wurde. Es mutet seltsam an, noch im Remscheider Adressbuch von 1935 unter der Adresse Adolf Hitler-Straße 18 einen Hinweis auf Ulla-Puppen zu finden, denn zu diesem Zeitpunkt war Hedwig Gotthelfs Tochter Ulla – immerhin die Namenspatin dieser Puppe – bereits nach Israel ausgewandert. 1935 war ihr Ehemann Arthur Gotthelf gestorben und im Haus Nr. 18 wohnten neben der Witwe Hedwig Gotthelf als Werkzeugvertreter nur noch ihr Bruder Richard Strauß und ihr Sohn Franz, dem später die Flucht in die USA gelang.

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